Avengers – Age of Ultron

Avengers – Age of Ultron

Die Avengers sind zurück: mächtiger, stärker, witziger und äh….besser? Das ist die große Frage die man sich wie immer stellt bzw. mit dem Kinoticket in der Hand erhofft. Nachdem der Vorgänger den größten Teil der Zuschauer und Kritiker recht zufrieden stellte, waren die Erwartungen nicht gerade niedrig. Joss Whedon hatte sich abermals der Herkulesaufgabe gestellt das Superheldenepos zu schreiben und zu inszenieren. Und was eine Herkulesaufgabe. Gleich mehrere Superstars/Hauptdarsteller unter einen Hut bringen ohne Neuzugänger (Zuschauer ohne Kenntnis der Vorgänger) zu verwirren und jedem einen (zumindest kleinen aber zufrieden stellenden) “character-arc2 zu verpassen. Das muss man erstmal schaffen.

Die bunte Truppe tritt diesmal gegen Ultron an: Ein Roboter welcher, wie soll es auch anders sein, eine Menge böser Dinge im Sinn hat. Klar, storymäßig ist das hier nicht der große Wurf aber das soll es auch nicht sein. Whedon selbst betonte in Interviews mehrmals, dass der Plot nicht seine größte Stärke sei. Fein ausgearbeitete Charaktere die sich in gut geschrieben Momenten den ein oder anderen Oneliner um die Ohren werfen dagegen schon. Im Vergleich zum Vorgänger tritt der Humor aber einen Schritt kürzer. Dafür wird’s etwas düsterer und unsere Heldentruppe muss wieder Konflikte innerhalb der Gruppe lösen. Denn wie kann man noch greifbare und ernstzunehmende Gefahren für eine solch übermächtige Gruppe finden? Die Möglichkeiten halten sich da in Grenzen.

Die Stärken des Films liegen eindeutig bei dem charmanten Cast. Die besten Szenen sind jene in denen die Gruppe zusammen sitzt, rum albert und sich gegenseitig auf die Schippe nimmt. Gerade da kommen Whedon’s Vorliebe für witzige und pointierte Dialoge zur Geltung. Die Szenen machen einfach Spaß und vergehen wie im Flug. Auch die Action fängt zumindest beeindruckend an. Eine längere Actionszene führt die Avengers entsprechend ein und sorgt für einen knackigen Opener. Eine Schlacht in einem schneebedeckten Wald plus eine Plansequenz und verhältnismäßig “wenig” CGI; what’s not to like? Die restlichen Actionszenen verkommen leider, schwächeln in dramatischer Form und werden wie sollte es auch anders sein, größer und größer. Ein paar Highlights hat zumindest noch der erste Einsatz des Hulkbusters während eines Städtekampfs. Danach geht es bergab und die Action verkommt zu einer belanglosen Aneinanderreihung von zu hektischen Einstellungen. Positiv hervorzuheben ist aber wie wichtig die Bevölkerung in jenen Szenen genommen wird. Keine Actionszene beginnt ohne, dass dem Zuschauer mehr als deutlich vermittelt wird, dass die Rettung Unschuldiger oberste Priorität hat. Ein Schelm wer denkt, dass dies eine deutliche Reaktion auf das Man of Steel Finale ist.

Aber als Ganzes will Avengers – Age of Ultron nicht zusammen kommen. Der Film trottet so vor sich her, setzt einen Fuß vor den anderen aber vermag nie zu packen oder gar zu unterhalten wie es der Vorgänger schaffte. Die Marvel-Fassade fängt langsam an zu bröckeln. Man erreicht zwar nicht das erschreckend belanglose Level von Iron Man 2 aber so richtig in Fahrt kommt der Film nicht. Diverse Subplots werden eingeführt welche Elemente für zukünftige Filme einführen sollen aber dafür Age of Ultron das Leben aussaugen. Der Comicleser nickt vielleicht zufriedenstellend aber der vorkenntnislose (in Bezug auf Comics) Zuschauer schüttelt nur verwirrt den Kopf. Auch wenn keiner der Marvel-Filme für seinen visuell ausgeprägten Stil bekannt ist, ein optischer Leckerbissen ist AoU wirklich nicht: der gleiche Farbton, keine hervorstechenden bzw. erinnerungswürdigen Szenen und eine zu hektische Kamera während der Actionszenen schmälern das Kinoerlebnis.

Fazit von Dennis

Am Ende war es wahrscheinlich einfach etwas zu viel; selbst für einen begabten Storyteller und Multitalent wie Whedon der zu seinen besten Zeiten 3 Serien (Buffy, Angel, Firefly) gleichzeigt als Showrunner betreute sowie hervorragende Scripts ablieferte. AoU ist kein schlechter Film. Jeder Charakter bekommt seinen Moment (laut wie leise) während der Zuschauer aufgrund der schieren Masse etwas im Regen stehen bleibt. Zeitweiße recht spaßig aber der Film verblasst leider in Belanglosigkeit und fader Action.

Weitere Informationen

Serien: