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> <channel><title>Kinofilme.com &#187; Reviews</title> <atom:link href="http://www.kinofilme.com/reviews/feed" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.kinofilme.com</link> <description>News und Reviews zu aktuellen Kinofilmen</description> <lastBuildDate>Fri, 18 May 2012 12:24:35 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator> <item><title>The Avengers</title><link>http://www.kinofilme.com/reviews/the-avengers</link> <comments>http://www.kinofilme.com/reviews/the-avengers#comments</comments> <pubDate>Wed, 02 May 2012 07:01:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Spenz</dc:creator> <category><![CDATA[Filme]]></category> <category><![CDATA[Reviews]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.kinofilme.com/?p=11236</guid> <description><![CDATA[Eigentlich bin ich ja garkein richtiger Fan der (meisten) Marvel-Superhelden. Zu quietschig bunt sind mir immer die Kostüme, zu überhöht die Storylines, zu naiv und zu kitschig das gesame Comic-Universum, so sehr ich mich auch sonst für die sequentielle Kunst, auch mit starken Männern mit besonderen Fähgikeiten, zu begeistern vermag. Aber natürlich habe ich mich [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich bin ich ja garkein richtiger Fan der (meisten) <strong>Marvel</strong>-Superhelden. Zu quietschig bunt sind mir immer die Kostüme, zu überhöht die Storylines, zu naiv und zu kitschig das gesame Comic-Universum, so sehr ich mich auch sonst für die sequentielle Kunst, auch mit starken Männern mit besonderen Fähgikeiten, zu begeistern vermag. Aber natürlich habe ich mich bisher auch immer gefreut auf einen neuen Genre-Auswurf als Film. Die ersten größeren Umsetzungen für die große Leinwand waren zudem auch durchaus beeindruckend bis grandios: <strong>Blade</strong> (1998), <strong>X-Men</strong> (2000) oder <strong>Spiderman</strong> (2002). Es folgten diverse Fortsetzungen, deren Qualitäten stark schwankten, aber es zeigte sich definitiv, dass mit einem visionären Regisseur, einem feinen Drehbuch und genug Dollarn an Budget der Superhelden-Stoff zumindest unterhaltsames Popcorn-Kino sein konnte, oftmals sogar mehr (die <strong>Fantastic Four</strong>-Auswürfe vergessen wir mal ganz schnell). Naja, und wenn ich ganz ehrlich bin, so habe ich mich besonders in frühen Kindheits- und Jugendtagen der Faszination von den bunten Helden auf buntem Papier ohnehin nie entziehen können (annodazumals schön übersetzt als <em>Die Rächer</em> übrigens)&#8230;</p><p>Seit 2008 produziert die Firma <strong>Marvel Studios</strong> zur Gänze ihre eigenen filmischen Umsetzungen der Comic-Superhelden-Stoffe. <strong>Iron Man</strong> und <strong>The Incredible Hulk</strong> machten den Anfang. Beide liefen überaus erfolgreich an den internationalen Kinokassen. 2010 und 2011 folgten <strong>Iron Man 2</strong>, <strong>Thor</strong> und <strong>Captain America: The First Avenger</strong>. Einen besonderen Clou gaben all diese Streifen nach dem Abspann in einer kurzen Szene preis: ein gewisser Nick Fury erschien um den jeweiligen Helden für die sogenannte &#8216;Avengers Initiative&#8217; zu rekrutieren. Spätestens jetzt horchte der geneigte Fan auf und wusste zugleich, dass hier eine Vorgeschichte zum ultimativen <strong>Marvel</strong>-Film mit dem Titel <strong>The Avengers</strong> gesponnen wurde.</p><p>2012 sollte es schließlich soweit sein und die weltweite Nerd-Gemeinschaft harrte ungeduldig auf die Premiere aus. Noch wichtiger für Kenner war allerdings die Information, dass niemand geringerer als <strong>Joss Whedon</strong> selbst die Regie hierfür übernehmen würde und zudem das Drehbuch mitverfasste. Vielleicht stellt jetzt jemand die nicht ganz unwesentliche Frage, wer denn dieser ominöse <strong>Joss Whedon</strong> sei? Ich erwähne an dieser Stelle &#8216;nur&#8217; die famos-grandiose Serie<strong> Firefly</strong>, derer ich <a
href="http://www.kinofilme.com/reviews/firefly-die-komplette-serie">an dieser Stelle</a> gehuldigt habe. Allein er war für mich der Hauptgrund, ganz großes Kino vor meiner Beschauung des ultimativen <strong>Marvel</strong>-Superhelden-Films zu erwarten&#8230;<br
/> <em><br
/> &#8221;There was an idea to bring together a group of remarkable people, so when we needed them, they could fight the battles that we never could&#8230;&#8221;</em></p><h3>Der Zorn eines Gottes</h3><p>Die Geheim-Organisation S.H.I.E.L.D., unter der Führung von Nick Fury (<strong>Samuel L. Jackson</strong>), ist im Besitz des sogenannten Tesseracts, einem mächtigen Artefakt aus einer anderen Dimension. Als sich seine Kräfte entfesseln, öffnet sich ein Portal, aus dem Loki (<strong>Tom Hiddleston</strong>) hervortritt. Der nordische Gott aus dem Exil will sich der Erde untertan machen und &#8216;rekrutiert&#8217; mit Hilfe von Gedankenkontrolle sogleich den Agenten Hawkeye (<strong>Jeremy Renner</strong>) und andere, um dann mit dem Tesseract in seinem Besitz zu fliehen.</p><p>Als Antwort auf den Angriff, setzt Nick Fury die &#8216;Avengers Initiative&#8217; in Kraft. Captain America (<strong>Chris Evans</strong>), Iron Man (<strong>Robert Downey Jr.</strong>) und Hulk (<strong>Mark Ruffalo</strong>) werden herbei gerufen, um als gemeinsames Team gegen den neuen Feind für die Menschheit zu kämpfen. Die Frau an der Seite der Superhelden ist Black Widow (<strong>Scarlett Johansson</strong>), die die wohl beste Agentin der Organisation S.H.I.E.L.D. ist. Thor (<strong>Chris Hemsworth</strong>) stößt ebenso hinzu, um seinen Bruder Loki nach Asgard zurück zu bringen.</p><p>Doch ein echtes Team will sich mit allen diesen übergroßen Egos kaum formen lassen, zudem verbirgt Nick Fury ein dunkles Geheimnis vor den Superhelden. Nur allzu leicht lässt sich Loki schließlich gefangen nehmen und schnell wird klar, dass dies alles ein Teil seines Plans war&#8230;</p><p><em>&#8221;Gentlemen, you&#8217;re up!&#8221;</em></p><h3>Superhelden und Superlativen</h3><p>Die Frage ist nicht, ob <strong>The Avengers</strong> ein guter Film ist, sondern nur, wie gut er tatsächlich ist. Oberflächlich betrachtet veortet man hier vielleicht einfachen, schnellen und action-geladenen Popcorn-Spaß mit geglücktem Humor. Auf der Ebene allein funktioniert er schon ganz prächtig, aber was diese mehr als gelungene Comic-Umsetzung wirklich ausmacht, ist eine brillante Figurenzeichnung, genau die richtige Dosis an Ironie und das Funktionieren praktisch sämtlicher Elemente in einem großen Ganzen.</p><p><strong>Joss Whedon</strong> hat es einfach wieder geschafft. Bereits in der Vergangenheit hat er mehrfach bewiesen, dass er mit größeren Charakter-Ensembles sehr gut umgehen kann (<strong>Buffy</strong>,<strong> Angel</strong> oder<strong> Firefly</strong>). In diesem Fall hat er sich als geradezu ideal für diesen <strong>Marvel-</strong>Stoff erwiesen. Allen voran gelingen ihm nämlich zwei Kunststücke: mit den teils brillanten Dialogen, deren Stellenwert mindestens so groß ist wie jener der Action-Szenen, erhalten alle Figuren genug an Raum und Screentime um sich zu entwickeln und nebeneinander zu bestehen. Gleichzeitig hat der Film die exakt richtige Portion an (gutem) Humor und Selbstironie, ohne dabei aber seine innere Glaubwürdigkeit zu verlieren. <strong>Joss</strong> nimmt die Helden und ihr Universum ernst, lässt sie aber auch gerne über sich selbst witzeln.</p><p>Auch wenn die Geschichte insgesamt doch einem gewissen, bekannten Schema folgt und es in nur wenigen Momenten zu Überraschungen kommt, so ist es vielmehr das Zwischenspiel, zwischen dem großarigen Cast und ihren überhöhten Ichs, das den Kern von <strong>The Avengers</strong> ausmacht. Typisch <strong>Joss</strong>, streut er auch immer wieder gerne etwas an Humanismus hinein, an Systemkritik und sein Faible für starke Frauenfiguren darf natürlich auch nicht vergessen werden. Neben dem zu erwartenden Highlight von <strong>Robert Downey Jr.</strong> als Iron Man, ist es auch <strong>Tom Hiddleston</strong> als Loki, der viel an Gewicht in seine Performance bringt, aber für mich ist es vor allem <strong>Mark Ruffalo</strong>, der den mit Abstand besten Hulk auf die Leinwand &#8216;smasht&#8217;. Sein unsicheres und kontrolliertes Spiel steht im wunderbaren Gegensatz zur entfesselten Gewalt des grünen Ungetüms, der als digitaler Spezialeffekt einfach nur cool aussieht und zudem einige der coolsten Szenen bekommt.</p><p>Formidabelst funktioniert aber auch die Action. Hier gibt es keine Wackelkameras, keine zu schnellen Schnitte. Die toll getricksten Effekte und die Stunts werden genau im richtigen Tempo in Szene gesetzt. Hier macht es endlich wieder einmal Spaß, die volle Dimension von explodierenden, prügelnden und schießenden Tableaus auf der Erde wie in der Luft (oder zwischendurch in überdimensionierten Sets) zu begutachten. Vor allem in HD und mit einem eher gelegentlich wirksam erkennbaren 3D sind diese echte Augenöffner.</p><p><em>&#8221;We&#8217;re not a team. We&#8217;re a time-bomb!</em>&#8221;</p><h3>Aber&#8230;</h3><p>Was könnte man denn nun an <strong>The Avengers</strong> bemäkeln? Nicht viel, oder auch garnichts. Der Soundtrack ist hörbar generisch, hat kaum Wiedererkennungswert (ach, wo sind bloß die wunderbaren Titel-Themen aus der Vergangenheit, die man auch gerne nachpfeifen kann, geblieben?). Hier und da krächzt die Dramaturgie etwas, wirkt das Drehbuch etwas bemüht. Der 3D-Zusatzeffekt spielt eigentlich fast keine Rolle, denn dieser wirkt in nur ganz wenigen Szenen annähernd relevant oder beeindruckend. Im Gegenzug stört er allerdings so gut wie garnicht. Vielleicht ist die eine oder andere Performance doch etwas blass zwischendurch und vielleicht ist die Haupthandlung doch etwas zu standartisiert.</p><p>Dies alles sind aber fast vergessenswerte negative Bekritelungen, die einem kaum oder garnicht auffallen mögen während des Beschauungs-Genusses.</p><p><em>&#8221;Hulk? Smash!&#8221;</em></p><div
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class="result9"></div></div><h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1><p>Für mich ist <strong>The Avengers</strong> definitiv und ganz klar die bisher beste Superhelden-Comic-Verfilmung, neben <strong>The Dark Knight</strong> (2008) oder dem Klassiker<strong> Superman</strong> (1978). Hier stimmt praktisch alles: die Dialoge, die Figurenzeichnung und die Action. Die etwas platte Story oder der wenig mitreißende Soundtrack lassen sich leicht verschmerzen.</p><p><strong>Joss Whedon</strong> gelingt mit seiner Regie und dem Drehbuch das Kunstück, genau die richtige Portion an Ironie, Humor und ausreichend Charakterentwicklung für jeden einzelnen Helden reinzupacken. Dabei wahrt der Film stets seine innere Glaubwürdigkeit und nimmt sich und sein fast schon ausuferndes Ensemble ernst. Genau so funktionieren die quietschbunte Truppe aus den quietschbunten Heften am besten.</p><p>Und so nebenbei bekommen wir auch einige wirklich gute, wirklich überzeugende Schauspieler-Leistungen von einem<strong> Robert Downey Jr.</strong> (mit den wohl besten Onelinern) als Iron Man, einem <strong>Tom Hiddleston</strong> als Superschurken Loki und ganz besonders einem genialen<strong> Mark Ruffalo</strong> spendiert, der den Hulk endlich überzeugend rüberkommen lässt.</p><p>Ich hoffe, wir bekommen in naher Zukunft erneut <strong>The Avengers</strong> in den Kinosälen zu sehen und zwar mit genau demselben Film- und Darsteller-Team. Dann könnte uns vielleicht ein sogar noch größeres und ultimativeres Superhelden-Fest der Sonderklasse erwarten&#8230;</p></div><div
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isPermaLink="false">http://www.kinofilme.com/?p=10932</guid> <description><![CDATA[Nun ist er ja doch endlich ins Kino gekommen. Iron Sky, der finnische Inide-Film, in dem die Nazis vom Mond die Welt erobern wollen, hat eine äußerst lange Vorproduktionszeit und auch die eigentlichen Dreharbeiten und das finale Rumschrauben an den Effekten nahmen mehrere Jahre in Anspruch. Bereits 2008 wurde er ohne genaues Erscheinungsdatum angekündigt und [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist er ja doch endlich ins Kino gekommen. <strong>Iron Sky</strong>, der finnische Inide-Film, in dem die Nazis vom Mond die Welt erobern wollen, hat eine äußerst lange Vorproduktionszeit und auch die eigentlichen Dreharbeiten und das finale Rumschrauben an den Effekten nahmen mehrere Jahre in Anspruch. Bereits 2008 wurde er ohne genaues Erscheinungsdatum angekündigt und erste Fanartikel konnten schon bestellt werden. Die Macher stützten sich dabei auch bewusst auf stetig wachsende Menge begeisterter Anhänger, die für das Projekt begeistert werden konnten und sich direkt am Budget beteiligten. Mit einer überaus gelungenen Werbekampagne im Vorfeld wurden schließlich sogar knappe 700.000 Euro durch Crowfunding über das Internet lukriert. Die restliche Finanzierung der insgesamt 7,5 Millionen Euro geschah über Förderungsfonds und Firmeninvestments. Für eine europäische Indie-Produktion ist dies eine durchaus stolze Summe, aber dennoch kein Vergleich zu selbst kleineren Genre-Vertretern aus Übersee. Die Dreharbeiten, die in Deutschland, den USA und Australien stattfanden, konnte man via Blog und Videos mitverfolgen. Mehrere, sehr gelungene und sehr atmosphärische Trailer, erregten immer wieder die Aufmerksamkeit der globalen Community und von Filminteressierten (wozu ich mich freilich auch zähle).</p><p>Am 11. Februar 2012 fand schließlich die Premiere von<strong> Iron Sky</strong> auf der<strong> Berlinale</strong> statt. Insgesamt fielen die ersten Kritiken tendenziös wohlwollend aus, auch wenn schnell klar wurde, dass es wohl kein Meisterwerk geworden sei. Seit dem 5. April kann er nun auch bei uns bewundert werden. Ich selbst begab mich kürzlich in meiner neuen Hamburger Heimat in ein nahes Lichtspielhaus um den ironischen SF-Trash mit etwas gesteigerter Erwartungshaltung zu begutachten.</p><p><em>&#8220;Wir kommen in Frieden.&#8221;</em></p><h3>Der Himmel ist voller Nazis!</h3><p>1945 gelang den Nazis das Unglaubliche: mit Flugscheiben erreichten sie die dunkle Seite des Mondes, wo sie ihre neue Basis errichteten. Zwar war der Krieg auf der Erde verloren, aber hier sollte eine neue, bessere Zivilisation entstehen, die auf den Idealen des Nationalsozialismus aufbaut. Für das Jahr 2018 planen sie ihre Rückkehr, bei der sie mit einer großangelegten Invasion mit Raumschiffen die Welt erobern wollen um das vierte Reich global erstehen zu lassen.</p><p>Nur wenige Monate vor diesem denkwürdigen Tag für die Menschheit, wird eine weitere Mission der NASA auf unseren grauen Trabanten geschickt. Dies geschieht jedoch allein aus propagandistischen Zwecken für die nächsten Präsidentschaftswahlen. Daher ist der Amerikaner auf dem Mond ein schwarzes Model mit dem Namen James Washington, der nicht schlecht staunt, als er die Abbauanlagen und Basen der Hakenkreuz-Typen inmitten der Kraterlandschaft vorfindet. Der Unglückliche wird von den Nazis festgenommen und verhört.</p><p>Der neue Führer des braunen Außenpostens ist Wolfgang Kortzfleisch, allerdings schmiedet sein designierter Nachfolger Klaus Adler schon fleißig Pläne für eine &#8216;schnelle&#8217; Amtsübernahme. Das junge, blonde Mädel Renate Richter sollte die zukünftige Mutter der arischen Rasse an Klaus&#8217; Seite sein. Ein Spähmission zur Erde in die Stadt New York wird geplant, ehe die eigentliche Invasion stattfinden soll, denn es gilt sich einer gewissen Komponente zu bemächtigen, die für die Aktivierung des ultimativen Vernichtungs-Raumschiffs mit Namen &#8216;Götterdämmerung&#8217; gebraucht wird&#8230;</p><p><em>&#8220;Wir kommen in Frieden.&#8221;</em></p><h3>Trash vs. Trash</h3><p>Die toll gemachten Trailer versprachen über die Jahre hinweg ein kleines Genre-Wunder, das mit viel Ironie, einer unverbrauchten Story-Idee und beeindruckenden Effekten aufwarten würde. Leider kann <strong>Iron Sky</strong> die hohen Erwartungshaltungen nicht gänzlich erfüllen. Schon früh wird klar, dass bei dieser Produktion weder am Regiestuhl, noch in der Schneidekammer oder beim Verfassen des Drehbuchs wirkliche Vollprofis am Werk waren, sondern vielmehr begeisterte Amateure, die in vielen Belangen zwar mit der gehobenen Film-Liga mithalten können, aber nur allzu oft einen unteren Standard bedienen. Ja, auch ich besitze eine große Sympathie für gut gemachten Trash, aber die Mär von den Space-Nazis ist etwas zu oft doch auch schlechter Trash.</p><p>Die Geschichte geht desöfteren arg holprig vonstatten. Phasenweise herrscht gar dezente Konfusion vor. Die Dialoge ergeben nicht immer wirklich Sinn. Es passieren auch schon mal fragwürdige Schnittfolgen. Der Rythmus geht mehrfach verloren im Verlauf des Films. Längen reihen sich an überhastete Sequenzen an. Manche Pointen gehen unter, bei manchen ist man sich nicht sicher, ob sie überhaupt als Pointe so gemeint waren. Gute Witze, schlechte Witze. Anderes wirkt bemüht oder nicht zu Ende gedacht. Verpatzte Action-Szenen gibt es ebenso wie eher übel getrickste Aufnahmen.</p><p>Alles in allem merkt man <strong>Iron Sky</strong> seine Schwächen oftmals nur allzu überdeutlich an.</p><p><em>&#8221;&#8230;und fegen alle diese Untermenschen von der Erdkarte.&#8221;</em></p><h3>Spaß bleibt Spaß</h3><p>Ein unterhaltsamer Kinoabend ist dieser finnische Indie-SF-Comedy-Mix aber allemal, denn hier wird auch vieles richtig gemacht. Die abstruse Prämisse des Films, nämlich der Invasion von Mond-Nazis mit UFOs, ist in jedem Fall orginell und schön trashig genug, um sich dafür gerne dafür zu begeistern. Zudem wird dank in weiten Teilen wirklich toller Spezialeffekte und einer soliden Ausstattung das Setting durchaus glaubhaft und visuell eindrucksvoll vermittelt. Vor allem die bombastischen Raumschlachten gehören daher auch zu den Highlights von <strong>Iron Sky</strong>.</p><p>Der schwarze, ironische Humor funktioniert über weite Strecken bestens. Coole Oneliner gibt es ebenso wie abstruse Situations-Komik. Außerdem wird dabei auch nicht mit deftiger Kritik an der heutigen politischen Kultur gespart. Die bösen Nazis wirken neben klischeebeladenen Amerikanern oftmals garnicht mehr so böse. Letztlich bekommen alle Nationen ihr Fett weg.</p><p>Die schauspielerischen Leistungen sind angesichts der Drehbuch-Schwächen solide bis recht ordentlich. <strong>Udo Kier</strong> als Mond-Führer ist etwas steif und bekommt nicht viele Möglichkeiten wirklich zu glänzen. Die beiden Hauptdarsteller <strong>Götz Otto</strong> als Übermensch Adler und die blonde Unschuld <strong>Julia Dietze</strong> als Renate sind durchaus lustvoll und beherzt bei der Sache. <strong>Christopher Kirby</strong> als schwarzes Model Washington wirkt phasenweise etwas deplatziert in seiner Performance. Ansonsten kann von den Nebendarstellern nur noch der Sarah Palin-Klon überzeugen. <strong>Stephanie Paul</strong> ist ihrer schrillen Überzogenheit ein kleines Highlight für sich.</p><p>Filmkenner erfreuen sich zudem über viele Anspielungen und Insider-Gags (ich verweise nur auf <strong>Stanley Kubricks Dr. Seltsam und wie ich lernte die Bombe zu lieben</strong>). Fast am besten gefallen haben mir aber die wirklich orginellen und gut gemachten Sequenzen, die so in der filmischen Standard-Blockbuster-Kost wohl kaum vorkommen dürften. Besonders die Schlusspointe und ein gewisses Gebaren im Raum der Vereinten Nationen samt Zeitlupen-Aufnahmen zuvor gehören für mich zu den besonderen Momenten von <strong>Iron Sky</strong>. Hier zeigt sich das wahre Potential dieses Streifens. Davon hätte ich wirklich gerne mehr gesehen, ebenso von der nur im Ansatz vorhandenen amtosphärischen Dichte, die in den Trailern zuvor viel versprochen hätte.</p><p>Achja: der Soundtrack von der slowenischen Avantgarde/Post-Industrial-Musikgruppe<strong> Laibach</strong> ist wirklich, wirklich toll anzuhören&#8230;</p><p><em>&#8221;Die Welt ist krank und wir sind die Heilung.&#8221;</em></p><div
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class="result7"></div></div><h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1><p><strong>Iron Sky</strong> darf in jedem Fall empfohlen werden, auch wenn eine gewisse Enttäuschung bleibt. Das Potential für eine wirklich großartige, äußerst witzige, gut getrickstes und orginelle SF-Indie-Perle war jedenfalls da, zeigt sich phasenweise auch, kann sich aber aufgrund eines gewissen Maßes an filmischer Unprofessionalität nicht gänzlich entfalten. Zu oft wirkt der Film wie das Projekt von begeisterten Amateuren mit Inszenierungs-Problemen und Drehbuch-Patzern, als von echten Könnern des Mediums, die einen stimmigen Rythmus über eine voll Spiellänge aufrecht erhalten können und wissen, wie das Timing bei Action-Szenen funktioniert oder geschliffene Dialoge pointiert vorgetragen werden.</p><p>Soviel an schlechtem Trash in<strong> Iron Sky</strong> auch sein mag, spaßiger Trash ist in jedem Fall auch reichlich vorhanden. Hier ist ein Film, der das Herz am rechten Fleck hat und daher alle Sympathien verdient, die man der meisten Standard-Blockbuster-Hollywood-Kost gänzlich absprechen muss. Objektiv betrachtet müsste ich ihn zwar ein wenig schlechter bewerten, aber die offensichtliche Begeisterung der Macher und das viele Gelungene gehören einfach belohnt, daher meine etwas &#8216;überwertige&#8217; Wertung&#8230;</p></div><p>PS: eines der Frühwerke der finnischen Macher, mit Namen <a
href="http://www.starwreck.com/">Star Wreck: In the Pirkinning</a>, sei noch empfohlen. Wer einen formidabelst getricksten (schauspielerisch und ausstattungsmäßig aber eher üblen) SF-Trash mit dem Clash der Universen von <strong>Babylon 5</strong> und <strong>Star Trek</strong> sehen will, ist da genau richtig&#8230;<div
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Ein Blick auf Cast und Crew offenbarte mir dann noch mehr: Ich selbst hatte <strong>Winter&#8217;s Bone</strong> noch nicht gesehen, hörte jedoch schon viel von <strong>Jennifer Lawrence</strong>. Die Nebenrollen sah ich mit <strong>Stanley Tucci</strong>, <strong>Donald Sutherland</strong> und <strong>Woody Harrelson</strong> ebenfalls hochkarätig besetzt. <strong>Gary Ross</strong> sagte mir zuerst nichts, als ich jedoch sah, dass er für die souveräne Romanverfilmung <strong>Seabiscuit</strong> und den träumerisch einfallsreichen <strong>Pleasantville</strong> auf dem Regiestuhl Platz genommen hatte, stellte ich fest, dass <strong>Die Tribute von Panem</strong> für mich ein Kino-Pflichttermin ist. Kaum wieder daheim, stellte ich fest, dazu etwas schreiben zu müssen und nach der fairen Nacht des Überschlafens lasse ich das Werk nun Revue passieren.</p><p><em>&#8220;Happy Hunger Games!&#8221;</em></p><h3>Gefühle im kalten Panem</h3><p>Einmal im Jahr finden im dystopischen Staat Panem die Hungerspiele statt. Dort kämpfen zwölf Jungen und zwölf Mädchen in einer riesigen Arena ums Überleben, denn nur einer darf als Gewinner übrig bleiben. Die Spiele dienen der Einschüchterung des Volkes, denn nachdem eine Naturkatastrophe das Land ausgesaugt hat, muss die diktatorische Führung die Ordnung aufrechterhalten. In Form eines Medienevents wird die Veranstaltung vom Spielmacher (<strong>Wes Bentley</strong>) organisiert und von einem Showmaster (<strong>Stanley Tucci</strong>) moderiert. Jeder der zwölf Distrikte Panems muss zwei Tribute entsenden, je einen männlichen und einen weiblichen, welche ihn während der Spiele vertreten. Per Zufallsprinzip werden die Teilnehmer im letzten Distrikt gewählt und als der Name ihrer kleinen Schwester ertönt, meldet sich die toughe Katniss Everdeen (<strong>Jennifer Lawrence</strong>) freiwillig, um an ihrer Stelle anzutreten. Gemeinsam mit dem männlichen Vertreter Peeta (<strong>Josh Hutcherson</strong>) reist sie ins Kapitol. Sie hat drei Tage Zeit sich vorzubereiten und ein Auge auf die Tribute der anderen Distrikte zu werfen. Außerdem muss Katniss mittels auffälligem und sympathischem Auftreten Sponsoren für sich gewinnen, die ihr in der Arena Gegenstände zukommen lassen. Am Abend vor den Spielen erzählt Peeta dem Showmaster vor laufender Kamera von der tragischen Position, in der er sich befindet. Er hegt nämlich tiefere Gefühle für Katniss&#8230;</p><p><em>&#8220;And may the odds be ever in your favor.&#8221;</em></p><h3>Fehlende Emotionen aufgrund fehlender Tiefe</h3><p>Aber man darf nicht hoffen, dass es sich hierbei um einen Entertainment-Schachzug Peetas handelt. Denn obwohl es in den Büchern als solcher dargestellt wird, ist es in der Verfilmung nämlich nicht als solcher erkennbar, sondern wirkt tatsächlich mehr als das öffentliche Kundtun seiner Gefühle. Von dort an ging es dann auch abwärts. Der Einstieg überzeugt zwar nicht vollständig, baut aber wenigsten eine hinnehmbare Spannung auf, welche von der zweiten Hälfte des Films jedoch nicht im Entferntesten genutzt wird.</p><p>Bereits 1999 schrieb der japanische Autor <strong>Kōshun Takami</strong> den Roman <strong>Battle Royale</strong>. Hier wird zur Einschüchterung der Bevölkerung einmal pro Woche eine Schulklasse ausgewählt, die auf einer einsamen Insel unter ständiger Beobachtung bis zum Tod kämpfen muss. Parallelen zum aktuell erschienenen Blockbuster sind offensichtlich. Der Clou <strong>Takamis</strong>, eine Schulklasse – von vorn herein bestehend aus verfeindeten Cliquen und Sandkastenfreundschaften – gegeneinander antreten zu lassen, erzeugt eine Spannung, die <strong>The Hunger Games</strong> fehlt. Die Beziehungen der Figuren zueinander und die Gründe für ihr Handeln lassen sich nur schwer deuten und bleiben teilweise auch bis zum Ende des Films völlig im Unklaren. Gefühle und Verständnis kommen wie aus dem Nichts von der Leinwand gesprungen, ohne gründlich aufgebaut zu werden. Gerade bei einer Laufzeit von 142 Minuten erhofft man sich genauere Skizzierungen der Charaktere. Peeta ist eine überaus platte Figur, die von <strong>Josh Hutcherson</strong> außer einem Hundeblick nichts entgegen gebracht bekommt. Auch über Katniss erfährt man nach der ersten Hälfte des Films nichts mehr. Obwohl <strong>Suzanne Collins</strong> Hauptfigur allgemein als einer der prägendsten Charaktere moderner Jugendliteratur bezeichnet wird, kann sie einem nach dem Kinobesuch nicht lange im Gedächtnis bleiben. <strong>Jennifer Lawrence</strong> glänzt nicht, wird vom Drehbuch aber auch nicht gefordert. Gerade wenn Buchautorin und Regisseur gemeinsam am Skript arbeiten, kann man mehr erwarten. Die Erzählung strotzt geradezu vor Einfallslosigkeiten und Enttäuschungen.</p><p>Katniss Everdeen bleibt anfänglich interessant, da sie Probleme mit dem sicheren Auftreten gegenüber der Öffentlichkeit ebenso zeigt, wie Verachtung im Bezug auf die Dekadenz der panemschen Bourgeoisie. Sie ist sympathisch und man hat große Hoffnungen, mehr über diese Katniss zu erfahren und genauer herauszufinden, was sie antreibt. Leider führen diese Hoffnungen in eine bittere Sackgasse. Sobald sie sich in der Arena befindet, ist es vorbei mit Tiefgang. Ab und zu wird geweint und hin und wieder voller Hass geschrien, aber phrasenhafte Emotionen geben Handlungen nur oberflächlich einen Sinn. Katniss geriet bei mir nach der ersten Stunde fast völlig aus der emotionalen Halterung.</p><p>Wenn die Handlung stagniert, wirft das Skript scheinbar willkürlich menschenfressende Hunde in die Arena oder ändert das Regelwerk der Hungerspiele. Natürlich symbolisiert diese Willkür die Grausamkeit einer solch menschenverachtenden Medienveranstaltung. Die hohe Kunst wäre es jedoch gewesen, nicht die Glaubwürdigkeit des Films darunter leiden zu lassen. Stattdessen gerät die eigentliche Medienkritik verloren. Es geht nicht im Entferntesten um den Rahmen des Events oder um menschliche Konflikte außerhalb der Arena. Einmal wird eine Ausschreitung aufgrund der Hungerspiele in Distrikt 11 angerissen. Zu der Inszenierung dessen sagt man aber lieber gar nichts. Der Auslöser dieser Ausschreitung wurde mir zuvor als unglaublich emotional geschildert und er solle „wahre menschliche Gefühle zeigen“. Was ich dann erlebte war jedoch der Verlust einer Figur, die ich kaum kannte und die außer einer niedlichen Präsenz nichts zum Trauern übrig ließ. <strong>Gary Ross</strong> nahm sich mehr Zeit, die Trauer um die Figur zu zeigen, als sie einzuführen. Er beginnt, Knöpfe zu drücken, die beim Zuschauer etwas bewirken sollen. Der Knopf für Trauer vereint eine vor lauter Gefühl schreiende Katniss mit dem leblosen Körper eines Kindes und tragischer Musik. Die Tatsache, dass einem der Bezug zum Verstorbenen fehlt, macht das Drücken jedoch nutzlos. Wer Emotionen auf Knopfdruck erzeugt haben will, lässt sich lieber von den drei Hauptfiguren in <strong>Warrior</strong> mitreißen.</p><p><em>&#8220;Tuck in your tail, little duck&#8221;</em></p><h3>Aufwertung</h3><p>Was man dem Film jedoch lassen muss, ist der gelungene Spannungsaufbau in der ersten Hälfte und die stimmungsvolle Musik. An vielen Stellen gibt letztere dem Film die nötige Ruhe und Besonnenheit. Außerdem liefern die Nebendarsteller gute Leistungen ab. <strong>Stanley Tucci</strong> und <strong>Elizabeth Banks</strong> sind herrlich abgedreht und würzen hin und wieder die erste Stunde von <strong>The Hunger Games</strong>. Ebenso <strong>Woody Harrelson</strong>, welcher als Mentor der beiden Vertreter des zwölften Distrikts, absolut überzeugt. Er spielt einen Säufer, der die Spiele bereits einmal überlebte und stellt sich im späteren Verlauf als gerissener Außenstehender dar. Lobenswert sind ebenfalls Kostüm und Maske. Die exzentrisch geschminkte Oberklasse Panems verleiht dem diktatorischen System die nötige Skurrilität, um den Vorgang einer kritischen Stellungnahme gegenüber aktuellen TV-Shows zu begünstigen. Wie bereits gesagt, versickert dieser Vorgang jedoch im Laufe der Handlung, wodurch der metaironische Sinn verloren geht und die Ausstattung lediglich als optischer Zusatz fungiert. Die Effekte sind im Bezug auf aktuelle Standards nicht nennenswert.</p><p><em>&#8220;My mother said, &#8216;It looks like District 12 may finally have a winner.&#8217; But she wasn&#8217;t talking about me. She was talking about you.&#8221;</em></p><h3>Das Schlimmste</h3><p>Was <strong>The Hunger Games</strong> in meinen Augen tragischerweise reflektiert ist die Zukunft des Hollywoodkinos. Diese besteht nämlich nicht in 3D, sondern in dem, was mir das Bitterste am ganzen Film war: Hektik. Es ist unvorstellbar, wie stark jenes reduziert wird, was der Zuschauer tatsächlich erkennen muss. Gerade in Actionsequenzen wird geschwenkt, gewackelt und geschnitten, was das Zeug hält. Man erkennt eine Minute lang nichts, glaubt danach jedoch, eventuell ein Messer, Katniss und einen Rivalen erkannt zu haben. Die Rechtfertigung, dadurch mitten im Geschehen zu sein, ist inakzeptabel. Wenn so das Geschehen aussehen würde, hätte keines der 24 Tribute überlebt. Das trotz eines fast 80 Millionen Dollar-Budgets so viel kaschiert werden muss, ist tragisch. Die Zukunft des Kinos soll also in pompösen Ausstattungen und schwacher Inszenierung liegen? Kameramann <strong>Tom Stern</strong> gehört dafür weggesperrt. Schließlich hat er auch in völlig unpassenden Momenten für Hektik gesorgt. So wird wild in der Gegend herum geschwenkt, wenn jemand etwas aus seiner Tasche holt und auf den Tisch legt.</p><p>Ich war nie empfindlich in Sachen Handkamera-Hektik. Selbst in <strong>Der Herr der Ringe</strong> wurde kräftig gewackelt, wenn es zu Kämpfen kam. Aber vielleicht liegt die Wurzel der Tatsache, nichts erkennen zu können, darin, nichts erkennen zu dürfen. Schließlich sind es Kinder und Jugendliche, die sich gegenseitig an die Kehle gehen, mit Messern aufeinander einstechen und sich einander das Genick brechen. Wenn man sich jedoch einem solchen Projekt widmet, muss man auch damit umgehen können, die Leute zu schocken. Diese Geschichte ist mit einer FSK 12 wirklich wohlwollend behandelt worden, kann diese Verantwortung jedoch nicht tragen. Zugunsten höherer Zuschauerzahlen wird gewackelt statt gezeigt. Darin scheint die Zukunft zu liegen.</p><p><em>&#8220;I volunteer as a tribute!&#8221;</em></p><div
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class="result4"></div></div><h1>Fazit <span>von Moviemax</span></h1><p> Das, was er in den Actionszenen überstürzt, macht er im Erzählerischen zu langsam. Trotz der langen Laufzeit offenbaren die Figuren dem Zuschauer zu wenig. Spannung und Realitätskontext gehen nach der guten ersten Hälfte schnell verloren, da die Handlungen und Reaktionen nicht nachvollziehbar bleiben. Stattdessen wirken überzogene Feindbilder in Form einer jugendlichen Terrorclique eher unfreiwillig komisch, obwohl man sagen muss, dass The Hunger Games seinen ernsten Grundcharakter ausreichend aufrecht erhält. Die Nebenrollen sind super besetzt, verhindern jedoch nicht, dass fehlende Bindungen der Figuren an den Zuschauer zu fehlender Emotionalität führen. Außerdem ist das Handkameragewackel nahezu unerträglich. Letztendlich schafft es <strong>Die Tribute von Panem – The Hunger Games</strong> nicht im Geringsten, mir Katniss, geschweige denn Panem, näher zu bringen. Scheitern tut der Film am stärksten jedoch an seiner Einfallslosigkeit.</p></div><div
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isPermaLink="false">http://www.kinofilme.com/?p=10350</guid> <description><![CDATA[Eine kreative Familie, diese McDonaghs. Vor wenigen Jahren brachte Martin McDonagh den Überraschungshit In Brügge sehen&#8230; und sterben? in die Kinos, eine düstere Krimikomödie mit Colin Farrell und Brendan Gleeson in den Hauptrollen, die von den Kritikern durch die Bank weg gefeiert wurde. Jetzt ist sein Bruder John Michael an der Reihe, der 2011 mit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Eine kreative Familie, diese <strong>McDonaghs</strong>. Vor wenigen Jahren brachte <strong>Martin McDonagh</strong> den Überraschungshit <strong>In Brügge sehen&#8230; und sterben?</strong> in die Kinos, eine düstere Krimikomödie mit <strong>Colin Farrell</strong> und <strong>Brendan Gleeson</strong> in den Hauptrollen, die von den Kritikern durch die Bank weg gefeiert wurde. Jetzt ist sein Bruder <strong>John Michael</strong> an der Reihe, der 2011 mit <strong>The Guard – Ein Ire sieht schwarz</strong> ebenfalls einen Thriller mit schwarzem Humor drehte, der von manchen Liebhabern des Genres auf eine Stufe mit dem Werk seines Bruders gestellt wird.</p><p>Er verpflichtete für den Film sogar den gleichen Schauspieler wie sein Bruder für die Hauptrolle – den irischen Charakterdarsteller <strong>Brendan Gleeson</strong>. Und an seiner Seite ist wie bei <strong>In Brügge sehen&#8230; und starben?</strong> ein US-Star zu sehen – der für den Oscar nominierte <strong>Don Cheadle</strong>, bekannt aus <strong>L.A. Crash</strong> oder <strong>Hotel Ruanda</strong>.</p><p><em>„Like a donkey fucking a hippopotamus, it&#8217;s party time.“</em></p><h3>Gerry Boyles Ruhe wird gestört</h3><p>Hier enden jedoch die Parallelen zwischen den beiden Arbeiten – zumindest fürs Erste. <strong>The Guard</strong> wirft den Fokus auf den eigenwilligen Kleinstadt-Cop Gerry Boyle (<strong>Gleeson</strong>) und dessen (gezwungene) Zusammenarbeit mit dem engstirnigen FBI-Agent Wendell Everett (<strong>Cheadle</strong>), der in einem beschauliches Dorf an der irischen Westküste aufmarschiert, um einen Drogenring zu zerschlagen. Angeblich geht es dabei immerhin um Kokain im Wert von einer 500 Millionen US-Dollar.</p><p>Das kommt Boyle aber alles andere als gelegen. Der Sergeant mit dem eigenartigen Sinn für Humor hat andere Sorgen – seinen Hang zu attraktiven Prostituierten, mit denen er sich gerne verschiedenen Rollenspielen hingibt, und seine im Sterben liegende Mutter, für die er alles tut und die er über alles liebt. Die Ruhe droht schon zu zerbröckeln, als in einer Ferienwohnung ein unbekannter und geheimnisvoller Toter gefunden wird. Doch als dann auch noch FBI-Mann Everett auftaucht und das gesamte Revier in Aufruhr versetzt, ist es um Boyles geregelte Tagesabläufe endgültig geschehen.</p><p>Doch dann erkennt Boyle den Toten aus dem Ferienhaus wieder – ausgerechnet auf einem Fahndungsbild, dass von Everett herumgezeigt wird. So entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel bei dem weder der irische Bulle, noch der amerikanische Agent irgendjemandem trauen können – außer sich selbst.</p><p><em>„Oh, fuck you, Sergeant!“</em></p><h3>Eine Portion schwarzer Humor</h3><p><strong>The Guard</strong> ist ein Film mit einem speziellen Humor, mit dunklen Witzen und harten Sprüchen. Das ist definitiv nicht Jedermanns Sache, doch Fans und Freunde des Genres werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Denn <strong>John Michael McDonagh</strong>, der nicht nur Regie führte sondern auch das Drehbuch verfasste, trifft mit seinen Dialogen und der Inszenierung seiner Darsteller sowie der Szenerie den Nagel auf den Kopf. Allen voran die Interaktionen zwischen Boyle und Everett, aber auch das Zusammenspiel des Gangster-Trios (<strong>Liam Cunningham</strong>, <strong>Mark Strong</strong> und <strong>David Wilmot</strong>) sind grandios und sorgen für viele Lacher.</p><p>Selbst die Nebendarsteller sind nahtlos integriert – ob nun der neunmalkluge Junge Eugene (<strong>Michael Óg Lane</strong>), die Prostituierte Aoife O’Carroll (<strong>Dominique McElligott</strong>) oder Boyles todkranke Mum Eileen (<strong>Fionnula Flanagan</strong>), die neben den beiden Hauptdarstellern vielleicht sogar am meisten hervorsticht – denn in den Szenen mit <strong>Gleeson</strong> stimmt die Chemie und es entsteht eine tragisch-schöne Grundstimmung.</p><p><em>„I&#8217;m Irish. Racism is part of my culture.“</em></p><h3>Gleeson und Cheadle &#8211; das passt!</h3><p>Der Film steht und fällt natürlich mit der Darbietung von <strong>Brendan Gleeson</strong>. Der wurde für die Rolle absolut zu Recht für einen Golden Globe nominiert, denn er haucht seinem Charakter nicht nur Leben ein, sondern spielt ihn auch absolut glaubhaft und überzeugend. Seine Besetzung ist wohl der Höhepunkt des Films, <strong>Gleeson</strong> wird seinem Part mehr als gerecht und liefert eine der besten Leistungen seiner langen und erfolgreichen Karriere ab. Die Rolle des Gerry Boyle ist ihm wahrhaftig wie auf den Leib geschnitten.</p><p>Auch der zweite Hauptdarsteller <strong>Don Cheadle</strong> weiß als FBI-Agent Wendell Everett zu jedem Zeitpunkt zu überzeugen. Er spielt das genaue Gegenteil von Boyle. Ein ernster, engstirniger, auf seine Arbeit konzentrierter Bundesagent, der völlig verbissen an die Aufklärung des Falles herangeht und sich von nichts davon abbringen lassen will.</p><p>Hinzu kommt ein toller Soundtrack, für den sich <strong>Calexico</strong> (<strong>Collateral</strong>, <strong>I’m Not There</strong>) verantwortlich zeigt, sowie eine starke Kameraarbeit von <strong>Larry Smith</strong> (<strong>Eyes Wide Shut</strong>). Wie bereits beschrieben ist das Drehbuch von <strong>McDonagh</strong> stimmig und nimmt sogar noch einige Klischees aus Gangster-Filmen gehörig auf die Schippe. An seiner Regiearbeit ist ebenfalls nichts auszusetzen.</p><p><em>„You know, I can&#8217;t tell if you&#8217;re really motherfuckin&#8217; dumb, or really motherfuckin&#8217; smart.“</em></p><div
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class="result8"></div></div><h1>Fazit <span>von Wolfgang</span></h1><p><strong>The Guard</strong> ist ein Film, den man entweder mag oder nicht leiden kann. Das ist dem heftigen, schwarzen Humor geschuldet. Ist man ein Fan davon, so wird man das Werk von <strong>John Michael McDonagh</strong> zweifelsfrei lieben, wenn nicht, dann wird man <strong>The Guard</strong> wohl schon vor dem Abspann aus dem DVD-Player schmeißen. Nichts desto trotz ist dem Regisseur und Autor hier ein starker und stimmiger Film mit einem tollen Skript und starken Darstellern gelungen.</p></div><h3>Viele Extras, sowohl auf Blu-ray als auch auf DVD</h3><p>Beim Bonusmaterial haben sowohl Blu-ray als auch DVD <em>(beide ab dem 23.03.2012 im Handel)</em> einiges zu bieten. So gibt es den Kurzfilm <strong>The Second Death</strong>, ein Making Of, Deleted &#038; Extended Scenes, Outtakes, eine Begind the Scenes-Dokumentation, Interviews, Audiokommentare, den Originaltrailer und eine umfangreiche Trailershow zu sehen.</p><p>Die Tonspuren liegen sowohl in Deutsch als auch in Englisch vor, bei der DVD in Dolby Digital 5.1 und bei der Blu-ray in DTS-HD Master Audio. Das einzige Manko bei der Ausstattung sind die fehlenden Untertitel, denn die gibt es nur auf Deutsch. Da der Film vor allem in seiner Originalfassung besonders zur Geltung kommt, ist es ärgerlich, dass man den geringen Platzaufwand auf der Disk für einen englischsprachigen Untertitel nicht genutzt hat.<div
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isPermaLink="false">http://www.kinofilme.com/?p=10227</guid> <description><![CDATA[Es gibt Buchverfilmungen, wie zum Beispiel der Herr der Ringe, die Millenium-Trilogie, Trainspotting oder Die Verurteilten von Stephen King, die von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert werden und einen hohen filmischen Anspruch besitzen. Doch leider ist das nicht die Regel, vielmehr scheitern viele Adaptionen an den hohen Maßstäben ihrer Vorlage – aus manchen wird immerhin [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Buchverfilmungen, wie zum Beispiel der <strong>Herr der Ringe</strong>, die <strong>Millenium-Trilogie</strong>, <strong>Trainspotting</strong> oder <strong>Die Verurteilten</strong> von <strong>Stephen King</strong>, die von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert werden und einen hohen filmischen Anspruch besitzen. Doch leider ist das nicht die Regel, vielmehr scheitern viele Adaptionen an den hohen Maßstäben ihrer Vorlage – aus manchen wird immerhin noch ein ansehnlicher Film, doch manche gehen durchweg kläglich unter.</p><p>Das Erstlingswerk von Pulitzer-Preisträger <strong>Michael Chabon</strong> (der unter anderem auch die Romanvorlage zum gelobten US-Drama <strong>Wonder Boys</strong> mit <strong>Michael Douglas</strong>, <strong>Robert Downey Jr.</strong> und <strong>Katie Holmes</strong> verfasste), <strong>Die Geheimnisse von Pittsburgh</strong> aus dem Jahr 1988, wurde nach seiner Veröffentlichung sofort zum Bestseller in den USA und erhielt durch die Bank weg gute Kritiken.</p><p>Da ist es eigentlich verwunderlich, dass Hollywood immerhin 20 Jahre brauchte, um den Roman letztlich zu verfilmen. Dies geschah 2008 unter dem deutschen Titel <strong>Ein verhängnisvoller Sommer</strong> unter der Anleitung von Regisseur <strong>Rawson Marshall Thurber</strong>, der zuvor hauptsächlich mit der Komödie <strong>Voll auf die Nüsse</strong> auf sich aufmerksam machte. In den Hauptrollen konnte er neben <strong>Jon Foster</strong> (<strong>Terminator 3 – Rebellion der Maschinen</strong>) immerhin namhafte Schauspieler wie <strong>Peter Sarsgaard</strong> (<strong>Jarhead</strong>, <strong>Boys Don’t Cry</strong>) und <strong>Sienna Miller</strong> (<strong>Der Sternwanderer</strong>) verpflichten. Zwei wichtige Nebenrollen sind mit dem dreimal für den Oscar nominierten <strong>Nick Nolte</strong> (<strong>Kap der Angst</strong>, <strong>Der Herr der Gezeiten</strong>) und <strong>Mena Suvari</strong> (<strong>American Beauty</strong>) nicht minder bekannt besetzt.</p><p>Eine gute Vorlage, ein starkes Cast. Eigentlich sind die Voraussetzungen für einen interessanten und hochwertigen Film damit gegeben. Eigentlich.</p><h3>Sommer in Pittsburgh: Segen oder Flucht?</h3><p>Doch worum geht es in <strong>Ein verhängnisvoller Sommer</strong> überhaupt? Im Pittsburgh der 1980er-Jahre steht der College-Absolvent Art Bechstein (<strong>Foster</strong>) vor dem <em>„letzten Sommer meines Lebens“</em>, denn danach muss er sich als Börsenmakler in der Welt der Finanzhaie durchsetzen. Doch auf einer Party lernt er die hübsche und auf ihn sexuell anziehend wirkende Jane Bellwether (<strong>Miller</strong>) kennen. Das Problem: sie ist mit dem Draufgänger Cleveland Arning (<strong>Sarsgaard</strong>) liiert.</p><p>So entwickelt sich zunächst eine Freundschaft zwischen den Dreien, die aber letztlich in viele sexuellen und gefühlsmäßigen Irrungen und Wirrungen endet. Dabei spielen dann auch noch Arts Ex-Freundin/Affäre/Chefin Phlox Lombardi (<strong>Suvari</strong>) und sein Vater, der Pittsburgher Mafia-Pate Joe Bechstein (<strong>Nolte</strong>), eine gewichtige Rolle.</p><h3>Das Drehuch – ein Flop</h3><p>Im Grunde handelt es sich hierbei um eine interessante, aber auch weitläufige Geschichte. Und genau hier liegt der erste und zugleich entscheidende Fehler des Films: das Drehbuch. Verfasst vom Regisseur selber, lässt das Skript nämlich schwer zu wünschen übrig und wird der Romanvorlage in keinster Weise gerecht.</p><p>Wichtige Handlungsstränge werden zu schnell abgehandelt, weniger Wichtige ziehen sich wie Kaugummi durch den gesamten Film. Die Handlung wirkt sehr oberflächlich, gewisse Prozesse, die zum Verständnis der Handlung beitragen würden, werden entweder gänzlich übergangen oder in kürzester Zeit abgehandelt.</p><p>Außerdem versucht der Film, mit Hilfe seiner Prämisse, eine gewisse Tiefe zu erreichen. Doch leider geschieht auch das weitestgehend Oberflächlich, so dass das Werk mehr oder weniger vor sich hin plätschert und ein krampfhafter Versuch entsteht, der Geschichte eine Moral zu verleihen.</p><h3>Nur Nolte und Sarsgaard stechen hervor</h3><p>Des Weiteren waren einige Schauspieler während der Dreharbeiten offensichtlich nicht auf der Höhe ihres Schaffens. So verfällt <strong>Mena Suvari</strong> in ein klassisches „Overacting“ und übertreibt in ihrer ohnehin schon ausgeflippten Rolle völlig. Die Hauptrolle des Art Bechstein wird von <strong>Jon Foster</strong> zwar solide, aber keineswegs erinnerungswürdig gespielt. Gleiches gilt für <strong>Sienna Miller</strong>, deren Part aber am deutlichsten unter dem schwachen Drehbuch zu leiden scheint. Die Lichtblicke von <strong>Ein verhängnisvoller Sommer</strong> sind <strong>Peter Sarsgaard</strong> und Altmeister <strong>Nick Nolte</strong>. Beide machen einen guten Job und können in einigen wenigen Szenen sogar brillieren.</p><p>Die Regie von <strong>Thurber</strong> wird dabei wohl für die nicht überzeugenden Schauspielleistungen mitverantwortlich sein. Der US-Amerikaner zeigt zwar gute Ansätze in seiner Arbeit, aber auch er scheint mit seinem eigenen Skript überfordert zu sein. Zu Loben ist jedoch sein Auge (und das seiner Kollegen an den Kameras) für beeindruckende Bilder und schön gefilmte Szenen. Denn hier liegt ein deutlicher Pluspunkt des Films, was übrigens auch für die Filmmusik gilt.</p><div
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class="result4"></div></div><h1>Fazit <span>von Wolfgang</span></h1><p> <strong>Ein verhängnisvoller Sommer</strong> ist, so hart es auch klingen mag, ein Film zum vergessen. Aus einen interessanten Story wird von dem Regisseur und Drehbuchschreiber <strong>Rawson Marshall Thurber</strong> ein uninteressanter Film gemacht, der nur mit wenigen Lichtblicken punkten kann. Dazu gehören der wiedererstarkte <strong>Nick Nolte</strong>, <strong>Peter Sarsgaard</strong>, die Kameraführung, die Fotographie sowie die Musik. Die anderen Aspekte, wie ein Großteil der Besetzung und das Drehbuch, sind hingegen maximal durchschnittlich. Es ist also ein Film entstanden, den man durchaus sehen kann, keineswegs sehen muss und an den man sich nach dem Sehen höchstwahrscheinlich nicht erinnern wird. So verwundert es nicht, dass <strong>Ein verhängnisvoller Sommer</strong> immerhin vier Jahre brauchte, um in Deutschland auf DVD (Erscheinungsdatum war der 24.02.2012) veröffentlicht zu werden.</p></div><h3>Ein kurzes Wort zum Bonusmaterial&#8230;</h3><p>Während die DVD-Edition durchweg mit einem gutes Bild und ansprechendem Ton (abgesehen von der deutschen Synchronfassung, die sich nicht ganz stimmig anhört, technisch jedoch gut gelöst wurde) punkten kann, kommt das Bonusmaterial aber sowohl bei DVD als auch bei der Blu-Ray deutlich zu kurz. So gibt es lediglich eine Trailer-Show sowie den Originaltrailer zum Film selber zu bestaunen. In heutiger Zeit ist das etwas wenig.</p><p>Eine weitere Unart, die aber zurzeit von vielen Vertrieben begangen wird und scheinbar immer Salonfähiger wird, ist die Auswahl der Untertitel. Gab es früher noch zumindest zu jeder Tonspur (hier: Deutsch und Englisch) den passenden Untertitel, zumeist wurden sogar noch weitere Sprachen bedient, doch jetzt wird hier nur noch eine deutsche Textspur geliefert. Das ist vor allem für diejenigen ein Problem, die anhand eines Filmes eine Sprache lernen beziehungsweise ihre Sprachfertigkeit erhöhen wollen. Denn das Mitlesen eines deutschen Textes bei englischer Tonausgabe ist zumeist sehr verwirrend. Außerdem wiegen Untertitelspuren nicht sonderlich schwer, so dass es eigentlich keinen Grund gibt, zumindest die im Ton verwendeten Sprachen nicht auch mit Untertitel zu versehen.<div
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Aber wer konnte auch ahnen, dass er den Studios schließlich zeigt, wie das Hollywood von heute aussehen sollte&#8230;</p><p><em>&#8220;He looks like someone that might be difficult to work with&#8230;&#8221;</em></p><h3>Manche Helden sind echt</h3><p>Er baut tagsüber Unfälle für rasante Hollywood-Verfolgungsjagden und nachts fährt er Räuber durch die rauen Straßen von Los Angeles. Niemand weiß etwas über ihn, außer dass er verdammt gut ist, in dem was er tut und sich an seine Regeln hält. Er hat keinen Namen. Alle kennen ihn nur als den ‚Fahrer‘.</p><p>Schließlich aber gibt er unvorsichtigerweise sein Prinzip auf, sich aus zu heiklen Angelegenheiten rauszuhalten, als er dem aus dem Knast zurückgekehrten Mann seiner Nachbarin (<strong>Carey Mulligan</strong>) einen Gefallen zu viel tut.  Der Fahrer hilft ihm, einen Raub zu begehen und in der Folge überschlagen sich die Ereignisse. Er legt sich mit den Großen an, was viel Blut und Tod bedeutet. Die brutalen Mafiosi im Gefolge von Bernie Rose (<strong>Albert Brooks</strong>) bezahlen ihren Preis, sich mit dem Falschen angelegt zu haben&#8230;</p><p><em>&#8220;I know a lot of guys who mess around with married women, but you&#8217;re the only one I know who robs a place to pay back the husband.&#8221;</em></p><h3>Alte Schule neu aufgesetzt</h3><p>Ich hatte ja bereits zuvor sehr viel Gutes über den Film gehört und gelesen. Nicht zuletzt wurde <strong>Nicolas Winding Refn</strong> mit dem Regiepreis in Cannes ausgezeichnet und <strong>Drive</strong> für vier BAFTA-Awards nominiert. Ich hörte von &#8216;Arthouse meets Grindhouse&#8217; und war sehr gespannt darauf, diesen Action-Thriller der alten Schule zu sehen. Ich war zwar bisher nicht wirklich mit dem Schaffen von <strong>Refn</strong> vertraut, bin aber ein großer Fan von <strong>Ryan Gosling</strong>.</p><p>Und tatsächlich: Aus dem eher lauen Drehbuch mit der unspektakulären Geschichte holt der Däne dermaßen viel heraus, dass man sich gerne von einem Highlight zum nächsten tragen lässt. <strong>Ryan Gosling</strong> ist die Idealbesetzung für den Typ von Held, wie ich ihn lange nicht erleben durfte. Er ist kalt, unberechenbar, ruhig und doch brodeln starke Gefühle hinter der steinernen Fassade. Diese sieht man entweder in den kleinen Augenblicken, in denen er mehr von sich preis gibt oder wenn seine Widersacher seinen ganze Zorn zu spüren bekommen.</p><p>Gerade mit <strong>Gosling</strong> und der verletzlichen <strong>Mulligan</strong> weiß <strong>Refn</strong> in darstellerischer Hinsicht umzugehen. Er tut nämlich das, was man im Kino oft vermisst: Er zeigt Gesichter und das Minenspiel darin so lange, wie es notwendig ist, um jede Nuance zu erkennen. Im typisch überhasteten Blockbuster-Kino von heute sind die konzentrierten Einstellungen schon vorbei, noch bevor man überhaupt in die Figur blicken konnte. In <strong>Drive</strong> kann man sich das Schweigen zwischen den spannenden Charakteren praktisch ewig ansehen. Das liegt aber nicht nur an den exzellenten Akteuren, sondern auch an den schicken Bildern, die uns <strong>Newton Thomas Siegel</strong> (arbeitete zuvor hauptsächlich als <strong>Bryan Singers</strong> Kameramann, u.a. für <strong>X-Men</strong>) liefert. Dies harmoniert ebenso überaus gelungen mit den Montagen, wie der grandios psychedelische Soundtrack. <strong>Cliff Martinez</strong>, der bereits die Musik zu <strong>Traffic – Die Macht des Kartels</strong> und <strong>Contagion</strong> komponierte, hat mir einen Soundtrack beschert, der unglaublich träumerisch und ungewöhnlich ist.</p><p><em>&#8220;You shut your mouth or I&#8217;ll kick your teeth down your throat and shut it for you.&#8221;</em></p><h3>Storyschwächen treffen auf Konventionsbrüche</h3><p>Es ist jedoch nicht alles so schlüssig, was in <strong>Drive</strong> geschieht. Bei der letztendlich irrelevanten Story, die bis auf ihren einzigartigen Protagonisten und die seltsam schöne Liebesgeschichte kaum etwas erzählen muss, steht Logik aber auch nicht im Mittelpunkt. Das soll nicht heißen, dass <strong>Drive</strong> vor Logiklöchern nur so trieft, es gab lediglich ein bis zwei Stellen, die deutliche Ungereimtheiten aufwerfen. Zudem sind es die exzessiven Gewaltszenen, die aus dem Muster des Films herausfallen. Umgekehrt ist der Verzicht auf eindeutige Stringenz ein Gewinn für die Inszenierung. In diesem Sinne zeigt es sich auch, dass sich <strong>Refn</strong> mit seinen Konventionsbrüchen durchaus zu behaupten weiß. Schließlich hätte der Film, wie es für Hollywood sonst üblich ist, locker eine Freigabe ab 12 Jahren bekommen können, wenn er denn auf ein solches Massenpublikum abgezielt hätte. So aber quillt im coolen LA viel heißes Blut hervor.</p><p>Schade ist es, dass <strong>Ron Perlman</strong> als jüdischer Pizzeria-Besitzer etwas deplatziert wirkt. Er passt nicht richtig in das Profil des gescheiterten Möchtegern-Gangsters und daher mangelt es ihm an einem passenden Maß an Glaubwürdigkeit. Auch <strong>Albert Brooks</strong> wurde meiner Meinung nach zu hoch gelobt. So gut er auch sein mag, eine Oscar-Nominierung, wie viele sie verlangt hatten, hätte ich ihm beim besten Willen auch nicht zugesprochen.</p><p><em>&#8220;For the rest of your life will be looking over your shoulder.&#8221;</em></p><div
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class="result9"></div></div><h1>Fazit <span>von Moviemax</span></h1><p>Meine Erwartungen waren sehr hoch und ich wurde nicht enttäuscht. <strong>Nicolas Winding Refn</strong> hat mir cineastische Glückseligkeit geschenkt. Aus der kleinen Story, die man scheinbar schon tausendmal gesehen hat, zaubert er einen stilsicheren Bilderreigen mit einem perfekt in Szene gesetzten <strong>Ryan Gosling</strong>. So sexy wie brutal, so cool wie entfesselt. Ein Held, der tötet um zu retten. <strong>Drive</strong> ist in seiner Inszenierung wunderbar unkonventionell und wider alle Banalitäten des handelsüblichen Action-Kinos. Er ist ruhiger und schenkt dem Schönen mehr Zeit. Seien es Blicke, Bewegungen oder der traumhafte Soundtrack. Hier wird alles vereint. Sicherlich hätte die Erzählung an sich noch besser sein können, aber das Erzählte wird mit Bild, Montage und dem famosen Hauptdarsteller <strong>Ryan Gosling</strong> zu einem cineastischen Fest der allerersten Güte.</p></div><div
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isPermaLink="false">http://www.kinofilme.com/?p=9336</guid> <description><![CDATA[Ein Franzose dreht mit französischem Hauptdarsteller einen Stummfilm über das Hollywood der 20er und 30er Jahre? Der Trailer war es, der mich verzaubert hat und letztendlich ins Kino lockte. Ich hatte Angst, dass der Hype um The Artist meine Erwartungen zu sehr in die Höhe getrieben hatte. Da ich bereits lange vor den Schlagzeilen im [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Franzose dreht mit französischem Hauptdarsteller einen Stummfilm über das Hollywood der 20er und 30er Jahre? Der Trailer war es, der mich verzaubert hat und letztendlich ins Kino lockte. Ich hatte Angst, dass der Hype um <strong>The Artist</strong> meine Erwartungen zu sehr in die Höhe getrieben hatte. Da ich bereits lange vor den Schlagzeilen im Internet den charmanten Trailer sah, überraschte es mich, dass diese Perle doch noch in das Zentrum der Medienwelt geriet. Zu Recht?</p><h3>Abgesang auf Stummfilm und Eitelkeit</h3><p>Der gefeierte Stummfilmstar George Valentin (<strong>Jean Dujardin</strong>) produziert Filme wie am Fließband. Mit seinem Filmhund und dem kompromisslosen, Zigarren rauchenden Produzenten garantiert er die besten Einspielergebnisse und volle Kinosäle. Es sind goldene Zeiten. Parallel dazu verfolgt der Film den Aufstieg der Statistin Peppy Miller (<strong>Bérénice Bejo</strong>), deren Weg ins Filmgeschäft scheinbar auf einer Begegnung mit Valentin beruht. Des Öfteren kreuzen sich die Wege der beiden.</p><p>Wie aus dem Nichts sieht sich Valentin mit dem Tonfilm konfrontiert. Anfangs lacht der eitle Star noch über diese kurzweilige Neuerung. Als ein von ihm allein produzierter Stummfilm floppt, geht George Valentins Karriere zunehmend den Bach hinunter. Er hat kein Geld mehr, verpfändet all seine Reichtümer und bezieht eine schäbige kleine Wohnung. Peppy Miller muss den Fall Valentins mit ansehen, würde jedoch nichts lieber tun, als ihm zu helfen&#8230;</p><h3>Seine Stärken ausgespielt</h3><p>Regisseur und Drehbuchautor <strong>Michel Hazanavicius</strong> schien zu wissen, was er tut. Das soll heißen, dass er sein eigentlich sehr gewagtes Projekt sehr souverän zu inszenieren weiß. Er setzt seine großartigen Schauspieler perfekt in das wunderschön kostümierte und ausgestattete Sittenbild. Die Stummfilm-Atmosphäre wird dadurch geschaffen, dass jeder Augenblick eine würdevolle Reminiszenz darstellt. Jede Fratze des Hauptdarstellers, jede Geste, jeder Klang des Soundtracks, jede Übertreibung und jede Entgleisung sind tiefe Verbeugungen vor dem, was nicht vergessen werden darf. Sei es nun das häufige Spiel mit den Schatten oder der Schnitt nach alter Schule. <strong>Hazanavicius</strong> wird reichlich Stummfilme gesehen- und sich selbst eine Menge alter Stilmittel herausgearbeitet haben. So trotzt die Bildsprache vor genialen Einfällen und übernimmt in ungewohntem 4:3-Format die erzählerischen Aufgaben des Dialogs mit Bravur. Gerade in Zeiten von Effekt-Orgien und Vampir-Schmonzetten sind mir gar keine Dialoge lieber als hölzernes Gequatsche.</p><p>Der Treibsand besiegelt Valentins Untergang im Filmgeschäft und eine Spiegelung im Schaufenster eines Festmoden-Salons bestätigt seine Sehnsucht. Tolle Einfälle sind es, die den Rahmen für <strong>Jean Dujardin</strong>s meisterliche Leistung bieten. Im Kino dachte ich mir, dieser Kerl wäre zur falschen Zeit geboren. Er bringt seine <strong>Errol Flynn</strong>-Figur perfekt zum Bröckeln, lässt ihn jedoch niemals seinen Stolz verlieren. Nach jahrelanger Zusammenarbeit macht es sich bezahlt, dass <strong>Hazanavicius</strong> seinem Darsteller die Rolle auf den Leib geschrieben hat. So brachte sie ihm bisher Golden Globe, BAFTA-Award, Oscarnominierung und den Darstellerpreis in Cannes. Völlig verdient, wie ich finde. Auch <strong>Bérénice Bejo</strong> ist als gutmütige und bescheidene Sauberfrau spitze. Ihre Darstellung wurde ebenfalls für etliche Preise nominiert.</p><h3>Etwas zu viel Lob</h3><p>Aber trotz all dem Lob war es leider nicht mein Kino-Kracher 2011. (Erscheinungsdatum in den USA: 12.10.2011) Die teilweise überragende, aber nicht durchweg spektakuläre Kameraarbeit wird beispielsweise etwas überbewertet. Ausgezeichnet mit dem BAFTA-Award und nominiert für den Oscar, erreicht die Photographie nicht die Klasse von <strong>The Tree of Life</strong>, <strong>Drive</strong> oder <strong>Verblendung</strong>. Die Prioritäten der Bebilderung liegen ja auch nicht darin, dem modernen Stil zu folgen, aber insgesamt ist sie nicht auffällig genug.</p><p>Der Soundtrack ist heutzutage natürlich besonders herausstechend, da er die einzige Tonkulisse des Films darstellt und ebenfalls eine wesentliche erzählerische Position einnimmt. Er bietet auch ein umfangreiches Spektrum von humorvoller Slapstick-Untermalung bis hin zum Episch-dramatischen. Wenn man jedoch bedenkt, dass Filmmusiker 25 Jahre lang Filme vollständig mit Musik unterlegten und mit ihr narrative Positionen einnahmen, erscheint einem die Leistung von <strong>Ludovic Bource</strong> bereits weniger überragend. Das soll aber nicht heißen, dass der Soundtrack nicht gut ist – lediglich etwas überbewertet.</p><p>Auch wenn das Experiment „<strong>The Artist</strong>“ nahezu einwandfrei funktioniert, so hat der Film im Mittelteil einige Längen. Diese kann man aufgrund diverser Einfälle und abstruser Ideen jedoch verschmerzen.</p><p><em>&#8220;Look at what you&#8217;ve become. You&#8217;ve become proud! You&#8217;ve become stupid!&#8221;</em></p><div
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class="result8"></div></div><h1>Fazit <span>von Moviemax</span></h1><p>Die Liebe zum Detail macht <strong>The Artist</strong> zu etwas ganz besonderem. Es sind die kleinen Besonderheiten des Drehbuchs, welche einem zusammen mit <strong>Dujardin</strong> ein wunderschönes Leinwanderlebnis liefern. Ich erinnere mich gerne zurück an Valentins Alptraum von der Welt voller Geräusche, in welcher er nicht sprechen kann – so, wie mir auch etliche andere Szenen einfallen, die den Rahmen sprengen würden.</p><p>Etwas derartig Besonderes, was auf so viel Mut und Wahn gebaut sein muss, kann jedoch nicht völlig perfekt sein. Man muss also Abstriche machen, wenn man glaubt, DAS Kinoereignis des Jahres zu sehen. Aber ein solches Ereignis, und das ist <strong>The Artist</strong>, sollte man sich nicht entgehen lassen.</p></div><div
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isPermaLink="false">http://www.kinofilme.com/?p=8704</guid> <description><![CDATA[„The Feel Bad Movie Of Christmas“ – Der Film also, der an Weihnachten für richtig schlechte Laune sorgen soll. So wurde die amerikanische Neuverfilmung von Stieg Larssons Weltbestseller Verblendung (Originaltitel: The Girl with the Dragon Tattoo) auf den US-Kinopostern Ende des letzten Jahres angekündigt. Kein Wunder, so nimmt sich doch Kult-Regisseur David Fincher des ohnehin [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>„The Feel Bad Movie Of Christmas“</em> – Der Film also, der an Weihnachten für richtig schlechte Laune sorgen soll. So wurde die amerikanische Neuverfilmung von <strong>Stieg Larssons</strong> Weltbestseller <strong>Verblendung</strong> (Originaltitel: <strong>The Girl with the Dragon Tattoo</strong>) auf den US-Kinopostern Ende des letzten Jahres angekündigt. Kein Wunder, so nimmt sich doch Kult-Regisseur <strong>David Fincher</strong> des ohnehin schon verstörenden Stoffs an. Und der hat schließlich einiges an Erfahrung, was Filme mit Serienmördern angeht. 1995 drehte er den Kultfilm <strong>Sieben</strong> mit <strong>Brad Pitt</strong> und <strong>Morgan Freeman</strong> und brachte 2007 die wahre Geschichte des <strong>Zodiac</strong>-Killers auf die Leinwand. Zwei von Kritikern mit Lob überschüttete Thriller, die mit einer typischen Hollywood-Verfilmung nicht viel am Hut haben.</p><p>Um <strong>Verblendung</strong> den richtigen Schliff zu geben, holte er sich mit <strong>Steven Zaillian</strong> gleich noch einen der wohl besten Drehbuchautoren ins Boot (Oscar für <strong>Schindlers Liste</strong>), mit <strong>Daniel Craig</strong>, <strong>Rooney Mara</strong>, <strong>Christopher Plummer</strong>, <strong>Robin Wright</strong> und <strong>Joely Richardson</strong> zudem eine Riege an namhaften Darstellern.</p><p>Eigentlich sehr gute Vorzeichen für einen exzellenten Thriller. Doch viele Filmfans stellten sich trotzdem die brennende Frage: Wozu braucht man nach der bereits sehr erfolgreichen schwedischen Verfilmung des Romans von 2009 nach so kurzer Zeit auch noch einen Abklatsch aus Hollywood? Die Antwort ist ganz einfach: Weil <strong>Fincher</strong> seine Hände im Spiel hat. Denn unter seiner Regie wurde aus <strong>Verblendung</strong> ein noch besserer, aber auch ein noch verstörenderer Film als das Original aus Schweden.</p><p><em>„I want you to help me catch a killer of women.“</em></p><h3>Was geschah mit Harriet?</h3><p>Aber der Reihe nach: <strong>Verblendung</strong> erzählt die Geschichte des investigativen Journalisten <em>Mikael Blomkvist</em> (gespielt von <strong>James Bond</strong>-Darsteller <strong>Daniel Craig</strong>) und der Goth/Computer-Expertin <strong>Lisbeth Salander</strong> (Newcomerin <strong>Rooney Mara</strong>, die für die Rolle eine der fünf Oscar-Nominierungen des Films bekam). Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber in einem Strudel aus Sex, Gewalt und Intrigen füreinander unentbehrlich werden.</p><p>Blomkvist ist bei einer großen Enthüllungsstory auf eine falsche Quelle hereingefallen und muss sich dafür vor Gericht verantworten. Seine Reputation ist im Eimer, seine Ersparnisse gehen für die Entschädigung drauf. Umso überraschender kommt es für Mikael, dass der Industriemogul <em>Henrik Vanger</em> (<strong>Christopher Plummer</strong>) ihn damit beauftragen will, das Schicksal seiner vor über 40 Jahren verschwundenen Nichte Harriet aufzuklären, von der es von heute auf morgen kein Lebenszeichen mehr gab. Auch eine Leiche wurde nie gefunden. Er vermutet, dass einer seiner Familienmitglieder für Harriets Verschwinden verantwortlich ist. Eine Familie, die immerhin zu einem großen Teil aus alten Nazis besteht. Jetzt will Vanger endlich Gewissheit und für ihn ist Blomkvist genau der richtige Mann für den Job.</p><p>Hier kommt schließlich Lisbeth Salander ins Spiel. Die Computer-Hackerin mit dunkler Vergangenheit hat für Vanger nämlich ein Dossier über Blomkvist vorbereitet. Als der Journalist schließlich um eine Assistentin für seine Recherche bittet, wird sie von dem Geschäftsmann ins Gespräch gebracht. Schnell lernt Blomkvist die Fähigkeiten der jungen Frau kennen und schätzen. Sie werden ein Team – und das nicht nur bei den Ermittlungen. Beim Versuch, das Verschwinden von Harriet aufzuklären machen Mikael und Lisbeth aber einige grausame Entdeckungen und kommen einem brutalen Serienkiller gefährlich nahe, so dass sie am Ende auch um ihr eigenes Leben fürchten müssen…</p><p><em>„You will be investigating thieves, misers, bullies. The most detestable collection of people that you will ever meet &#8211; my family.“</em></p><h3>David Fincher in seinem Element</h3><p>Was <strong>Fincher</strong> hier auf die Leinwand zaubert ist nicht nur eine beeindruckende Story, sondern auch ein äußerst spannender und brutaler Thriller. Ein Beispiel für letzteres: Lisbeth, die einen schmierigen Anwalt zum gesetzlichen Vormund hat, wird von diesem brutal vergewaltigt. Und rächt sich, nicht minder gewalttätig, an ihrem Peiniger. All das bekommt der Zuschauer ziemlich detailliert zu sehen. Hier wird klar, warum <strong>Fincher</strong> von Anfang an darauf bestanden hat, sich nicht um die Altersfreigabe sorgen zu müssen.</p><p>Getreu der Vorlage findet die Handlung in Schweden statt, was dem Regisseur – bekanntlich ein Fan von dunklen Farben und düsterer Atmosphäre – sichtlich in die Karten spielt. Die Stimmung des Films bleibt von der ersten Sekunde an bedrohlich, die Spannung steigert sich von Minute zu Minute. Auch wenn es vielleicht ein bisschen zu lange dauert, bis Mikael und Lisbeth endlich zusammentreffen und der Plot so wirklich Fahrt aufnimmt. Ein kleiner Kritikpunkt, da der Film trotz seiner Laufzeit von 158 Minuten eigentlich keine Längen aufzuweisen hat.</p><p><strong>Zaillian</strong> macht aus der Romanvorlage von <strong>Larsson</strong> ein hervorragendes Drehbuch. Der Erfolgsautor strickt die Story wesentlich stringenter als seine Vorgänger bei der schwedischen Verfilmung. Er bleibt der Quelle sogar dermaßen treu, dass sich einige Cineasten wunderten, dass der Film nicht noch länger dauert. Die Musik von <strong>Trent Reznor</strong> und <strong>Atticus Ross</strong>, die beide schon mit <strong>Fincher</strong> zusammengearbeitet haben (<strong>Reznor</strong> bei <strong>Sieben</strong>, <strong>Ross</strong> bei <strong>The Social Network</strong>), untermalt die Atmosphäre und fügt noch ein Stückchen mehr Beklommenheit zu der Geschichte hinzu. Kameramann <strong>Jeff Cronenwerth</strong> (der mit dem Regisseur bereits an <strong>Fight Club</strong> und auch <strong>The Social Network</strong> gearbeitet hat) liefert nicht nur einen schaurigen Blick auf menschliche Abgründe, sondern auch einen atemberaubenden auf die Winterlandschaft Schwedens.</p><p><em>„Rape, torture, fire, animals, religion. Am I missing anything?“</em></p><h3>Rooney Mara haucht Lisbeth Salander Leben ein</h3><p>Dann wären da natürlich noch die hervorragend besetztenden Rollen. <strong>Daniel Craig</strong> macht einen sehr guten Job als Mikael Blomkvist, auch wenn es zunächst ungewöhnlich ist, <strong>James Bond</strong> in dieser wesentlich verletzlicheren Rolle zu sehen. Immerhin verlor er nach eigener Aussage einiges an Muskelmasse, um wie ein Journalist, und eben nicht wie ein Geheimagent, auszusehen. Er spielt souverän und in den entscheidenden Momenten zurückhaltend. Denn der Star des Films ist zweifelsfrei jemand anderes.</p><p>Und zwar <strong>Rooney Mara</strong>. Die Newcomerin spielt Lisbeth Salander so, wie es sich <strong>Stieg Larsson</strong> wohl gewünscht hätte. Verzweifelt, verletzlich und von ihrer Vergangenheit gezeichnet. Aber auch genial, bedrohlich und selbstbewusst. Völlig verdient wurde sie für ihre Darstellung nicht nur für einen Golden Globe, sondern auch für einen Oscar nominiert. <strong>Mara</strong> haucht einer der faszinierendsten Heldinnen der jungen Literaturgeschichte Leben ein. <strong>Fincher</strong> schenkt ihr sehr viel Tiefe und beleuchtet ihre Gefühlswelt mit viel Fingerspitzengefühl. So wird die Geschichte dieses beeindruckenden Charakters sogar noch um einiges interessanter.</p><p>Auch in der Besetzung der Nebenrollen fällt der Film nicht ab. Ob <strong>Plummer</strong> als Henrik Vanger, <strong>Stellan Skarsgård</strong> als dessen Neffen <em>Martin</em>, <strong>Robin Wright</strong> als Mikaels Chefin und Liebhaberin <em>Erika Berger</em>, <strong>Yorick von Wageningen</strong> als der perverse Anwalt <em>Nils Bjurman</em> oder <strong>Joely Richardson</strong> als Harriets ehemals beste Freundin <em>Anita</em>. Sie alle machen einen ausgezeichneten Job und so bedarf es auch eines Lobes an <strong>Laray Mayfield</strong>, die für das Casting verantwortlich war.</p><p>Natürlich hat der Film auch seine Schwächen. Für die einen nimmt er nicht schnell genug Tempo auf, für die anderen ist er schlicht und ergreifend zu brutal. Das Ende ist vielleicht einen Tick zu schnell abgehandelt, aber auf der anderen Seite ist auch hier eine Trilogie, wie bei der Buch- und der schwedischen Filmvorlage, geplant. Und wer weiß, was <strong>Fincher</strong>, sollte er denn weiterhin auf dem Regiestuhl Platz nehmen, für die weiteren Teile noch in Petto hat.</p><p><em>„You need to stop talking.“</em></p><div
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class="result8"></div></div><h1>Fazit <span>von Wolfgang</span></h1><p><strong>Verblendung</strong> ist ein richtig starker Thriller, der aber nur für Erwachsene geeignet ist. Er strotzt vor Gewalt, die Thematik ist alles andere als leichter Tobak. Doch auf der anderen Seite zieht dieser düstere Kampf von Menschlichkeit und Vernunft gegen Grausamkeit, Missbrauch und Mord den Zuschauer unweigerlich in seinen Bann. <strong>David Fincher</strong> drehte hier einen Film, in dem er sein Faible für eine dunkle und böse Handlung nach <strong>Sieben</strong> mal wieder richtig ausleben konnte. Mit <strong>Rooney Mara</strong> gelang ihm dabei vielleicht auch noch die Neuentdeckung des Jahres. <strong>Verblendung</strong> ist ein Thriller, der es wirklich in sich hat und absolut sehenswert ist. Und mit <em>„The Feel Bad Movie Of Christmas“</em> haben die Produzenten wirklich nicht übertrieben.</p></div><div
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Und mit <strong>The Descendants &#8211; Familie und andere Angelegenheiten</strong> ist ihm der bisher vielleicht größte Clou seiner Karriere gelungen.</p><p>Diesmal erzählt <strong>Payne</strong> die Geschichte des Anwalts Matt King (<strong>George Clooney</strong>). Der lebt auf Hawaii mit seiner Frau Elizabeth (<strong>Patricia Hastie</strong>) und den beiden Töchtern, der 17-jährigen Alexandra (<strong>Shailene Woodley</strong>) und der zehn Jahre alten Scottie (<strong>Amara Miller</strong>). Auf den ersten Blick führt Matt ein glückliches und erfülltes Leben. Er ist Treuhändler eines riesigen und unberührten Landgebietes, das bereits seit den 1860er-Jahren im Besitz seiner Familie ist, aber jetzt für mehrere hundert Millionen Dollar von Matt und seiner großen Garde an Cousins verkauft werden soll. Geld ist aber ohnehin keine Problem, denn als Anwalt verdient Matt mehr als genug. Und auch sein Familienleben scheint auf den ersten Blick intakt zu sein. Doch als seine Frau nach einem Unglück bei einem Motorboot-Rennen ins Koma fällt, muss Matt einsehen, dass sein Leben alles andere als perfekt ist.</p><p><em>„Paradise? Paradise can go fuck itself.“</em></p><h3>Alles andere als eine heile Welt</h3><p>Wie er selber einsieht, war er die meiste Zeit über nicht mehr als das <em>„Ersatzelternteil“</em> für seine Kinder. Seine Frau war es, die sich um die Beiden gekümmert hat. Ohne sie droht die Familie nun zu zerbrechen. Mit den Kindern ist er hoffnungslos überfordert, die jüngere Scottie benimmt sich in der Schule daneben, sie mobbt ihre Mitschüler. Die ältere Alexandra geht auf ein Internat und machte bereits die ein oder andere Erfahrung mit Drogen und älteren Jungs.</p><p>Als Matt dann auch noch erfährt, dass seine Frau keine Überlebenschance mehr hat und die Ärzte dazu raten, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen, versucht er mit Hilfe Alexandras wenigstens die Familie am Leben zu halten. Die ist es dann auch, die Matt die nächste Hiobsbotschaft überbringt: seine Frau, Elizabeth, hatte ein Verhältnis mit einem jüngeren Mann und wollte die Scheidung.</p><p>Matt stellt Nachforschungen an, um den Liebhaber seiner Frau ausfindig zu machen. Es ist der Immobilienhändler Brian Speer (<strong>Matthew Lillard</strong>). Matt will ihn zur Rede stellen und unternimmt mit seinen Töchtern und Alexandras Kifferfreund Sid (<strong>Nick Krause</strong>) eine Reise auf eine naheliegende Insel, denn dort befindet sich Speer gerade auf einer Geschäftsreise. Dabei stellt sich heraus, dass Speer eine tragende Rolle beim geplanten Verkauf des Landgebietes spielt&#8230;</p><p><em>„On the phone he can escape, in person, he&#8217;s got nowhere to go. I wanna see his face.“</em></p><h3>Clooney ist seiner vielleicht besten Rolle</h3><p>Was zunächst wie eine klischeebehaftete Seifenoper klingt, wird durch die Regie von <strong>Payne</strong> zu einem tragischen Drama. Wie schon in seinen früheren Filmen verleiht er den Charakteren eine wunderbare Tiefe und Dynamik. Matts Leben steht auf dem Prüfstand und es liegt an ihm, seine Familie am Leben zu halten. Es liegt an ihm, mit der unglaublich schweren Situation seiner Frau umzugehen. Und dann liegt es auch noch an ihm, über ein Multimillionen-Projekt zu entscheiden.</p><p>Hier kommt <strong>George Clooney</strong> ins Spiel. Einer der größten Stars in Hollywood, ein Mann, den man in der Regel in der Rolle des souveränen und selbstbewussten Machers kennt. Als Matt King hingegen ist <strong>Clooney</strong> ein ergrauter Mann mittleren Alters, dessen Haare nicht immer perfekt sitzen und dessen Klamotten nicht gerade Frauenheld-Potential haben.</p><p>An Souveränität und Leichtigkeit fehlt es Matt ebenfalls. Er hat mit den Problemen und seinen Emotionen schwer zu kämpfen. Dabei weiß er zwar manchmal nicht weiter, doch verliert aber auch nie seine Würde. Gerade dieser für ihn untypischen Rolle verleiht <strong>Clooney</strong> eine unglaubliche Glaubwürdigkeit. Man nimmt ihm seine Situation ab, er haucht seinem Charakter Leben ein. Man sieht Matt King, und eben nicht <strong>George Clooney</strong>, auf der Leinwand. Und das ist das wohl größte Kompliment, was man einem so bekannten Schauspieler wie ihm überhaupt machen kann. Nicht umsonst ist er der große Favorit auf den Oscar für den besten Hauptdarsteller, den in <strong>The Descendants</strong> lieferte <strong>Clooney</strong> die vielleicht stärkste Performance seiner Karriere ab.</p><p><em>„You need to come home and see your mom.“</em></p><h3>Eine starke Familie</h3><p>Doch dabei trägt <strong>Clooney</strong> den Film nicht mal alleine. Da wären beispielsweise seine beiden Töchter, gespielt von <strong>Shailene Woodley</strong> und <strong>Amanda Miller</strong>. <strong>Woodleys</strong> Alexandra macht im Laufe der Geschichte eine beeindruckende Entwicklung durch und jeden Schritt davon kauft man der bisher unterschätzten TV-Schauspielerin zweifelsfrei ab. Sie ist eben mehr, als nur eine partywütige Göre. Die kleine Schwester Scottie bekommt von <strong>Miller</strong> ein ebenso klares Gesicht. Erst aufmüpfig, lernt sie mit Hilfe ihrer Familie die schwere Situation irgendwie zu überstehen. Die Trauerbewältigung ihres Charakters stellt <strong>Miller</strong> dabei beeindruckend dar.</p><p><strong>Clooney</strong>, <strong>Woodley</strong> und <strong>Miller</strong> ergänzen sich dabei erstaunlich gut. Sie funktionieren als Familie, die erst durch eine Tragödie wieder zueinanderfindet. Der Dank dafür gebührt natürlich der Regie, aber auch dem Drehbuch von <strong>Alexander Payne</strong>. Das Script verfasste er nämlich nach der Romanvorlage von <strong>Kaui Hart Hemmings</strong> in Zusammenarbeit mit <strong>Nat Faxon</strong> und <strong>Jim Rash</strong> selber. Das Resultat ist diese bewegende Geschichte über Familie, den Tod und Vergebung.</p><p><em>„What is it that makes the women in my life destroy themselves?“</em></p><h3>Payne findet die richtige Mischung</h3><p>Die Musik und die Fotografie haben ebenfalls eine große Bedeutung. So ist der Film von klassischer, aber auch von moderner, hawaiianischer Musik unterlegt. Dadurch wird die Stimmung in vielen Szenen etwas aufgelockert, was anhand der ernsten Thematik auch angebracht ist. Die Kameraführung unter der Riege von <strong>Phedon Papamichael</strong> zeigt nicht nur die wunderschönen (Reisekatalog-)Seiten Hawaiis, sondern legt ihren Fokus vielmehr auf die Emotionen der Darsteller und sorgt so für die wiederum für die nötige Ernsthaftigkeit.</p><p>Um nicht allzu sehr auf die Tränendrüsen zu drücken, verleiht <strong>Payne</strong> <strong>The Descendants</strong> aber auch eine Prise Humor. Dies tut er aber so geschickt, dass die lustigen Momente zu keinem Zeitpunkt unangebracht wirken. Vielmehr sind sie eine erfreuliche Abwechslung zur sonst schweren Kost. Für die meisten Schmunzler dürfte dabei <strong>Nick Krause</strong> in seiner ersten großen Kinorolle als Sid verantwortlich sein. Doch, wie sollte es anders sein, auch er zeigt trotz seines unreifen Verhaltens irgendwann eine ganz andere Seite.</p><p>Neben <strong>Krause</strong> liefern auch <strong>Robert Forster</strong> (<strong>Jackie Brown</strong>) als Elizabeths strenger Vater Scott und <strong>Judy Greer</strong> (<strong>Two and a Half Men</strong>) als Brian Speers betrogene Ehefrau Julie starke Leistungen ab. Beide brillieren sogar in zwei der emotionalsten Szenen des Films. <strong>Beau Bridges</strong> als Matts Cousin Hugh sorgt wie <strong>Krause</strong> für einen komödiantischen Nebeneffekt, spielt aber auf der anderen Seite einen knallharten Geschäftsmann – dem Hawaiihemd zum Trotz.</p><p><em>„Well, I guess that is about it.“</em></p><div
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Es wäre bereits sein zweiter Erfolg bei den Academy Awards, nachdem er zuletzt 2006 als bester Nebendarsteller in <strong>Syriana</strong> ausgezeichnet wurde.</p><p>Doch <strong>Clooney</strong> kann mehr als nur Schauspielern. Der 50-Jährige führte bereits in vier Filmen Regie und schreibt seit kurzem auch noch Drehbücher. Und so ganz nebenbei gehört er auch noch zu den politisch engagiertesten Stars in den Vereinigten Staaten. Er ist Anhänger der demokratischen Regierung um Präsident <strong>Barack Obama</strong> und gilt als Aushängeschild der Liberalen in Hollywood. Da verwundert es nicht, dass er sich jetzt auch in seiner Position als Filmstar einer politischen Geschichte zugewendet hat. Und das, wie sollte es anders sein, mit Erfolg.</p><p><em>„I&#8217;m not a Christian. I&#8217;m not an Atheist. I&#8217;m not Jewish. I&#8217;m not Muslim. My religion, what I believe in, is called the Constitution of the United States of America.“</em></p><h3>George Clooney und die Politik</h3><p>Denn mit <strong>The Ides of March</strong> schrieb, drehte und produzierte er einen der erfolgreichsten Streifen des Jahres. Basierend auf einem Theaterstück von <strong>Beau Willimon</strong> (mit dem Titel <strong>Farragut North</strong>) beschäftigt sich <strong>Clooney</strong>, der selber auch noch eine der Hauptrollen übernimmt, mit den Vorwahlen der Demokraten und schildert das Rennen zwischen Gouverneur Morris (<strong>Clooney</strong>) und Senator Pullman (<strong>Michael Mantell</strong>) um die Präsidentschafts-Kandidatur. Der Clou: die Republikaner haben keinen nennenswerten Gegner vorzuweisen und so winkt dem Sieger schon beinahe der Einzug ins Weiße Haus.</p><p>Die beiden Politiker und ihre Wahlkampfteams liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Wählergunst. Mitentscheidend für den Erfolg ist die Wahl im US-Bundesstaat Ohio. Hier setzt der Film an und legt sein Hauptaugenmerk auf die Menschen hinter den Kandidaten. So steht Hollywood-Größe <strong>Philip Seymour Hoffman</strong> (Oscar-Preisträger für <strong>Capote</strong>) als Wahlkampfmanager Paul Zara auf Seiten von Morris, während sein Kollege <strong>Paul Giamatti</strong> (<strong>Der Soldat James Ryan</strong>, <strong>Das Comeback</strong>) als Tom Duffy für Pullman arbeitet. Die wichtigste Rolle hat allerdings Shootingstar <strong>Ryan Gosling</strong> (<strong>Drive</strong>, <strong>Crazy, Stupid, Love.</strong>) inne. Der spielt Stephen Myers, die rechte Hand von Zara. Er ist nicht nur ein großer Anhänger des Gouverneurs, sondern auch ein Genie mit der Presse und der Öffentlichkeit sowie einer der intelligentesten und fähigsten Leute in Morris’ Team.</p><p><em>„All the reporters love you. Even the reporters that hate you still love you.“</em></p><h3>Skandale und Korruption</h3><p>Als sich Myers jedoch auf ein geheimes Treffen mit Duffy einlässt, kommt es zum Eklat. Sein Freund und Boss Zara verpfeift ihn erst bei der Journalistin Ida (<strong>Marisa Tomei</strong>, <strong>The Wrestler</strong>, Oscar für <strong>My Cousin Vinny</strong>), wirft ihm dann fehlende Loyalität vor und schmeißt ihn letztlich hochkant aus dem Wahlkampf-Team. Als Myers auch noch erfährt, dass seine Freundin, die Praktikantin Molly (<strong>Evan Rachel Wood</strong>, <strong>The Wrestler</strong>), von dem verheirateten Morris nach einer Party geschwängert wurde, nimmt der Skandal seinen Lauf und die schmutzigen Seiten der Politik in <strong>The Ides of March</strong> Überhand.</p><p>Der Film ist ein fesselndes Politdrama, auch wenn dem interessierten Zuschauer nichts Neues präsentiert wird. Mit Korruption in der Politik wird schließlich gerechnet und das ausgerechnet der Bilderbuch-Kandidat, von dem man einen Umschwung erwartet, über den ein oder anderen Skandal stolpert ist leider Gang und Gebe. Doch die Adaption ist <strong>Clooney</strong> und seinem Drehbuch-Kollegen <strong>Grant Heslov</strong> mehr als gelungen. <strong>The Ides of March</strong> wird zu keinem Zeitpunkt langweilig oder voraussehbar, selbst über die Bedeutung des Endes lässt sich streiten. Dazu kommt der Soundtrack von <strong>Alexandre Desplat</strong> (vier Oscar-Nominierungen, unter anderem für <strong>The King&#8217;s Speech</strong>), der die Stimmung des Films immer wieder passend untermalt.</p><p><em>„I can&#8217;t find the goddamn polls!“</em></p><h3>Ryan Gosling auf dem Weg zur Schauspielelite</h3><p>Außerdem beweist <strong>Clooney</strong>, dass er als Regisseur auch die ganz großen Namen im Filmgeschäft unter Kontrolle hat und aus ihnen viel herausholen kann. <strong>Seymour Hoffman</strong>, <strong>Giamatti</strong>, <strong>Gosling</strong>, <strong>Tomei</strong> und <strong>Wood</strong>, aber auch <strong>Jeffrey Wright</strong> (<strong>Casino Royale</strong>, <strong>Ein Quantum Trost</strong>), der den opportunistischen Senator Thompson spielt, und die anderen Nebendarsteller machen einen erstklassigen Job.</p><p><strong>Ryan Gosling</strong> ist es aber, der den Film über weite Strecken trägt. Ist er zu Beginn noch der nette und idealistische Junge, der an das Gute glaubt, so wandelt er sich von Minute zu Minute mehr zu einem &#8211; gezwungenermaßen &#8211; kaltblütigen und eiskalten Politberater. Angewidert von sich selber, aber ohne Illusionen, geht er seinen Weg und zeigt, dass in diesem Geschäft kein Platz für Ehrlichkeit ist.</p><p><em>„You can lie, you can cheat, you can start a war, you can bankrupt the country, but you can&#8217;t fuck the interns. They get you for that.“</em></p><div
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class="result8"></div></div><h1>Fazit <span>von Wolfgang</span></h1><p><strong>George Clooney</strong> rechnet in <strong>The Ides of March</strong> knallhart mit der Politik und all ihrer Korruption ab. Er zeigt einen Politapparat, mit dem man am liebsten nichts zu tun hätte. Unterstützt wird er von einer tollen Riege an Schauspielern, an deren Spitze <strong>Ryan Gosling</strong> mit einer starken Performance glänzt. Nicht umsonst wurde der Film für vier Golden Globes nominiert. Man bekommt zwar keine Offenbarung geboten und das ein oder andere Puzzleteil passt ein wenig zu gut, aber das schadet dem Gesamtbild kaum. Hier ist <strong>Clooney</strong> wirklich ein sehr guter Film gelungen.</p></div><div
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