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	<title>Kinofilme.com &#187; Filme</title>
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	<description>News und Reviews zu aktuellen Kinofilmen</description>
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		<title>Oblivion</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 00:14:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Tom Cruise ist die vielleicht reinste Verkörperung des so kommerziellen wie massentauglichen Hollywood-Kinos. Primär als cineastische Erlöserfigur inszeniert präsentiert er sein blitzsauberes Sieger-Lächeln ebenso vor wie hinter der Kamera. Sexy, muskulös, jovial, erfolgreich, millionenschwer, aktiv hetero, weiß, manierlich, etwas bieder: die Blockbuster-Inkarnation für die gewinnbringende Eskapisten-Unterhaltung schlechthin (Scientology geht dann auch ok). Zwischendurch darf mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tom Cruise</strong> ist die vielleicht reinste Verkörperung des so kommerziellen wie massentauglichen Hollywood-Kinos. Primär als cineastische Erlöserfigur inszeniert präsentiert er sein blitzsauberes Sieger-Lächeln ebenso vor wie hinter der Kamera. Sexy, muskulös, jovial, erfolgreich, millionenschwer, aktiv hetero, weiß, manierlich, etwas bieder: die Blockbuster-Inkarnation für die gewinnbringende Eskapisten-Unterhaltung schlechthin (Scientology geht dann auch ok). Zwischendurch darf mal mit ein bisschen Kunst zum Oscar hin gespielt werden. </p>
<p>Besonders in den 80ern und 90ern prägte er den Actionfilm in seiner typischen Rolle als junger Heißsporn, der immer sich selbst überwindet, allen Widrigkeiten zum Trotz das Böse besiegt und die idealisierte Frau abbekommt. Auffällig oft war er aber ebenso in Science-Fiction-Produktionen zu sehen und hat damit nicht zuletzt diesem Genre seinen Stempel aufgedrückt. Allerdings war und ist <strong>Tom Cruise</strong> nie der ganz große Schauspieler aus der allerersten Liga, auch wenn er es zwischendruch mit kontroversielleren und eher schwierigen Rollen wie in <strong class="movie">Geboren am 4. Juli</strong> (1989) oder <strong class="movie">Eyes Wide Shut</strong> (1999) versuchte. Naja, dann doch wieder der <strong class="movie">Mission Impossible</strong>-Geheimagent. Lediglich im Episoden-Drama <strong class="movie">Magnolia</strong> (1999) vermochte er es als psychisch angeknackster &#8216;Dating-Motivator für Männer&#8217; voll zu überzeugen.</p>
<p>Nun soll er also wieder die Welt retten, dieser <strong>Cruise</strong>, und zwar diesesmal in der endzeitlichen Science Fiction-Mär <strong class="movie">Oblivion</strong>. Als Regisseur zeichnet sich <strong>Joseph Kosinski</strong> aus, der bereits mit <strong class="movie">Tron: Legacy</strong> (2o1o) bewiesen hat, dass er eine stlisicher-ästhetische Bildsprache annähernd meisterhaft beherrscht. Die Handlung basiert auf einer unveröffentlichen (!) Graphic Novel, an der <strong>Kosinski</strong> als Autor mitgeschrieben hat. Logisch, dass er ebenso am Drehbuch beteiligt war, welches das Hauptproblem von <strong class="movie">Oblivion</strong> darstellt&#8230;</p>
<p><em>&#8220;If you&#8217;re looking for the truth, that&#8217;s where you&#8217;ll find it.&#8221; </em></p>
<h3>This is the future and the future ain&#8217;t bright</h3>
<p>Die Menschheit hat den Krieg gegen eine Alien-Invasion gewonnen, aber der Preis war hoch: die Erde ist nach dem nuklearen Holocaust, Erdbeben und Tsunamis zu einem gigantischen, unbewohnbaren Ödland geworden. Der Jupiter-Mond Titan ist die neue Heimat für die Überlebenden. Da dort die Ressource Wasser aber knapp ist, werden in großen Förderanlagen die Ozeane ausgeschöpft.</p>
<p>Jack Harper (<strong>Tom Cruise</strong>) und Vica (<strong>Andrea Riseborough</strong>) sind die letzten beiden Menschen auf der Erde, die für die Überwachung der Anlagen und die Wartung der Verteidigungsdrohnen verantwortlich sind. Die Kommandozentrale für das Team befindet sich in der Raumstation Tet, die in der Umlaufbahn schwebt.</p>
<p>Mysteriöse Vorfälle häufen sich und es scheint, als wollen die versprengten Aliens auf der Erde mit Jack in Kontakt treten&#8230;</p>
<p><em>&#8220;Is it possible to miss a place you&#8217;ve never been? To mourn a time you never lived?&#8221; </em></p>
<h3>Wunderschöne Endzeit</h3>
<p><strong class="movie">Oblivion</strong> beginnt durchaus überzeugend. Vor allem die so perfekt animierten wie ästhetisch beeindruckenden Schauwerte, die speziell im ersten Drittel dominieren, sind das Kino-Ticket schon wert. Besonders das zerstörte New York und die endlos weiten Landschaften (hauptsächlich in Island gedreht und mit reinkopierten Computermodellen versehen) lassen zumindest ein leises Staunen aufkommen. Dabei wird mit der bedrückenden und verlorenen Atmosphäre der Ton des Endzeit-Genres sehr gut getroffen. Auch das ausgezeichnete Produktions-Design hinsichtlich der Transport-Vehikel, Architektur, Waffen und Kostüme muss erwähnt werden. Die Concept Artists haben sich offenbar mit viel Freude und stilsicherem Können die Finger wund gezeichnet.</p>
<p>In <strong class="movie">Oblivions</strong> besten Momenten wird der Geist der klassischen Science Fiction der 70er Jahre beschworen, der damals besonders in Kurzgeschichten oder in Filmen wie <strong class="movie">Silent Running</strong> (1972) oder <strong class="movie">Logan&#8217;s Run</strong> (1976) seine Höhepunkte fand.</p>
<p><em>&#8220;Please don&#8217;t tell me it was a classic.&#8221; </em></p>
<h3>Holprige und ausgetretene Story-Pfade&#8230;</h3>
<p><strong class="movie">Oblivions</strong> eigentlich Schwäche ist allerdings die Handlung. Was erst noch spannend und interessant wirkt, erweist sich mit dem zunehmenden Fortschreiten der Exposition und der Dramaturgie als überkomplex, sperrig und auch in der inneren Logik nicht immer ganz nachvollziehbar und glaubwürdig. Manche Twists sind eher bemüht als überraschend, manche mögliche Vorhersehbarkeiten mehren sich.</p>
<p>Als Kenner des SF-Genres bemerkt man zudem früher oder später, dass hier diverse Versatzstücke, auffällig betont mit diversen Anspielungen, zusammengetragen wurden. Konsequent runtergebrochen ist <strong class="movie">Oblivion</strong> nämlich das cineastische Destillat aus <strong class="movie">Moon</strong> (2009) , <strong class="movie">2001 &#8211; A Space Odyssey</strong> (1968) samt <strong class="movie">Independence Day</strong> (1996) und einer Prise <strong class="movie">Mad Max </strong>(1979). <strong class="movie">Screamers</strong> (1995) schwingt auch noch ein bisschen mit. Wer das Computerspiel <strong class="movie">Portal </strong>(2007) kennt, wird auch das eine oder andere Aha-Erlebnis haben. Nichtkennern wird dies aber egal sein und man muss auch sagen, dass die Mixtur nicht zu auffällig oder gänzlich ungelungen wirkt. Dennoch, etwas mehr Orginalität von <strong>Joseph Kosinski</strong> vor allem hinsichtlich des Finales, wäre durchaus wünschenswert gewesen.</p>
<p><em>&#8220;This is Jack Harper. I&#8217;m good to go.&#8221; </em></p>
<h3>Der Tom und die Frauen&#8230;</h3>
<p>Ein schwächelndes Drehbuch hat auch schwächelnde Figuren zur Folge und dies trifft nicht zuletzt auf <strong>Tom Cruise</strong> in seiner Rolle des Jack Harper selbst zu. Da keine echte Entwicklung stattfindet, er in seiner Motivation nicht gänzlich nachvollziehbar wirkt und fast ohne Vergangenheit auskommen muss, fehlt die emotionale Bindung zum Zuschauer. So folgen wir mehr einem neutralisierten Action-Vehikel, das irgendwann nur noch einem bekannten Story-Schema folgt, als einem tatsächlich greifbaren Helden, der sichtlich um sein Überleben und seine Identität ringt. <strong>Tom Cruise</strong> ist leider auch nicht der Schauspieler, der diese inhaltlichen Mängel mit Tiefe und Können in der Performance ausbügeln könnte. Zu sehr ist er wieder <strong>Tom Cruise</strong> als <strong>Tom Cruise</strong>, zu sehr beweist er wieder seine Anti-Ambivalenz, zu eindeutig ist wieder sein Weltenretter-Image.</p>
<p>Klar an die Wand gespielt wird er zudem von den beiden weiblichen Haupt-Protagonistinnen: <strong>Andrea Riseborough</strong> und <strong>Olga Kurylenko</strong>, die in <strong class="movie">Oblivion</strong> die eigentlichen darstellerischen Highlights ausmachen. Dumm nur, dass dadurch <strong>Tom Cruise</strong> noch blasser und uninteressanter wirkt. Oscar-Preisträger <strong>Morgan Freeman</strong> taucht schließlich auf, aber naja&#8230;</p>
<p><em>&#8220;Dream of us. &#8221; </em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result6"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p>Eigentlich mach <strong class="movie">Oblivion</strong> nichts wirklich falsch. Besonders die Endzeit-Atmosphäre ist wirklich stimmig in Szene gesetzt und die perfekten Computereffekte in den wundervollen Landschaftsaufnahmen zeichnen diesen SF-Film besonders aus. Das stilsichere Produktionsdesign fügt sich ideal in die gelungene Visualisierung ein. </p>
<p>Die überraschend komplexe und zudem leider etwas zu sperrige Handlung mit schwächelnder Figurenzeichnung fällt leider mit zunehmender Laufzeit immer mehr auf. Auch sind die Versatzstücke aus anderen Filmen zu eindeutig und lassen echte Orginalität vermissen. Die zahlreichen Twists neigen mehr und mehr zur Vorhersehbarkeit. Symptomatisch für <strong class="movie">Oblivion</strong> als Ganzes  ist schließlich das überraschungsfreie und spannungsarme Finale, das eine tatsächliche Wende und eine beeindruckende Idee bitter nötig gehabt hätte.</p>
<p>Eine Empfehlung kann man geben, auch wenn das sichtlich verschenkte Potential eine gewisses, wiewohl eher geringes Maß an Enttäuschung zurück lässt. Was vielversprechend beginnt, endet leider wenig erinnerungswürdig. Letztlich ist <strong class="movie">Oblivion</strong> wohl nur für große Freunde des Genres wirklich interessant.</p>
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		<title>Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/stirb-langsam-ein-guter-tag-zum-sterben</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Feb 2013 01:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Stirb Langsam (im englischen Originaltitel Die Hard) erblickte als langlebige Filmreihe 1988 das Licht der Kinowelt. Dem Regisseur John McTiernan (Jagd auf Roter Oktober, Der 13. Krieger) gelang eine mitreißende Variation des &#8216;Einzelkämpfer gegen Terroristen&#8217;-Prinzips und schuf einen Klassiker des Thriller-Genres. Vor allem aber war es der Durchbruch in Hollywood für Bruce Willis, der hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="LEFT"><strong class="movie">Stirb Langsam</strong> (im englischen Originaltitel <strong class="movie">Die Hard</strong>) erblickte als langlebige Filmreihe 1988 das Licht der Kinowelt. Dem Regisseur <strong>John McTiernan</strong> (<strong class="movie">Jagd auf Roter Oktober</strong>, <strong class="movie">Der 13. Krieger</strong>) gelang eine mitreißende Variation des <em>&#8216;Einzelkämpfer gegen Terroristen&#8217;</em>-Prinzips und schuf einen Klassiker des Thriller-Genres. Vor allem aber war es der Durchbruch in Hollywood für <strong>Bruce Willis</strong>, der hier mit deutlich mehr Haaren auf dem Kopf als heute, in der Rolle des John McClane einen neuen Archetypen des geläuterten Actionstars verkörperte.</p>
<p align="LEFT"> Es sollten drei weitere Fortsetzungen folgen, deren Qualität allerdings deutlich variierte. In den Augen des geneigten Kritkers war von äußerst gelungen (<strong class="movie">Stirb langsam: Jetzt erst recht</strong>, 1995) über gehoben-durchschnittlich (<strong class="movie">Stirb langsam 2</strong>, 1990) bis hin zu überzogen-schlecht (<strong class="movie">Stirb langsam 4.0</strong>, 2007) alles dabei.</p>
<p align="LEFT"> 2013 mimt <strong>Bruce Willis</strong> also wieder den sichtlich gealterten und sichtlich haarloseren John McClane. Diesmal ist es <strong>John Moore</strong> im Regiestuhl, der allerdings mit dem Remake von <strong class="movie">Das Omen</strong> (2006) und der Computerspiele-Verfilmung <strong class="movie">Max Payne</strong> (2008) eher unterdurchschnittliches und wenig erwähnenswertes ablieferte. Tja, das sollte schon einmal ein ganz gutes Indiz für den nunmehrig fünften <strong class="movie">Stirb Langsam</strong>-Teil sein&#8230;</p>
<p align="LEFT"><em>&#8221;Killing bad guys! That&#8217;s your thing!&#8221;</em></p>
<h3>Moskau, Moskau&#8230;</h3>
<p align="LEFT">John McClane (<strong>Bruce Willis</strong>) begibt sich nach Moskau, um seinen seit langer Zeit verschollenen Sohn ausfindig zu machen. John &#8216;Jack&#8217; McClane Jr. (<strong>Jai Courtney</strong>) agiert dort im Auftrag des CIA (&#8216;spy shit&#8217;) um den Terroristen Komarov (<strong>Sebastian Koch</strong>) für den Austausch von geheimen Informationen, die gleichzeitig eine Bedrohung für einen hochrangigen Politiker der russischen Regierung darstellen, außer Landes zu schaffen. Vater und Sohn geraten unter diesen spannungsreichen Prämissen natürlich in eine leichen- und actionreiche Tour de Force&#8230;</p>
<p><em>&#8221;You got a plan?&#8221;</em></p>
<h3>Die alte Leier&#8230;</h3>
<p align="LEFT">Es war ja durchaus zu erwarten und es hätte vermutlich noch belangloser ausfallen können, aber <strong class="movie">Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben</strong> ist vor allem eines: dieselbe alte Leier aller vergleichbaren Action-Reißern der Vergangenheit bis heute. Haben sich die Vorgänger teils noch um neue Ideen, gelungene Humor-Einlagen, interessante Antagonisten oder noch sadistischere Quläreien für die Hauptfigur des John McClane bemüht, so fällt dies alles im fünften Teil fast komplett weg. Action, Handlung, Dramaturgie: alles läuft nach einem reichlich bekannten Schema ab.</p>
<p align="LEFT">Zugegeben, hie und da funktioniert der Film durchaus. Einige Stunt- und Action-Szenen sind durchaus nett anzusehen. Ein paar gut getimte One-liner sorgen für ein Grinsen. Erfreulich auch, dass die Action-Sequenzen nicht so hoffnungslos überzogen sind wie im vierten Auswurf. Ja, ein paar nette Anspielungen an vorangegangene Teile erkennt der Kenner wieder. Aber trotz einiger positiver Elemente bleibt am Ende so gut wie nichts über, was einem wirklich im Gedächtnis verhaften würde oder auch nur ein wenig in Begeisterung verweilen ließe.</p>
<p align="LEFT"><em>&#8221;Me and my boy here, we&#8217;re gonna put a whuppin&#8217; on ya!&#8221;</em></p>
<h3>Langweilige Figuren und schwächelnde Mimen&#8230;</h3>
<p align="LEFT"><strong>Bruce Willis</strong> hat offenkundig ein wenig die Lust am Spiel verloren, zumindest was &#8216;seinen&#8217; McClane betrifft. Zu oft blickt er so müde wie unmotiviert in die Kamera. Zu selten lässt er seinen alten Charme und Witz aufblitzen (auch schwer bei dem Drehbuch). Dumm nur, dass sein Sohnemann alias <strong>Jai Courtney</strong> noch weniger zu bieten hat. Er bleibt durchgehend erstaunlich blass und kann nur selten überzeugen, wenn auch die Grundprämisse, dass der Nachwuchs mit dem Erzeuger fast ebenbürtig ist und ähnlich viel rummetzeln darf, ein durchaus interessanter Ansatz ist. Leider will die Dynamik zwischen den beiden aber so gar nicht funktionieren, wo doch gerade dieses Element in dieser Figurenkonstellation so besonders wichtig gewesen wäre. Das hat mit <strong>Samuel L. Jackson</strong> (<strong class="movie">Pulp Fiction</strong>, <strong class="movie">Django Unchained</strong>) im dritten Teil nach dem Buddy/Sidekick-Prinzip deutlich besser geklappt.</p>
<p align="LEFT">Bisher hatte die <strong class="movie">Stirb Langsam</strong>-Reihe meist interessante bis faszinierende Antagonisten zu bieten, allen voran das böse deutsche Brüderpaar dargestellt von <strong>Alan Rickman</strong> (<strong class="movie">Robin Hood – König der Diebe</strong>, <strong class="movie">Harry Potter</strong>) und <strong>Jeremy Irons</strong> (<strong class="movie">Der König der Löwen</strong>, <strong class="movie">Lolita</strong>), aber im fünften Auswurf vermag es der deutsche Charakter-Schauspieler <strong>Sebastian Koch</strong> (<strong class="movie">Das Leben der Anderen</strong>, <strong class="movie">Stauffenberg</strong>) nicht wirklich eine besondere Perfidie auf der Leinwand zu entwickeln. Zu oft wirkt er deplatziert oder gar überfordert in der Rolle des Terroristen Kamarov.</p>
<p align="LEFT"><em>&#8221;Need a hug?&#8221;</em></p>
<h3>Das mangelnde Leid&#8230;</h3>
<p align="LEFT">Als partieller Freund der <strong class="movie">Stirb Langsam</strong>-Reihe ist es aber vor allem ein Aspekt, der mir eher ungut an diesem, vorläufig letzten Auswurf aufgefallen ist: <strong>Bruce Willis</strong> als John McClane leidet zu wenig. Ja, es überschlägt ihn zwar mehrfach in mehr als einem Fahrzeug, aber in der Folge hustet er einmal, humpelt zwei Meter und hat genau einen Riss in der Hose. Immerhin nach mehreren Schuss-Wechseln blutet er sichtlich, aber es sollte doch mehr rote Farbe sein, die seine Kleidung tränkt. Und schließlich, nach dem Finale, stöhnt er zwar ein wenig vor sich hin und liegt etwas länger auf dem Boden, aber sonst?</p>
<p>Nein, dies ist nicht der John McClane, der barfuß durch Glassplitter läuft, als blutendes Häuflein Elend im Schnee liegt oder mit ungezählten Verletzungen noch immer vorwärts kriecht, stöhnend und fluchend den nächsten Bösewicht um nietet. Und wo verdammt ist <em>&#8221;</em><em>Yippie Yah Yei Schweinebacke!&#8221; g</em>eblieben?</p>
<p align="LEFT">McClane war stets die Verkörperung des gequälten, leidenden und gebrochenen Helden, der aber immer blutüberstromt seine eigene Physis überwindet um den Feind wider allen Erwartungen dennoch zu schlagen. Jede Leiche auf seinem Weg hat zumindest ein Mal der Pänetration mehr auf seinem Leib bedeutet und auch wenn die Selbstaufgabe so verlockend wie erlösend erschien, er hat dennoch weiter gekämpft. Etwas untypisch zu vergleichbaren Action-Figuren war McClane nie ein moralisch einwandfreier, unverletzlicher oder durch höhere Ideale motivierter Held. Er hat nie in einem Auftrag gehandelt, er suchte die Gefahr nie. Zwang und Zufall sind einzig relevant für sein Handeln. McClane war immer der gebrochene Held wider Willen, stets am Boden und dennoch triumphal. Denn der Erlöser muss immer zuerst leiden, eher er die Welt erretten kann.</p>
<p align="LEFT">Tja, mit Teil 4 und 5 ist dieses Prinzip definitiv aber ordentlich verwässert worden&#8230;</p>
<p align="LEFT"><em>&#8221;Hang on, John!&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result4"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><p align="LEFT">Muss man <strong class="movie">Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben</strong> gesehen haben? Definitiv nicht. Ist er für Freunde des gepflegten Action-Popcorn-Kinos und der vorangegangenen Teile empfehlenswert? Mitnichten. Ist er die reinste Vergeudung von Zeit und Geld? Naja, nicht unbedingt.</p>
<p align="LEFT">Ein gewisser Spaß ist ja dabei, aber unterm Strich überwiegt die Irrelevanz und gepflegte Langeweile. Der bisher fünfte Auswurf der Reihe ist zwar nicht so ärgerlich überzogen und weitgehend schwach wie der Vorgänger, hat aber sonst kaum Erinnerungswürdiges zu bieten.</p>
<p align="LEFT">Leider ist es aber vor allem die Figur des John McClane selber, die sowohl darstellerisch durch <strong>Bruce Willis</strong> als auch durch Regie und Drehbuch hier weitestgehend blass, uninteressant und zu einer gewissen Belanglosigkeit verkommt. So gut wie alle herausragenden Charakteristika eines alternativen Action-Heros gehen weitestgehend verloren und was bleibt ist ein weiterer generischer Kämpfer in einer generischen Handlung gegen generische Gegner. Und das braucht man sich als Kinogeher mit einem gewissen Anspruch nun wirklich nicht mehr anzusehen&#8230;</p>
</p>
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		<title>Beasts of the Southern Wild</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 18:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moviemax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[In Sundance gab es also eine Auszeichnung für die beste Kamerarbeit und den großen Preis der Jury? In Cannes die goldene Kamera für das beste Debüt? Publikumspreise auf der ganzen Welt? Preise für Nachwuchsregie und Nachwuchsschauspiel? Oscaranwärter? Für Benh Zeitlin und seine Gruppe Curt 13 liefert eine heruntergekommene Siedlung im Sumpfgebiet Luisianas die perfekte narrative [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Sundance gab es also eine Auszeichnung für die beste Kamerarbeit und den großen Preis der Jury? In Cannes die goldene Kamera für das beste Debüt? Publikumspreise auf der ganzen Welt? Preise für Nachwuchsregie und Nachwuchsschauspiel? Oscaranwärter? Für <strong>Benh Zeitlin</strong> und seine Gruppe Curt 13 liefert eine heruntergekommene Siedlung im Sumpfgebiet Luisianas die perfekte narrative Substanz für interessante Figuren und ihre Geschichten. So gewannen sie mit ihrem Kurzfilm <strong class="movie">Glory at Sea</strong> diverse Preise und bekamen Unterstützung durch die Filmemacher-Schmiede des Sundance Filmfestivals. <strong>Zeitlin</strong> hatte eine weitere Geschichte zu erzählen: der Weg zu Stärke und Verantwortung und die Frage nach Verwurzelung und Loslösung.</p>
<p><em>&#8220;They think we&#8217;re all gonna drown down here. But we ain&#8217;t going nowhere.&#8221;</em></p>
<h3>Hushpuppy in the Bathtub</h3>
<p>Die kleine Hushpuppy lebt mit ihrem Vater in einer heruntergekommenen Siedlung namens &#8216;Bathtub&#8217;. Seltsam rauhe Erziehungsmethoden, schrullige, versoffene Charaktere, Schmutz und Ekel zeichnen das Bild von einer Welt, von deren Existenz wir nichts wissen.</p>
<p>Obwohl er versucht, es geheim zu halten, erkennt Hushpuppy, dass ihr Vater schwer krank zu sein scheint. Als ein großer Sturm aufzieht und den Bewohnern über Nacht Häuser, Hab und Gut flutet, müssen die Menschen der &#8216;Bathtub&#8217; Initiative ergreifen, um das Wasser wieder sinken zu lassen und ihre Heimat vom Grund des Bodens zurückzuholen. Währenddessen treiben eingefrorene Auerochsen aus längst vergangener Zeit auf die Siedlung zu, denen sich Hushpuppy unweigerlich zu stellen hat.</p>
<p><em>&#8220;Strong animals know when your hearts are weak.&#8221;</em></p>
<h3>Poesie und Ästhetik</h3>
<p>Es ist mehr als deutlich, dass die urtümlichen Auerochsen das ultimative Finale für Hushpuppys Entwicklung darstellen, denn gerade die fantastisch-poetischen Elemente machen <strong class="movie">Beasts of the Southern Wild</strong> aus. Die Hindernisse und Strömungen bilden einen großen Entwicklungsprozess für das kleine Mädchen, allerdings fallen dabei immer wieder Szenen aus dem Gesamtkontext, die sich nicht mit der inhaltlichen Qualität einiger anderen messen können. Dass wir stets dicht dran sind und die Bilder der Geschichte gut zuspielen, macht nicht wett, dass die visuelle Ästhetik teilweise sehr aus ruckeligen Bildern und zuviel Fokus auf unwesentliche Details besteht.</p>
<p>Nicht alle Taten und Geschehnisse sind so schwer an Bedeutung, wie sie es gerne wären und fallweise kippt man dadurch aus der Intensität des Films heraus. Gerade die parallel erzählte Reise der Auerochsen verpufft am Ende in störende Bedeutungslosigkeit. Allerdings sollte man stets bedenken, dass es sich hierbei um einen Indie-Film handelt und bei diesen sei es teils durchaus erlaubt, nicht ganz &#8216;rund&#8217; zu funktionieren.</p>
<p><em>&#8220;Sometimes you can break something so bad, that it can&#8217;t get put back together.&#8221;</em></p>
<h3>Neue Welt aus naiver Sicht</h3>
<p>Wir sind in dieser Welt, die wir weder kennen, noch verstehen. Wir sehen sie aus einem Blickwinkel, den wir längst vergessen haben. Doch das macht <strong class="movie">Beasts of the Southern Wild</strong> so interessant. Und es schafft Raum für Momente, die so außergewöhnlich und anrührend sind, dass wir sie auch nach dem Abspann noch länger mit uns tragen. Die Beziehung zwischen Hushpuppy und ihrem Vater und der eigentliche Grund für ihre Reise lässt einen bewegt mitfühlen. Getrieben von fabelhaften Leistungen der beiden Hauptakteure und einem oscarreifen Score, wird <strong>Benh Zeitlins</strong> Debut sicherlich ein zeitlos gefeiertes Filmjuwel. Dazu kommt ein kosmisch-spiritueller Kontext, der, wenn auch teilweise zu dick angerührt, im Endeffekt doch überzeugt.</p>
<p>Soviel ist gewiss: die angekündigten Oscarnominierungen gibt es mit großer Sicherheit. Und wenn es nur die Musik ist, die sich mit Hollywoods Meistern messen darf, so verdient dieses Werk eine größtmögliche Aufmerksamkeit in aller Welt.</p>
<p><em>&#8220;My only purpose in life is to teach her how to make it.&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result8"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Moviemax</span></h1>
<p>Für eine der besten Leistungen, die man von einem Kind jemals sehen wird, für das Kennenlernen einer neuen, anderen Welt und einer so liebevollen wie überwältigende Inszenierung gebührt <strong class="movie">Beasts of the Southern Wild</strong> großes Lob. Im steten Kampf mit einer holprigen Ästhetik und einer teils zu dick aufgetragenen Sinnsuche ist auch <strong>Benh Zeitlins</strong> Debüt kein perfekter Film, aber das muss es auch nicht sein, denn schließlich ist allein die großartige Geschichte es wert, erzählt zu werden. Wenn wir am Ende erkennen, dass die Reise diesem kleinen Mädchen die nötige Stärke gegeben hat, um sich von ihrem Vater verabschieden zu können, wissen wir, dass sich diese Reise auch für uns gelohnt hat.</p>
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		<title>Der Hobbit &#8211; Eine unerwartete Reise</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Dec 2012 05:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu den größten Ereignissen in der gesamten Kinogeschichte zählt ohne Zweifel die Adaption von J.R.R. Tolkiens Fantasy-Roman-Epos Der Herr der Ringe. Der inzwischen mehr als etablierte neuseeländische Regisseur Peter Jackson brachte die Erzählung vom Ringkrieg, die übrigens lange Zeit als unverfilmbar galt, als Trilogie von 2001 bis 2003 auf die Leinwände dieser Welt. Mit insgesamt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den größten Ereignissen in der gesamten Kinogeschichte zählt ohne Zweifel die Adaption von <strong>J.R.R. Tolkiens</strong> Fantasy-Roman-Epos <strong>Der Herr der Ringe</strong>. Der inzwischen mehr als etablierte neuseeländische Regisseur <strong>Peter Jackson</strong> brachte die Erzählung vom Ringkrieg, die übrigens lange Zeit als unverfilmbar galt, als Trilogie von 2001 bis 2003 auf die Leinwände dieser Welt. Mit insgesamt fast 3 Milliarden Dollar an Einspielergebnissen zählt diese neben <strong class="movie">Harry Potter</strong> zugleich zur erfolgreichsten mehrteiligen Reihen in diesem Genre. Die Elfen, Zwerge und Orks aus Mittelerde wurde so zu Vertrauten für ein gigantisches Publikum in aller Welt (soll ja eine Zeit gegeben haben, in der in weiten Teilen &#8216;nur&#8217; die Nerds und Fantasy-Fans dieser mythischen Fiktionalität ihre entfesselte Begeisterung schenkten).</p>
<p>Tolkien hat vor <strong>Der Herr der Ringe</strong> (erstmals veröffentlicht in drei Bänden 1954/1955) allerdings noch <strong>Der kleine Hobbit</strong> verfasst. Diese ursprünglich als Kinderbuch konzipierte Geschichte erschien bereits 1937 und kann praktisch als Prequel zu <strong>Der Herr der Ringe</strong> gesehen werden. Genug Stoff also für eine weitere filmische Erzählung aus Mittelerde und demnach musste in der Logik der Hollywood-Studios eine neu konzipierter Blockbuster-Mehrteiler folgen. Als der Regisseur <strong>Guillermo del Toro</strong>, bekannt von <strong class="movie">Pan&#8217;s Labyrinth</strong> oder <strong class="movie">Hellboy</strong>, 2008 zum Projekt dazu stieß, war die Vorproduktion bereits im Gange. Aufgrund diverser Verzögerungen und Probleme sollte es aber schließlich wieder <strong>Peter Jackson</strong> sein, der das Ruder übernahm. Erst kürzlich hatte nun der erste Teil der neuen Fantasy-Trilogie unter dem deutschen Titel <strong class="movie">Der Hobbit &#8211; Eine unerwartete Reise</strong> seine Premiere und meine Person als begeisterter Liebhaber (aka Nerd) von <strong>Tolkiens</strong> Meisterwerk(en) und recht großer Fan der vorangegangenen Film-Trilogie freute sich mit leichten Skeptizismus auf die Rückkehr nach Mittelerde&#8230;</p>
<p><em>“Bilbo Baggins, I&#8217;m looking for someone to share in an adventure&#8230;”</em></p>
<h3>Eine Drachen-Queste mit Zwerge</h3>
<p>Bilbo Beutlin lebt ein geruhsames Leben in seiner gemütlichen Behausung im Auenland, bis eines Tages der Zauberer Gandalf an seiner Tür erscheint. Er sieht in dem kleinen Hobbit einen bedeutenden Weggefährten für ein abenteuerliches Unternehmen. 12 Zwerge tauchen alsbald auf, von denen einer ihr Anführer mit Namen Thorin Eichenschild ist, der sein Erbrecht eines einst mächtigen Königreichs, das im Einsamen Berg liegt, zurückerobern will. Der schreckliche Feuerdrache Smaug hat dereinst diesen Hort und den Schatz darin geraubt. Anfangs sträubt sich Bilbo noch gegen eine Beteiligung, aber schließlich bricht er an der Seite der Gemeinschaft gen Osten auf. Und sollte wahrlich ein großes Abenteuer mit vielen gefährlichen und wundersamen Begegnungen werden…</p>
<p><em>“A dark power has found a way back into the world.“</em></p>
<h3>Die schizophrene Überladenheit eines erzwungenen Fantasy-Epos</h3>
<p>Zur Verfilmung von <strong>Der kleine Hobbit</strong> sollte man erstmals wissen, dass das Buch um so einige hundert Seiten kürzer ist, als <strong>Der Herr der Ringe</strong>. Aber dennoch bekommen wir hier erneut eine Film-Trilogie präsentiert, wovon der erste Teil bereits 140 Minuten lang ist. Dies nährte bereits im Vorfeld den Verdacht, dass die Story etwas aufgeblasen werden könnte. Allerdings findet man in der Kino-Adaption zusätzliche Elemente, die sehr wohl in Anhängen oder anderen Texten aus dem Mittelerde-Universum erwähnt sind. Dennoch, <strong class="movie">Der Hobbit – Eine unerwartete Reise</strong> lässt sich merklich Zeit beim Erzählen, was ich allerdings zumindest anfangs als sehr positiv empfunden habe. Dadurch bekommen die Figuren mehr Zeit sich zu entwickeln, können besser ausformuliert werden und ebenso ist mehr Raum für Details und die Intensivierung der Atmosphäre.</p>
<p>Tatsächlich habe ich mich die erste halbe Stunde bestens unterhalten gefühlt. Im Ton merklich humorvoller und weniger düster als <strong class="movie">Der Herr der Ringe</strong>, aber durchaus mit dramatischen Intermezzos (unter anderem in der ersten, hervorragenden Rückblende) entwickelt <strong class="movie">Der Hobbit</strong> zunehmend eine märchenhafte Intensität, die einen durchaus gefangen nimmt.</p>
<p>Schließlich folgt aber eine erste Sequenz, in der der Film zu kippen beginnt und man zum ersten Mal den sich fortsetzenden etwas geschmacklosen Brachial-Humor auf einem dezent unteren Niveau präsentiert bekommt. Vielleicht können andere Kinogeher mit dieser Art von Witzen und Plattitüden, vor allem in Kontrast zum Bemühen um innere Glaubwürdigkeit und eine gewisse ironiebefreite Ernsthaftigkeit des Fantasy-Settings, sich durchaus anfreunden und da <strong>Der kleine Hobbit</strong> auch einstmals als Kinderbuch konzipiert war, ist dies durchaus akzeptabel bis zu einem gewissen Grad, aber für mich waren gewisse Szenen im Fortlauf und besonders eine Figur fast unerträglicher Quatsch.</p>
<p>Der Film ist regelrecht schizophren, pendelt immer wieder zwischen Genialität und Dummsinn, zwischen atmosphärischer Intensität und kindlicher Leichtigkeit, zwischen brutalen Schlachtengemälden und Klamauk-Gemetzeln, zwischen dramatischen Verfolgungsjagden und lächerlichen Stunt-Einlagen, zwischen glaubwürdiger Figurenzeichnung und banalen Cartoon-Charakteren.</p>
<p>Dies alles wird mit einer zunehmend größer werdenden Überladenheit präsentiert. Der Film ertrinkt phasenweise in epischem Kitsch, wofür besonders die Vielzahl an Szenen vor unter- oder aufgehender Sonne bezeichnend ist. Alles wirkt zumindest einen Tick zu aufgeblasen, nicht zuletzt, weil die Handlung an vielen Stellen schließlich bewusst zerdehnt ist und sich merkliche Längen ins Geschehen einschleichen. Dezent zuviel, weil phasenweise aufdringlich, ist auch die permanente musikalische Untermalung. Ohne Zweifel hören wir hier einen in weiten Teilen äußerst gelungenen Soundtrack, aber hier wäre, wie bei so vielen anderen Aspekten von <strong class="movie">Der Hobbit</strong>, weniger eindeutig mehr gewesen.</p>
<p><em>“Home is now behind you. </em><em>The world is ahead.“</em></p>
<h3>Der triumphale Zwiespalt der Technik</h3>
<p><strong>Peter Jackson </strong>hat mit <strong class="movie">Der Hobbit</strong> zum ersten Mal auf eine ganz besondere Technologie gesetzt. Nicht nur ist der Film komplett digital in HD abgefilmt und zudem für 3D konzipiert, nein, erstmals bekommen wir hier auch statt der sonst üblichen 24 Bilder pro Sekunde das Doppelte, nämlich 48, präsentiert. Die gestochen scharfe Visualisierung erweist sich für mich sowohl als Vor- als auch als Nachteil.</p>
<p>Der Look ist insgesamt nämlich extrem artifiziell. Selbst ‚einfache‘ Landschaftsaufnahmen wirken wie aus dem Computer oder Modelltricks, nicht zuletzt aufgrund eines seltsamen Farbstichs im Grün und einem fast permanenten Leucht-Effekt bei Aufnahmen im Tageslicht. Umgekehrt merkt man nun den Kulissen umso mehr an, dass sie bloße Kulissen sind. Da die Unschärfe fehlt, sind die digitalen Kreaturen auch ganz eindeutig als Schöpfungen aus dem Rechner zu erkennen (lediglich Gollum bildet hierbei eine gewisse Ausnahme), womit der Eindruck entsteht, man betrachte gerade ein Computerspiel mit toller Grafik.</p>
<p>Für mich geht diese neuartige Visualisierung im Kontext der märchenhaften Erzählung durchaus in Ordnung, trägt sogar etwas zu einer eigenwilligen Atmosphäre bei, aber ich verstehe durchaus, dass dies von vielen als sehr kontrovers aufgefasst wird.</p>
<p>Allerdings sei auch gesagt, das längst nicht alle Kinos den Film mit 48 frames per second zeigen (einfach weil sie nicht mit entsprechenden Projektoren ausgestattet sind bzw. die Verleih-Firma hat auch viele Versionen mit normaler Frame-Rate ausgeliefert), daher kommt man als Kinobesucher eventuell nicht diese offenbar etwas unausgereifte technologische Weiterentwicklung des Mediums zu sehen.</p>
<h3>Routiniertes Spiel und perfekte Neuzugänge</h3>
<p>Wenn <strong class="movie">Der Hobbit </strong>in einem Aspekt wirklich zu überzeugen weiß, so ist es das hervorragende Darsteller-Ensemble, wovon ein Gutteil bereits in <strong class="movie">Herr der Ringe</strong> zu sehen war. Ian McKellen mimt erneut die perfekte Interpretation von Gandalf. <strong>Hugo Weaving</strong> und <strong>Cate Blanchett</strong> kommen in eher kürzeren Auftritten wieder als edle Elfen vor. <strong>Christopher Lee </strong>als Saruman wirkt trotz digitaler Verjüngung allerdings schon etwas sehr alt und gebrechlich.</p>
<p>Ein wahrer Triumph ist ohne Zweifel <strong>Andy Serkis</strong> als Gollum, der mit <strong>Martin Freeman </strong>als formidabler Bilbo Beutlin die wohl mit Abstand beste Szene im Film hat. <strong>Freeman</strong>, der besonders in der Mini-Serie <strong class="movie">Sherlock </strong>große Erfolge feiert, kann wohl als Idealbesetzung in der Hauptrolle des kleinen Hobbit bezeichnet werden. Beeindruckt hat mich auch <strong>Richard Armitage</strong> in der Verkörperung des Zwerges Thorin Eichenschild, auch wenn er merklich als ein ‚Ersatz-Aragorn‘ besetzt wurde.</p>
<p><em>“So this is the Hobbit!”</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result5"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p>Kann ich <strong class="movie">Der Hobbit – Eine unerwartete Reise</strong> wirklich empfehlen? Mitnichten. Ja, der Film funktioniert über weite Strecken gut bis sehr gut, hat sogar die eine oder andere wirklich geniale Momente, entwickelt eine intensive, märchenhafte Atmosphäre und lässt ohne Zweifel immer wieder das gute, alte ‚Herr der Ringe-Feeling‘ aufkommen, aber gleichzeitig bekommt man auch immer wieder dumme, lächerliche oder völlig überzogene Szenen präsentiert, die einem einen echten Schaugenuss verunmöglichen. Extrem platte Cartoon-Charaktere vermögen auch so gar nicht neben tiefgründigen und ernsthaften Figuren bestehen.</p>
<p>Ja, die Vorlage ist eher ein Kinderbuch, ja, dies ist nicht der große Fantasy-Epos, aber hier geht eindeutig eine gewisse Balance zwischen den unterschiedlich betonten Elementen gänzlich verloren. <strong>Peter Jackson</strong> hat es schon immer daran gemangelt, die Grenzen von Kitsch, Überladenheit und plattem Humor zu erkennen, aber hier versagt er schlicht an zu vielen Stellen mit seinem inszenatorischen Gespür völlig.</p>
<p>Hinzu kommen noch zu viele Längen, zu oft eine dramaturgische Aufgeblasenheit und am Ende drängt sich die Grundsatzfrage auf, ob den überhaupt genug Handlung für zwei weitere, ähnlich lange Teile mit dem vergleichsweise kurzen Büchlein als Vorlage übrig bleibt.</p>
<p>Die neue Technologie, das neue visuelle Erleben mit 48 Bildern pro Sekunde sorgt zudem für einen extrem artifiziellen Eindruck, was man so negativ wie positiv bei einem Fantasy-Film dieser Art auffassen kann.</p>
<p><strong class="movie">Der Hobbit – Eine unerwartete Reise</strong> ist ein permanentes Hin und Her zwischen den Stühlen, was ihn nicht zuletzt in seinem teilweisen Scheitern durchaus sehenswert macht, aber eine Enttäuschung hinsichtlich seiner schizophrenen Qualitäten wird wohl bei den meisten Kinobesuchern durchaus bleiben.</p>
</div>
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		<title>Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/breaking-dawn-biss-zum-ende-der-nacht-teil-2</link>
		<comments>http://www.kinofilme.com/reviews/breaking-dawn-biss-zum-ende-der-nacht-teil-2#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2012 19:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist getan. Die romantisch-mythische Vampir-Saga Twilight hat im Kino nun mit Breaking Dawn – Teil 2 seinen Abschluss gefunden. Selbiger wurde wohl von den fanatischen Fans ebenso sehnlichst erwartet wie von den ähnlich fanatischen Hassern (denn die müssen sich über keine Fortsetzungen mehr ärgern). Zum Vorgänger, zum Rest der Reihe und zum Phänomen an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist getan. Die romantisch-mythische Vampir-Saga <strong>Twilight</strong> hat im Kino nun mit <strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> seinen Abschluss gefunden. Selbiger wurde wohl von den fanatischen Fans ebenso sehnlichst erwartet wie von den ähnlich fanatischen Hassern (denn die müssen sich über keine Fortsetzungen mehr ärgern). Zum Vorgänger, zum Rest der Reihe und zum Phänomen an sich habe ich mich übrigens bereits ausführlichst <a href="http://www.kinofilme.com/reviews/breaking-dawn-biss-zum-ende-der-nacht-teil-1">an dieser Stelle</a> ausgelassen. Ich erspare mir daher eine längere Einleitung.</p>
<p>Erwähnenswert ist zu diesem Zeitpunkt noch, dass der auf <strong>Stephenie Meyers</strong> Roman-Reihe basierenden Film mit einem Budget von 120 Millionen Dollar am ersten Wochenende bereits 340 Millionen eingespielt hat und damit den erfolgreichsten Blockbuster-Start außerhalb der Sommer-Saison hingelegt hat. Wobei dies nicht gänzlich unerwartet war freilich.</p>
<p>Etwas unerwartet für mich ist allerdings die Tatsache, dass <strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> die qualitativen Untiefen der Vorgänger doch nicht zur Gänze erreicht hat und somit nicht das Schlimmste ist, was das Kinojahr 2012 hervorgebracht hat…</p>
<p><em><em>&#8220;</em>This is a crime.<em>&#8220;</em></em></p>
<h3>Krieg der Vampire</h3>
<p>Bella ist zum Blutsauger geworden. Unsterblich und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet muss sie erst lernen, mit ihren neuen Fähigkeiten umzugehen und ihren Durst zu kontrollieren. Als erfreulichen Nebeneffekt der Transformation kann sie nun endlich den Sex mit ihrer ewigen Liebe Edward richtig genießen.</p>
<p>Ihr gemeinsames Kind Renesmee, das halb Mensch und halb Vampir ist, wächst wohlbehütet bei ihren Eltern unter der Vampir-Familie der Cullens auf.  Allerdings reift es ungewöhnlich schnell heran.</p>
<p>Als der Herrscher-Klan der Volturi davon erfährt, glauben sie eine vermeintliche Bedrohung in diesem jungen Wesen zu erkennen. Sie rufen ihre Untergebenen zu sich um mit einer Armee gegen die Cullens zu ziehen, die wiederum eigene Verbündete versammelt haben. Eine schreckliche Schlacht droht, die das Schicksal aller Vampire bestimmen wird…</p>
<p><em><em>&#8220;</em>You are all fools.<em>&#8220;</em></em></p>
<h3>Weniger Liebe, dafür mehr Gekloppe</h3>
<p>Wenn man sich <strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> zur Gänze angetan hat, fällt einem vor allem eins auf: das bisher regelrecht zerdehnte und überbetonte Liebes-Geschwurbel  der Vorgänger-Teile spielt hier eine weit geringere Rolle. Klar, Bella und Edward dürfen auch hier wieder minutenlang in den rotbraunen Blutsauger-Äuglein der jeweils anderen Person ertrinken, klar, etwas Gefummel und Schmuserei ist immer noch drin (immer mit dem passenden Gedudel untermalt), aber den Hauptteil der Handlung nimmt einerseits das Zusammenstellen einer Vampir-Armee im Dienste der Vorzeige-Untoten der Familie Cullens ein und dann vor allem eine nicht unheftige Schlacht als großes Finale der Saga.</p>
<p>Letzteres hat zugegebenermaßen sogar einen gewissen Unterhaltungswert. Die verschiedenen Vampir-Klans verfügen nämlich über diverse Superhelden-Kräfte, die hier allesamt zum Einsatz kommen. Die <strong>X-Men</strong> lassen grüßen. Da wird schon mal die Erde bis zur Lavaschicht aufgebrochen, heftig rumgeblitzt oder endlose Pein mental zugefügt. Dazwischen metzeln sich die Blutsauger auf höchst effiziente Art gegenseitig nieder, nämlich durch die Kunst des Köpfens. Es spritzt zwar kein Blut, aber sonst erstaunt die explizite Darstellung, nicht zu zuletzt bei einer Altersfreigabe von 12 Jahren (!). Ein paar grummelige Werwölfe tummeln sich übrigens auch dazwischen. Dieses Schauspiel ist durchaus etwas unerwartet und will irgendwie nicht so recht zum Rest der Saga passen. Tja, natürlich gibt es dann einen recht harten Twist, der den heftigen Show-down mehr als nur relativiert. Die Enttäuschung musste ja folgen.</p>
<p><em><em>&#8220;</em>Ugh, please!<em>&#8220;</em></em></p>
<h3>Kindergarten-Horror und Grundsatzfragen</h3>
<p>Abgesehen davon, ist in <strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> der Fokus eindeutig auf dem milden Fantasy-Horror-Setting, was vielleicht sogar etwas interessant sein könnte, wenn deren Exposition in weiten Teilen nicht  reichlich wirr und schwer nachvollziehbar vermittelt werden würde. Zudem ist die Darstellung der im Sonnenlicht strahlenden Vampire und der putzig rumtollenden Werwölfe eine derartig lächerlich verharmlosende Kindergarten-Variation ihrer mythisch-klassischen Vorbilder, sodass man sich darüber nach wie vor nur ärgern kann.</p>
<p>Grundsatzfrage: welchen fundamentalen Nachteil hat es ein Vampir zu sein? In <strong>Twilight</strong> offenbar keinen, denn allein von Tierblut lässt es sich glücklich leben (die ‚vegane‘ Lebensweise), mit der Unsterblichkeit wird ewige Jugend gewahrt, das Sonnenlicht erhellt nur den Teint und sonst genießt man die Vorteile übermenschlicher Kräfte und problemloser Verhütung. All die Tragik, all die Verlorenheit und all das hieraus resultierende Drama wie jenes von <strong>Bram Stokers Dracula</strong>  ist hier ohne jegliche Relevanz. Umso mehr stellt sich die dringliche Frage, warum Edward seine liebe Bella nicht schon 4 Teile vorher zum Vampir gemacht hat? Es hätte beiden endlos langweiliges Herumgeeiere und Rumgequäle nicht zuletzt in Sachen Sex erspart.</p>
<p><em><em>&#8220;</em>The Cullens, they&#8217;ve done something terrible.<em>&#8220;</em></em></p>
<h3>Zwischen den Zeilen</h3>
<p>Über mormonische Botschaften, fast schon totalitäre Überhöhung eines Liebes-Ideals und der dezenten Proklamationen zur Unterdrückung der Frau, wie sie im letzten Teil zuvor nicht gerade undeutlich werden, will ich mich hier gar nicht weiter auslassen, aber in <strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> huldigt die Autorin <strong>Stephenie Meyer</strong> einem weiteren vermeintlichen Ideal, nämlich jenem der reichen, weißen Großfamilie aus der Oberschicht, die nach moralisch einwandfreien Werten lebt. Die ‚veganen‘ Cullens entsprechen nämlich ganz und gar diesem erzkonservativen Prototypus der ‚besseren Menschen‘, die (so wie deren nahe Verwandte) natürlich teils wie Supermodels aussehen. Auffällig, dass die gute Bella erst dann zu einer gestärkten Frauenfigur wird, als sie zur Vampirin transformiert deren (Un)Lebensweise zur Gänze übernimmt.</p>
<p>Die ‚Cullensche Verherrlichung‘ wird umso mehr im Negativ der anderen Vampir-Klans deutlich, die sie für sich gewinnen können: klischeehafte Ausländer, meist schlecht gekleidet und stinkend, oftmals hübsch exotisch im Sinne des edlen Wilden, gerne auch unrasiert und mit einem auffälligen Faible für dunkle Farben. Manche davon sind freilich etwas treulos oder zumindest fragwürdig motiviert.</p>
<p>Wirkt alles ein wenig so, als würde unter dem Deckmäntelchen der Fantasy ein bedenklich idealisiertes und zugleich banal simplifizierendes Weltbild für verstockte Republikaner der ‚Tea Party‘-Bewegung zusammengestoppelt. Die Volturi wären demnach die steuergeilen Bürokraten aus Washington, aber ich will es mit Interpretationen jetzt nicht übertreiben…</p>
<p><em><em>&#8220;</em>You will not change your mind, even after you see the truth!<em>&#8220;</em></em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result2"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> ist wider Erwarten keine komplette cineastische Katastrophe, ja sogar der beste Ableger der Reihe, wiewohl das bei dem bisherigen äußerst tiefliegenden Niveau keine große Kunst ist.  Ich würde nicht sagen, dass ich mich halbwegs unterhalten gefühlt hätte, aber immerhin hat mich weder überwältigende Langeweile überkommen noch grenzenloser Ärger ob des Dargebotenen. Naja, meistens zumindest (vielleicht bin ich auch schon zu abgestumpft), denn allein schon die in weiten Teilen erschreckend platten und unbeholfenen Dialoge machen einem laufend klar, dass hier mit der erstaunlichen Summe von 120 Millionen Dollar ganz großer Fantasy-Müll erzählt wird.</p>
<p><strong>Twilight</strong>-Fanatikern ist es ohnehin völlig egal was ich hier verfasse und die werden sich höchstens darüber ärgern, dass es keine halbstündige Verlängerung mit reinem Liebesgeschwulst zu erleben gab. Alle anderen sollten getrost einen weiten Bogen um dieses Machwerk machen, denn den bunten Bilderreigen aus einem verkitschten Horror-Kindergarten mit völlig überzogener Romantisierung eines fragwürdigen Liebesideals und pseudoreligiösen sowie erzkonservativen Botschaften zwischen den Zeilen muss man nicht unbedingt ertragen haben.</p>
<p>Sollte ein unbedarfter Kino-Geher sich aus unerfindlichen Gründen dennoch in <strong class="movie">Breaking Dawn – Teil 2</strong> verirrt haben, so spende ich hiermit milden Trost mit der Feststellung, dass es tatsächlich schlimmere Arten der Zeitverschwendung gibt, wenn deren Zahl allerdings durchaus überschaubar sein dürfte…</p>
</div>
<p>PS: Legenden berichten, dass Vampire und Werwölfe in vergangener Zeit wirklich coole und gemeinhin gefürchtete Monster waren. Im kalten Licht der Geschichte werden aber Historiker ohne Zweifel zur konsequenten Übereinkunft kommen, dass es Twilight war, das zu einer so radikalen wie erschreckenden Zäsur in dieser allgemein anerkannten Sichtweise führte&#8230;
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		<item>
		<title>Dredd</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/dredd</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Nov 2012 19:07:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Judge Dredd ist eigentlich eine Comic-Figur, die anno 1977 im britischen Magazin 2000 A.D. erstmals das Licht der fiktionalen Welt erblickte. Seither gilt er als die ultimative Instanz für Recht und Ordnung im futuristisch-urbanen Alptraum von Mega-City One, die in 120 Jahren einer der wenigen Zufluchtsorte für hunderte Millionen von Menschen inmitten der post-apokalyptischen Wüste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Judge Dredd</strong> ist eigentlich eine Comic-Figur, die anno 1977 im britischen Magazin 2000 A.D. erstmals das Licht der fiktionalen Welt erblickte. Seither gilt er als die ultimative Instanz für Recht und Ordnung im futuristisch-urbanen Alptraum von Mega-City One, die in 120 Jahren einer der wenigen Zufluchtsorte für hunderte Millionen von Menschen inmitten der post-apokalyptischen Wüste dient. Die elitären Gesetzesvollstrecker, genannt <em>Judges</em>, vereinen die Funktionen von Polizei und Richter in einer Person und fällen ihre Urteile bei Notwendigkeit in einem Feuergefecht, was also nichts anderes als die beschleunigte Ausübung  der Todesstrafe bedeutet.</p>
<p>Dieses großartige Setting eignet sich bestens für eine Umsetzung als actiongeladenen Genre-Film, was 1995 erstmals mit <strong>Sylvester Stallone</strong> in der Hauptrolle geschah. Äußerst aufwändig und teils durchaus spektakulär wurde Mega-City One darin in Szene gesetzt, allerdings blieb dabei vor allem die Handlung etwas auf der Strecke und der plumpe, nur allzu selbstironische Humor führte zu einem zu großen Bruch in der sonst recht stilsicheren Atmosphäre. Meine Sympathien hat <strong class="movie">Judge Dredd</strong> aber bis heute noch.</p>
<p>Unter dem kürzeren Titel <strong class="movie">Dredd</strong> kam nun eine Neu-Verfilmung des SF-Stoffes in die Kinos. Dieses Mal ist es <strong>Karl Urban</strong> (<strong class="movie">Der Herr der Ringe</strong>, <strong class="movie">Riddick</strong>) in der Rolle des unbarmherzigen Judges, der übrigens ganz wie in der gezeichneten Vorlage kein einziges Mal seinen Helm abnimmt. Das Budget ist nun mit knapp 50 Millionen Dollar vergleichsweise bescheiden und ganz generell herrscht nun ein dezenter Reduktionsnismus in der Inszenierung und der Produktion vor. Dennoch oder gerade deshalb haben wir es hier, in meinen Augen, mit dem vielleicht besten Genre-Film des Jahres zu tun…</p>
<p><em>&#8220;I am the law.&#8221;</em></p>
<h3>Mega-Handlung</h3>
<p>In Mega-City One ist eine neue Droge auf dem Markt: das sogenannte Slo-Mo, welches beim Konsumenten nach der Einnahme dazu führt, dass dieser das unmittelbare Geschehen auf extrem verlangsamte Weise vollkommen bewusst wahrnimmt. In einem Wolkenkratzer-Wohnkomplex verbreitet die sadistische Anführerin Ma-Ma mit ihrer Bande den Stoff.</p>
<p>Judge Dredd wird nach einer extrem brutalen Hinrichtung von drei Männern auf diesen Hort des Verbrechens aufmerksam. Judge Anderson, die durch Mutation über telepathische Kräfte verfügt, begleitet ihn und muss nach der Ausbildung ihren allerersten Einsatz erfolgreich absolvieren. Als die beiden Gesetzeshüter vor Ort eintreffen, lässt Ma-Ma den gesamten Komplex abschotten. Für die beiden Judges beginnt ein Kampf ums Überleben…</p>
<p><em>&#8220;Negotiation&#8217;s over. Sentence is death. Negotiation&#8217;s over. Sentence is death.&#8221;</em></p>
<h3>Mega-Spaß</h3>
<p>Es ist eigentlich erstaunlich, wie gut <strong class="movie">Dredd</strong> auf allen Ebenen funktioniert, obwohl oder gerade weil er prinzipiell eher einfach gestrickt ist und eine gewisse Zurückhaltung setzt. Hier gibt es (fast) keine großen Action-Szenen, keine Effekt-Orgien, keine überladenen visuellen Tableaus eines futuristisch-urbanen Settings, keine komplexen Verschachtelungen in der Handlung, keine allzu tiefgründige Figurenzeichnung. Es ist vielmehr ein absolut geradliniger, schneller und zynischer Film, mit teils extrem brutalen Szenen, der nie mehr sein will, als er ist und gerade das macht ihn so verdammt gut.</p>
<p><strong class="movie">Dredd</strong> entwickelt schon sehr früh eine dichte, zudem überraschend realistische Atmosphäre. Die absolute Trostlosigkeit des urbanen Alptraums Mega-City One wird sowohl in gekonnten, wiewohl eher selten präsentierten Effekt-Szenen vermittelt, als auch in der Exposition einer futuristischen Welt, in der Low-Tech und High-Tech aufeinander treffen. Visuelle Höhepunkte bescheren nicht zuletzt jene Momente, in denen die Auswirkungen der Slo-Mo-Droge zu sehen sind: glasklare Superzeitlupen-Aufnahmen, die speziell in einem Feuergefecht äußerst plakativ die Auswirkungen von Schussverletzungen zeigen. Farblich und vom Tempo her ist dies natürlich ein bewusster Gegensatz zum Rest des Films. Gehäuft blitzt dabei die subtile Intelligenz in der Inszenierung auf.</p>
<p>Geradlinige Action bekommt man praktisch auf dem laufenden Band präsentiert. Der Bodycount in den oftmals so schnell wie langsam geschnittenen Schusswechseln ist für die beiden Judges jedenfalls sehr hoch. Dennoch bleibt zwischendurch genug Raum für gelungene Dialog-Szenen. Der Fortlauf der Handlung, welche mehr eine Episode von Judge Dredd erzählt als eine in epischen Bomabst ausuferne Geschichte, wird übrigens durchaus symbolisch im weiteren Vordringen in höhere Stockwerke des Wohnkomplexes, der als begrenzte ‚Bühne‘ des Films dient, dargestellt.</p>
<p>Die Charakterisierung der Judges in ihrer Motivation als ultimative Gesetzesvollstrecker, als letzte und einzige Instanz für das Recht im Chaos einer postapokalyptischen Welt, kommt in <strong class="movie">Dredd</strong> sehr gut zur Geltung, was natürlich bei dieser Comicvorlage mehr als nur wünschenswert ist. Nicht nur hier kann der Film mit innerer Glaubwürdigkeit bei gleichzeitig respektvollen Umgang mit dem Stoff eines anderen Mediums punkten.</p>
<p><em>&#8220;Rookie, you&#8217;re ready?&#8221;</em></p>
<h3>Mega-Darsteller</h3>
<p><strong class="movie">Dredd</strong> mag vielleicht für Schauspieler nicht die Möglichkeit bieten als Oscar-Kandidaten zu glänzen, aber gerade <strong>Karl Urban</strong> als Judge Dredd gelingt es mit runtergezogenen Mundwinkeln auf ganzer Linie zu überzeugen. Seine physische, mimische und stimmliche Präsenz trägt den gesamten Film. Seine junge Begleiterin <strong>Olivia Thirlby</strong> alias Judge Anderson mag zwar nicht ganz mit der Leistung ihres Kollegen mithalten können, aber sie fügt sich als (anfangs) zerbrechliche Übersinnliche recht gut in ihre Rolle ein.</p>
<p>Gesondert erwähnt seien noch die beiden Gegenspieler, die übrigens beide als Serien-Stars einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben. <strong>Lena Headey</strong> als Ma-Ma, kennen viele wohl aus <strong class="movie">Game of Thrones </strong>(seit 2011) oder <strong class="movie">Terminator: The Sarah Connor Chronicles</strong> (2008-2009), wo sie ähnlich dominante Frauenfiguren verkörpern darf. In <strong class="movie">Dredd</strong> bleibt sie allerdings vielleicht ein wenig zu blass und oberflächlich. <strong>Wood Harris</strong> als ihr Untergebener Kay hat in der für mich höchstklassigen Serie <strong class="movie">The Wire</strong> (2002-2008) bereits einen Verbrecher aus der Drogenwelt dargestellt. Hier kann er leider nur kurz glänzen und ist zudem etwas zu lang zu bloßem Schweigen verdammt.<br />
<em><br />
&#8220;Judgement Time.&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result9"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong class="movie">Dredd</strong> ist für mich das überraschende Genre-Highlight des Jahres. Die kompromisslos-brutale Action in einem glaubwürdigen postapokalyptischen Szenario funktioniert mit all seinem dezenten Reduktionismus auf allen Ebenen, nicht zuletzt auch Handlung und Schauplatz, überaus prächtig. Die Comicvorlage wird ernst genommen, die innere Glaubwürdigkeit stimmt. Atmosphärische Dichte ist hier ebenso vorhanden wie pure Coolness in der Figurenzeichnung. Erfreulich ist dabei die intelligente Inszenierung, die sowohl visuell als auch rhythmisch sehr viel zu bieten hat.</p>
<p>Wenn mich vereinzelt etwas gestört hat, so sind es eine Handvoll von merklichen Logikfehlern, wie das Fehlen von Luftfahrzeugen für die Judges oder das allzu lange Schweigen eines mitgeführten Gefangenen. Auch könnten die Charaktere teils einen Tick besser ausformuliert sein. Aber da der Rest von <strong class="movie">Dredd</strong> in sich so stimmig ist und so wunderbar funktioniert, kann ich gerne gnadenvoll darüber hinweg sehen.</p>
<p><strong class="movie">Dredd</strong> ist für mich eine wunderbare Antithese zum Vorgänger <strong class="movie">Judge Dredd</strong> oder generell zu anderen überladenen und gescheiterten SF-Filmen wie <strong class="movie">Prometheus</strong>. <strong class="movie">Dredd</strong> ist der rohe, harte Kern des Genres, am ehesten wohl noch vergleichbar mit <strong class="movie">Die Klapperschlange</strong> (1981), der ebenfalls einen zynischen Abgesang auf die menschliche Zivilisation in der Verlorenheit der gebrochenen Urbanität darstellt. In der Barbarei der Zukunft kann nur der Ordnung ins Chaos bringen, der mit blindem Glauben ein höheres Prinzip über sich und alle anderen stellt. Das ist <strong class="movie">Dredd</strong>.</p>
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		<title>James Bond 007: Skyfall</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Nov 2012 03:39:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Bond. James Bond. Seit 50 Jahren existiert diese Überfigur des Geheimagenten 007 im Dienste Ihrer Majestät auf der großen Leinwand. Der Schriftsteller Ian Fleming hat ihn 1953 erfunden und als Helden für mehrere Romane und Kurzgeschichten kreiert. 1962 war es Sean Connery, der ihn in James Bond jagt Dr. No zum allerersten Mal darstellerisch auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bond</strong>. <strong>James Bond</strong>. Seit 50 Jahren existiert diese Überfigur des Geheimagenten 007 im Dienste Ihrer Majestät auf der großen Leinwand. Der Schriftsteller <strong>Ian Fleming</strong> hat ihn 1953 erfunden und als Helden für mehrere Romane und Kurzgeschichten kreiert. 1962 war es <strong>Sean Connery</strong>, der ihn in <strong class="movie">James Bond jagt Dr. No</strong> zum allerersten Mal darstellerisch auf so prägende Weise verkörperte.</p>
<p>Über die Dekaden hinweg folgten 21 weitere Teile, von denen einige als zeitlose Klassiker gelten, andere wiederum (wohl nicht nur in meinen Augen) als eher miserabel bezeichnet werden dürfen. Aber stets waren die einzelnen Filmwerke der <strong>James Bond</strong>-Reihe vor allem dies: ein Spiegel der Popkultur, Repräsentanten der jeweiligen soziopolitischen Ära und cineastische Knotenpunkte des massentauglichen Action-Kinos. All dies mag durchaus graduell unterschiedlich präzise zum Ausdruck kommen, aber gänzlich zu ignorieren ist dieses Phänomen in seinem gesamten Kontext wohl kaum. Ein neuer <strong>Bond</strong> ist immer ein kleines filmisches, wenn nicht gar multimediales Ereignis.</p>
<p><strong>Daniel Craig</strong> ist nun zum dritten Mal der ‚Neue‘. In <strong class="movie">Casino Royale</strong> (2006) wurde nach dem regelrechten Totlaufen der Franchise mit <strong>Pierce Brosnan </strong>(und dem furchtbaren <strong class="movie">Stirb an einem anderen Tag</strong> von 2002) ein Neustart gewagt. 007 erfährt, historisch wiewohl losgelöst, seine Vorgeschichte und mit <strong class="movie">Skyfall</strong> ist er wieder am Anfang angelangt.</p>
<p><em>&#8220;007 reporting for duty.&#8221;</em></p>
<h3>Death and Rebirth</h3>
<p>Der MI6 hat James Bond (<strong>Daniel Craig</strong>) und Eve (<strong>Naomie Harris</strong>) in die Türkei entsandt um ein Festplatte wiederzubeschaffen, die alle Identitäten von NATO-Agenten in terroristischen Organisationen enthält. Der Einsatz misslingt und 007 zieht es danach für einige Zeit vor von der Bildfläche zu verschwinden. Schließlich wird das Hauptgebäude des MI6 Ziel eines Anschlags. Offenbar sollte auch ‚M‘ (<strong>Judi Dench</strong>), die Chefin des Auslandsgeheimdienstes, dabei zum Opfer werden. James Bond, der nach einer Verletzung nicht gerade in Topform ist, entschließt sich zur Rückkehr um Jagd auf den Drahtzieher hinter all den Terrorakten zu machen. Nach einem Ausflug nach Shanghai soll er ihm (<strong>Javier Bardem</strong>) auch begegnen…</p>
<p><em>&#8220;England&#8230; Mi6&#8230; so old-fashioned!&#8221;</em></p>
<h3>Old School is New School</h3>
<p>Wer an <strong>James Bond</strong> bisher die überzogene Action, aberwitzige Dialoge, etwas arg verquere Bösewichte  und die gigantischen Schauplätze geliebt hat, wird wohl mit <strong class="movie">Skyfall</strong> nicht so ganz warm werden. Hier ist alles einen Gang runter geschaltet, alles etwas dezenter, zurückhaltender, subtiler. Dies betrifft sowohl die gesamte Inszenierung mit ausladenden Dialog-Szenen, als auch die angenehm unaufgeregte Kameraführung bei den Action-Sequenzen.</p>
<p>Freilich gibt es noch hastige Verfolgungsjagden und schnelle Schussduelle, aber die kommen (fast) ganz ohne PKWs mit Raketen unter der Kühlerhaube noch mit Laserwaffen in Armbanduhren aus. Natürlich ist alles nach wie vor einen deutlichen Tick ‚larger than life‘, sowohl was die Figuren, das Setting und überhaupt die Handlung betreffen, aber in <strong class="movie">Skyfall</strong> gelingt praktisch die Quadratur des Kreises, indem der neue, ‚realistischere‘ <strong>Bond </strong>von 2012 eine gelungene Symbiose mit dem alten, ‚traditionellen‘ Bond von 1962 eingeht. Fast scheint es so, als hätte 007 nach einer inneren Läuterung (tatsächlich auf inhaltlicher Ebene) und einer deutlichen Verwirrung (wie u.a. dem Vorgänger <strong class="movie">Ein Quantum Trost</strong> oder dem sonst formidablen, aber etwas zu <em>‚Bourne‘-</em>lastigen <strong class="movie">Casino Royale</strong>) nun endlich sein eigenes Selbstbewusstsein und seine ureigene Stilsicherheit (wieder)gefunden.</p>
<p>Wobei, diese von allem losgelöste popkulturelle Meta-Figur war ja schon immer ein virtuelles Chamäleon der Moderne, also bitte nicht zu ernst nehmen, den Charme an den richtigen Stellen erkennen und sich gerne bei ein wenig Quatsch zwischendurch schuldlos unterhalten fühlen. Ja, <strong>Bond</strong> macht endlich wieder richtig Spaß, nicht zuletzt wenn man sich als Kenner am ausladenden Zitaten-Reigen zu erfreuen weiß. Auch und besonders weil nun etwas Ambivalenz hinzu gekommen ist. Eine gewisse Gebrochenheit, Verlorenheit und deutliche Skrupellosigkeit neben all seinem Macho-Gehabe ist nun auch vorhanden. Alter und Verletzlichkeit lassen sich selbst bei einer Figur wie dieser nicht ewig leugnen. Und der psychopathische Gegenspieler hat hier durchaus menschliche, ja sympathische Züge, wobei ein wenig versteckt freilich.</p>
<p><em>&#8220;What did you expect, an exploding pen?&#8221;</em></p>
<h3>Nobody is perfect, except…</h3>
<p>Mit etwas kritischem Auge macht einen der neue <strong>Bond </strong>doch nicht vollkommen glücklich. Phasenweise holpert es ein bisschen im Drehbuch und die innere Logik wird manchmal auch etwas zu viel gebogen. Kleinere Längen zwischendurch bremsen den ansonsten sehr gelungenen Rhythmus. Merklich störend empfand ich besonders den finalen Umgang mit dem <strong>Bond-Girl</strong> Sévérine, nicht zuletzt weil die Darstellerin <strong>Bérénice Marlohe</strong> wirklich zu überzeugen wusste. Hier hätte man gerne mal mit einer gewissen Tradition durchaus brechen können.</p>
<p>Zwei darstellerische Leistungen müssen aber freilich noch erwähnt werden: erstmals <strong>Javier Bardem</strong>, der hier als Raoul Silva einen der erinnerungswürdigsten Fieslinge der gesamten Reihe verkörpert. Sehnsucht nach der verlorenen Unschuld zeigt er genauso wie berechnenden Irrsinn. Beides vereint spielt er auf seine eigenwillige Weise mühelos vor der Kamera. Außerdem darf er an Bonds ansonsten unzweifelhafter Heterosexualität ein wenig ankratzen, was natürlich zu eine der witzigeren Szenen führt.</p>
<p>Und <strong>Daniel Craig</strong> hat für mich inzwischen die Qualitäten eines <strong>Sean Connery </strong>zu seinen besten <strong>Bond</strong>-Zeiten erreicht. Dieser Eindruck entsteht nicht nur aufgrund seiner physischen (respektive gealterten) Präsenz, sondern auch wegen des dezent zurückhaltenden Schauspiels, bei dem sich die großen Emotionen im subtilen Mienenspiel verbergen und dabei das richtige Maß an englischem Charme nicht zu kurz kommt. In <strong class="movie">Skyfall</strong> hat <strong>Craig</strong> seine Vervollkommnung von 007 erreicht und damit Anschluss an die Granden <strong>Connery</strong> und <strong>Moore </strong>erlangt. Noch ein, zwei feine Filme mehr und der Fan darf sich an einer neuen <strong>Bond</strong>-Ikone erfreuen.</p>
<p><em>&#8220;What do you say about a man like that?&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result9"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p>Für mich ist <strong class="movie">Skyfall</strong> der beste Bond seit Jahren, der beste Bond der bisherigen <em>‚Craig-Trilogie‘</em> und überhaupt im Gesamtwerk von 50 Jahren <strong>Bond</strong> mit lustvollem Zitieren der gelungene Anschluss an den Beginn der Reihe, bei gleichzeitigem Etablieren einer neuen Qualität, einer neuen Bildsprache und einem neuen Zugang zur Meta-Ikone 007.</p>
<p>Ich war ja im Grunde nie ein besonderer Fan des britischen Geheimagenten, auch wenn ich seine cineastische Relevanz immer anerkannt habe. Zu oft glitten für mich das Setting und die Handlung vergangener Teile in quietschig-bunte Lächerlichkeiten ab. In <strong class="movie">Skyfall</strong> jedoch ist er da: der Charme, der Witz und der Stil von <strong>Bond </strong>in seinen besten Zeiten. Und dies alles bei einer gelungenen Inszenierung, spannender aber nicht zu überzogener Action und teils hervorragend geschriebenen Dialogen und zumindest interessanten, wenn nicht gar faszinierenden Figuren.</p>
<p><strong class="movie">Skyfall</strong> ist für viele <strong>Bond</strong>-Fans und <strong>Bond</strong>-Sympathisanten das vielleicht größte <strong>Bond</strong>-Fest seit langer Zeit. Allen anderen kann ich ihn auch nur empfehlen. In jedem Fall aber ein Highlight im Kino-Jahr 2012.</p>
</div>
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		<title>96 Hours – Taken 2</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/96-hours-taken-2</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Oct 2012 12:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ms91</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer ein Faible für Actionfilme hat, kann an 96 Hours (2008) nicht vorbeigekommen sein. Der erste Teil war großartig und ich kenne eigentlich kaum jemanden, der ihn erstens nicht gesehen hat und zweitens ihn nicht mochte. Liam Neeson als Vater, der sein gesamtes Sinnen und Trachten bedingungslos in den Dienst der Rettung seiner Tochter aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ein Faible für Actionfilme hat, kann an <strong class="movie">96 Hours</strong> (2008) nicht vorbeigekommen sein. Der erste Teil war großartig und ich kenne eigentlich kaum jemanden, der ihn erstens nicht gesehen hat und zweitens ihn nicht mochte. <strong>Liam Neeson</strong> als Vater, der sein gesamtes Sinnen und Trachten bedingungslos in den Dienst der Rettung seiner Tochter aus den Fängen gefährlicher Menschenhändler stellt, konnte damals wirklich überzeugen. Die Ankündigung des zweiten Teils der Reihe machte mich allerdings eher skeptisch – will Hollywood hier abermals eine Idee in einem Sequel ausschlachten? Jein, soviel sei vorweg genommen, doch nun im Detail…</p>
<p><em>&#8220;If I kill you, your other sons will come and seek revenge?&#8221;</em></p>
<h3>Wer Wind sät, wird Sturm ernten</h3>
<p>Das letzte Mal war Paris Schauplatz der Inszenierung. Bei der Fortsetzung entschied man sich für Istanbul. Der Film beginnt zunächst mit Szenen, die die albanische Familie der im ersten Teil in Paris getöteten Männer zeigt. Die männlichen Vertreter schwören Rache an dem Mörder ihrer Söhne und Brüder zu nehmen. Nach diesem Auftakt verlagert sich die Handlung nach Amerika – vermutlich einige Zeit nach der spektakulären Rettungsaktion. <strong>Liam Neeson</strong> (<strong class="movie">Battleship</strong>, <strong class="movie">The Dark Knight Rises</strong>) gibt erneut Bryan Mills, den Ex-Agent und Freizeit-Zwangsneurotiker, welcher immer noch um ein Stück Normalität in seinem Leben kämpft und sich beispielsweise penibel an die Verabredung zum Fahrtraining mit seiner Tochter Kim (<strong>Maggie Grace</strong>) hält. Der Teenager hat allerdings längst nicht nur den lang ersehnten Führerschein im Kopf, sondern beschäftigt sich viel lieber mit ihrem neuen Freund – sehr zum Leidwesen ihres Vaters. Und um den Reigen der Widrigkeiten des Lebens perfekt zu machen, lässt sich der zweiten Ehemann von Bryans Ex-Frau Lenore (<strong>Famke Janssen</strong>) gerade von ihr scheiden. Bryan, der beruflich als Sicherheitsexperte nach Istanbul reisen muss, lädt Lenore und Kim daher kurzerhand ein, ihn nach seinen beruflichen Verpflichtungen dort zu treffen, um ein paar Tage gemeinsam auszuspannen. Doch stattdessen treten nun die anfangs erwähnten Albaner auf den Plan. Sie entführen Bryan und Lenore – das Unheil nimmt seinen Lauf…</p>
<p><em>&#8220;Listen to me carefully, Kim. Your mother; is going to be taken. And people are gonna come for you to.&#8221;</em></p>
<h3>Auge um Auge, Zahn um Zahn</h3>
<p>Für den zweiten Teil konnten erneut alle erwähnenswerten Schauspieler des ersten Teils gewonnen werden. <strong>Rade Šerbedžija</strong> (<strong class="movie">Batman Begins</strong>, <strong class="movie">Shooter</strong>) spielt Murad Hoxha, das Oberhaupt der albanischen Familie und somit mehr oder weniger den Antagonisten. Das Drehbuch wurde, ebenfalls wie beim ersten Teil, von <strong>Robert Mark Kamen</strong> (<strong class="movie">Transporter 2 u. 3</strong>, <strong class="movie">Colombiana</strong>) und dem berühmten Regisseur <strong>Luc Besson</strong> (<strong class="movie">Léon – Der Profi</strong>, <strong class="movie">Das fünfte Element</strong>) beigesteuert. <strong>Besson</strong> übernahm auch gleichzeitig die Produktion. Als Regisseur konnte man <strong>Oliver Megaton</strong> (<strong class="movie">Transporter 3</strong>, <strong class="movie">Colombiana</strong>) verpflichten. Die „Macher“ haben demnach schon öfter zusammen gearbeitet, was meines Erachtens immer auf eine höhere Qualität hoffen lässt.</p>
<p><em>&#8220;My turn.&#8221;</em></p>
<h3>Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein</h3>
<p>Grundsätzlich vereint <strong class="movie">96 Hours – Taken 2</strong> alle Ansätze für einen guten Actionfilm – es wird geschossen, getötet und gefoltert. Es gibt Verfolgungsjagden, spektakuläre Stunts und selbstverständlich einen Showdown am Ende. Dennoch verläuft der Film insgesamt zu sehr nach Schema F. Natürlich impliziert schon der Titel, dass es erneut eine Entführung geben wird. Natürlich erwartet man von einer Fortsetzung heutzutage kaum Neues und Einfallsreiches. Das ist aber ein generelles Problem der Branche und haftet nicht nur <strong class="movie">96 Hours – Taken 2</strong> an. Trotzdem hatte ich mir nach dem sehr guten Erstling mehr erhofft. Einzig allein <strong>Liam Neeson</strong> kann durch seine Spielkunst hervorstechen. Ansonsten plätschert, wenn man das von einem Actionfilm sagen kann, das Geschehen an einem vorbei ohne wirklich Fahrt aufzunehmen. Die albanische Familie und vor allem deren Oberhaupt und Gegenspieler von Neeson bleiben blass und für den Zuschauer meist undurchsichtig. Hinzu kommen noch zum Teil hanebüchene Logiklücken, die jedweder Lebensrealität widersprechen, und Dialoge, die mitunter zum Reißausnehmen sind. Bei einem ansonsten starken Film sieht man darüber hinweg, bei diesem leider nicht.</p>
<p><em>&#8220;What are you gonna do? &#8211; What I do best.&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result6"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von ms91</span></h1>
<p>
Letztendlich kann <strong class="movie">96 Hours – Taken 2</strong> nicht an die Stärken seines Vorgängers anknüpfen. Wenn man es ganz streng nimmt, liegt die einzige Veränderung darin, dass Bryan Mills zunächst selbst entführt wird und seine Tochter sich dieses Mal auf die Suche nach ihren Eltern begibt. Die Dialoge wirken zum Teil viel zu hölzern und hätten daher im Ergebnis manchmal auch ganz entfallen können. Dennoch vermag der Film zumindest größtenteils zu unterhalten, sodass der Kauf der Kinokarte insgesamt nicht völlig umsonst war. <strong class="movie">96 Hours – Taken 2</strong> ist ein solider, aber auf keinen Fall hochklassiger Actionthriller. Man hat nicht das Gefühl, dass eine Grundidee hier wirklich bis zum Exzess ausgeschlachtet werden sollte, allerdings bewegt sich das Sequel eher auf durchschnittlichem Niveau heutiger Fortsetzungen. Wer noch ein paar Monate warten kann, kann sich den Streifen daher ebenso gut in der Videothek seines Vertrauens für die Durchsicht in den eigenen vier Wänden entleihen.</p>
</div>
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		<title>Resident Evil: Retribution</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/resident-evil-retribution</link>
		<comments>http://www.kinofilme.com/reviews/resident-evil-retribution#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 23:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Resident Evil war anno 1996 einer der erfolgreichsten Videospiele-Titel auf der Playstation und gilt als Meilenstein im Genre des Survival-Horrors. Es folgten über ein halbes Dutzend weiterer Fortsetzungen, diverse Romane, Comics und Animationsfilme, die die Franchise bis heute recht lebendig halten. Natürlich bietet sich ein solcher Stoff auch für eine Umsetzung auf die große Leinwand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong class="movie">Resident Evil</strong> war anno 1996 einer der erfolgreichsten Videospiele-Titel auf der Playstation und gilt als Meilenstein im Genre des Survival-Horrors. Es folgten über ein halbes Dutzend weiterer Fortsetzungen, diverse Romane, Comics und Animationsfilme, die die Franchise bis heute recht lebendig halten. Natürlich bietet sich ein solcher Stoff auch für eine Umsetzung auf die große Leinwand an, besonders dann, wenn er als simpel gestrickter Zombie-Streifen mit genug Action und Gewalt das gemeine Publikum anzulocken vermag.</p>
<p>Der bekannteste deutsche Produzent <strong>Bernd Eichinger</strong> (<strong class="movie">Der Untergang</strong>, <strong class="movie">Das Parfum</strong>), der 2011 verschied, war schließlich federführend für die erste Adaption, die mit dem gleichnamigen Titel 2002 in die Kinos kam. <strong>Paul W. S. Anderson</strong> (<strong class="movie">Mortal Kombat</strong>, <strong class="movie">Alien vs. Predator</strong>) konnte als Regisseur gewonnen werden und die Hauptrolle übernahm das serbisch-russische Supermodel <strong>Milla Jovovich</strong>, die sich über die Jahre in Filmen wie <strong class="movie">Das Fünfte Element</strong> (1997) oder <strong class="movie">Ultraviolet</strong> (2005) als Schauspielerin in Europa und Hollywood etablieren konnte.</p>
<p>Tatsächlich war der Erfolg von <strong class="movie">Resident Evil</strong> so groß, dass diverse Fortsetzungen produziert werden mussten, die sich großteils nur noch lose an die Game-Vorlage halten: <strong class="movie">Resident Evil: Apocalypse</strong> (2004), <strong class="movie">Resident Evil: Extinction</strong> (2007) und <strong class="movie">Resident Evil: Afterlife</strong> (2010). Frau <strong>Jovovich</strong> alias Alice bekämpft in allen Teilen gegen die so korrupte wie bösartige Umbrella Corporation, die mit dem von ihnen geschaffenen T-Virus den Großteil der Weltbevölkerung in eine mutierende Zombie-Horde verwandelt hat.</p>
<p>Mit <strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> folgt nun die von den Fans (deren Zahl nicht allzu groß ist, wie ich hoffe) sehnsüchtig erwartete Fortführung der Saga, die wiederum direkt an das Finale des Vorgängers anschließt. Natürlich ist Frau <strong>Jovovich</strong> erneut in der Hauptrolle zu sehen und ihr inzwischen angetrauter Ehemann Herr <strong>Anderson</strong> führt wiederholt Regie, in diesem belanglosesten und überflüssigsten Machwerk, das ich je gesehen habe…</p>
<p><em>&#8220;Sweet ride.&#8221;</em></p>
<h3>Ein Film, der nichts hat,…</h3>
<p>An dieser Stelle versuche ich in alter Tradition kurz den Inhalt des von mir begutachteten Films in knappen Worten zu erläutern. Ich will dies hiermit auch gerne tun: junge Frauen in knappen Outfits metzeln sich durch Zombie-Horden. Sie bewegen sich dabei von Örtlichkeit A nach Örtlichkeit B und dann nach Örtlichkeit C. Zwischendurch sterben ein paar Männer, die ihnen helfen wollen. Klone kommen auch vor. Viele Klone. Aber noch mehr Zombies. Auch mutierte Zombies. Am Schluss bekämpfen sich die Frauen in knappen Outfits. Das war’s. Mehr passiert nicht.</p>
<p><em>&#8220;What?&#8221;</em></p>
<h3>…der nichts kann…</h3>
<p>Ich habe, soweit ich zurückdenken kann, noch nie einen solchen vollkommen belanglosen Film gesehen, der an Irrelevanz und Plattheit praktisch unüberbietbar scheint. Hier gibt es keine einzige originelle Idee, keinerlei auch nur irgendwie erwähnenswerte Handlung, keine einzige gewitzte Dialogzeile, keine einzige interessante Figur und keine einzige Szene, die man nicht irgendwo schon einmal und noch dazu besser gesehen hätte.</p>
<p>Alles wirkt vollkommen austauschbar und beliebig. Dies geht in geradezu symptomatischer Weise soweit, dass die Schauplätze in der Filmlogik selbst nur noch Staffage, bloße Kulisse geworden sind, die einfach nur dazu dienen um die knapp bekleideten Frauen vor anderen Hintergründen die Zombies niedermetzeln zu lassen. Tatsächlich sind ebenso viele der Hauptfiguren völlig ersetzbar, da sie als Klone auftreten, die je nach Notwendigkeit des Drehbuchs anders motiviert sind. Weil die gesamte Geschichte zudem durchgehend vorhersehbar ist, kann <strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> zu keinem Zeitpunkt auch nur den Ansatz eines Spannungsbogens aufbauen. Natürlich gibt es bemühte Schock-Effekte und ein paar kaum glaubhafte Versuche von Plot-Twists, aber selbst die genre-spezifischen Splatter-Momente wirken erschreckend unspektakulär. Keine Spur von Horror, nur zunehmende Langeweile, die einen beinahe einschlafen lässt, was durchaus eine erstaunliche Leistung für diese Art von Film ist.</p>
<p>Und selbst wenn man sich noch so bemüht, nicht nachzudenken über das Dargebotene und das Gehirn auf Durchzug schaltet, so wird man dennoch auf merkliche Weise immer wieder daran erinnert, dass der Autor (<strong>Paul W. S. Anderson</strong> himself) auf jegliche Logik oder Glaubwürdigkeit pfeift und darauf baut, dass das Publikum wirklich jede Dämlichkeit protestlos zu fressen vermag.</p>
<p>Ich weiß gerade nicht, ob ‚egal‘ einen Superlativ hat, aber für <strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> ist er für die Rezeption in jedem Fall ausnahmslos anzuwenden.</p>
<p><em>&#8220;My name is Alice, and this is my world.&#8221;</em></p>
<h3>…und nichts ist.</h3>
<p>Ich hatte dereinst den Eindruck, <strong>Milla Jovovich</strong> wäre eine zumindest passable Schauspielerin. Das ist sie nicht. Zumindest nicht nach der Leistung. Fast 96 Filmminuten den gleichen Gesichtsausdruck beizubehalten ist keine Leistung. Aber damit reiht sie sich sehr gut in den Rest des vergessenswerten Casts ein. Lediglich <strong>Michelle Rodriguez</strong> soll kurz erwähnt werden, die man ja doch aus der Serie <strong class="movie">Lost</strong> (2004-2010), <strong class="movie">Avatar – Aufbruch nach Pandora</strong> (2009) oder <strong class="movie">Machete</strong> (2010) kennen dürfte. Wobei man wohl fairerweise sagen muss, dass selbst der verdienteste <strong>Oscar</strong>-Preisträger bei einem solchen Drehbuch nur auf ganzer Linie zu verlieren vermag.</p>
<p>Man könnte noch erwähnen, dass zumindest das Produktionsdesign samt den Effekten und dergleichen halbwegs ordentlich gelungen ist, aber andererseits bedarf es wohl nicht viel einige blass geschminkte Statisten vor dem Greenscreen rumhampeln zu lassen und nachträglich die computergenerierte Kulisse einzukleben. In 3D soll <strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> angeblich sein. Das merkt man wirklich nur bei der Eröffnungssequenz, die allerdings wiederum das Finale des Vorgängers ist und dafür dürften die Macher schlicht genug Zeit für eine ordentliche Nachbearbeitung gehabt haben.</p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result1"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> ist genau die Sorte Film, bei dem ich im Vorfeld keinerlei Erwartungen hatte und selbst dies wurde noch unterboten. Die Macher vermögen es nicht einmal, einen schlichten, kurzweiligen Zombie-Streifen mit ordentlich Action und ein paar Horror-Einlagen zu fabrizieren, nein, vielmehr haben sie hiermit die Quintessenz der cineastischen Belanglosigkeit geschaffen. Dies ist destillierte Überflüssigkeit in Reinform, wie sie sonst kaum wo jemals medial verbreitet wurde.</p>
<p>Wenn alles nur noch aus zigfach bekannten Versatzstücken besteht, die aneinandergereiht mit augenscheinlicher Lustlosigkeit runtergedreht werden um einfach nur irgendwie die nächste Fortsetzung in der Franchise zu rechtfertigen, die ein paar ideenlose Filmemacher zuviel Geld verdienen lässt, dann möge doch bitte das ohnehin schon verdumpfte Durchschnitts-Publikum wenigstens hier eine Ausnahme machen und im stillen Protest wider diesem kulturlosen Quatsch das Kinoticket einfach nicht einlösen.</p>
<p>Ja, auch ich kenne den Bodensatz des Zombiefilm-Genres, aber das hier ist noch die eine oder andere Liga darunter, vielleicht nicht einmal weil er handwerklich so dermaßen übel gemacht ist, sondern weil <strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> es in keiner Sekunde wagt, auch nur den Ansatz von etwas Neuem und somit Spannendem, Interessanten zu bieten.</p>
<p>Albert Einstein soll einmal gesagt haben, die Definition von Wahnsinn sei es, immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Nun, der repitative Dummsinn für ein abgestumpftes Publikum, das sich immer mit der gleichförmigen cineastischen Gülle neu zu unterhalten wähnt, hat hiermit seinen Höhepunkt erreicht. Jede Sekunde von <strong class="movie">Resident Evil: Retribution</strong> ist in der Beschauung verschwendete Lebenszeit. Sollte man sich selbigen dennoch antun wollen, empfehle ich für diese 96 Minuten alternativ eine schlichte, weiße Wand. Weniger Langeweile garantiert…</p>
</div>
<p><strong>PS:</strong> Immerhin wissen wir nun, dass es neben <em>Nazi-Zombies</em> auch <em>Kommunisten-Zombies</em> gibt. Welch ein wertvoller Beitrag für das Zombie-Genre!
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		<title>Prometheus – Dunkle Zeichen</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Aug 2012 01:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Alien war der Anfang. Dieser Film hat mit seinem Erscheinen 1979 das Science-Fiction-Genre gänzlich neu definiert. Anstatt freundlicher und humanoid anmutender Außerirdischer, blitzsauberen Raumschiffen oder edlen Rittern mit Lichtschwertern bekam man ein so bizarres wie bestialisches Geschöpf zu sehen, das verzweifelte Crew-Mitglieder durch die klaustrophobischen Gänge eines verrosteten Weltall-Frachters jagte. Der Regisseur Ridley Scott (Blade Runner, Gladiator) und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alien</strong> war der Anfang. Dieser Film hat mit seinem Erscheinen 1979 das Science-Fiction-Genre gänzlich neu definiert. Anstatt freundlicher und humanoid anmutender Außerirdischer, blitzsauberen Raumschiffen oder edlen Rittern mit Lichtschwertern bekam man ein so bizarres wie bestialisches Geschöpf zu sehen, das verzweifelte Crew-Mitglieder durch die klaustrophobischen Gänge eines verrosteten Weltall-Frachters jagte. Der Regisseur <strong>Ridley Scott</strong> (<strong class="movie">Blade Runner</strong>, <strong class="movie">Gladiator</strong>) und die Hauptdarstellerin <strong>Sigourney Weaver</strong> (<strong class="movie">Ghostbusters</strong>, <strong class="movie">Avatar</strong>) begannen damit ihre sensationellen Karrieren in Hollywood. Der Schweizer Künstler <strong>H. R. Giger</strong> (<strong class="movie">Dune</strong>, <strong class="movie">Species</strong>) erschuf mit seinem <strong class="movie">Alien</strong>-Design eine der genialsten Monster-Kreationen der gesamten Filmgeschichte und wurde dafür mit dem <strong>Oscar</strong> ausgezeichnet. Danach folgten drei weitere Teile der Franchise von teils sehr unterschiedlicher Qualität: <strong class="movie">Aliens</strong> (1986) von <strong>James Cameron</strong> (<strong class="movie">Titanic</strong>, <strong class="movie">Avatar</strong>), <strong class="movie">Alien 3</strong> (1992) von <strong>David Fincher</strong> (<strong class="movie">Se7en</strong>, <strong class="movie">The Social Network</strong>) und <strong class="movie">Alien – Die Wiedergeburt</strong> (1997) von <strong>Jean-Pierre Jeunet</strong> (<strong class="movie">Die Stadt der verlorenen Kinder</strong>, <strong class="movie">Die fabelhafte Welt der Amélie</strong>).</p>
<p>Das Universum sponn sich aber besonders in Comics seit den 80er Jahren noch viel weiter fort. Zudem kam es schließlich zu Crossovern mit einem anderen außerirdischen Wesen, nämlich dem <strong>Predator</strong>, wovon das erste Exemplar 1987 mit <strong>Arnold Schwarzenegger</strong> in der Hauptrolle auftrat. Die <strong class="movie">Alien vs. Predator</strong>-Filme (2004 und 2007) sollten aber nicht wirklich überzeugen können und vom so intensiven wie subtilen Horror des Originals blieb ohnehin nur noch wenig übrig.</p>
<p>Am 8. August war nunmehrig die Premiere vom <strong class="movie">Alien</strong>-Prequel <strong class="movie">Prometheus</strong>, der im Vorfeld ohne Zweifel hohe Erwartungshaltungen weckte, nicht nur aufgrund von formidablen Trailern, sondern auch aufgrund <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DOOJl5lWNfM" target="_blank">hervorragender viraler Clips</a>. Außerdem hat niemand geringerer als <strong>Ridley Scott</strong> höchstpersönlich die Regie übernommen, der damit nach <strong class="movie">Blade Runner</strong> (1982) erstmals wieder zu seinen Wurzeln im SF-Genre zurückkehrt.</p>
<p>Ich für meinen Teil halte ja <strong class="movie">Alien</strong> für einen der bedeutendsten und besten Filme in der gesamten Kinogeschichte und verharrte daher in höchster Vorfreude. Am Ende war ich dann aber so enttäuscht, sodass der Ärger selbst am nächsten Tag noch nicht ganz verflogen war…</p>
<p><em>&#8220;Prometheus has landed.&#8221;</em></p>
<h3>Die Götter von den Sternen</h3>
<p>Das Raumschiff Prometheus wird mit einer mehrköpfigen Besatzung vom Weyland-Megakonzern in ein weit entferntes Sternensystem geschickt, in welchem Wissenschaftler auf einem Mond die Schöpfer des menschlichen Lebens auf der Erde vermuten. Tatsächlich befinden sich dort uralte, tempelartige Anlagen, in denen kosmisches Grauen lauert. Nicht nur werden tote Leiber von humanoiden Außerirdischen entdeckt, sondern auch tausende zylindrische Objekte, die offenbar eine aggressive Biomasse enthalten. Übereifriges Nachforschen der Wissenschaftler und das intrigante Agieren eines Androiden lösen schließlich eine Kette von Ereignissen aus, die die Vernichtung des Planeten Erde bedeuten könnte…</p>
<p><em>&#8220;There is nothing in the desert and no man needs nothing.&#8221;</em></p>
<h3>Frühe Zweifel und der Diebstahl am Genre</h3>
<p>Famos wirkt anfangs noch die atmosphärische Einführungssequenz (die in ihrer frühen Offenbarung der ‚neuen‘ Aliens eine nicht unkluge Antithese zum Original darstellt), ehe ihre Konklusion mit einem plumpen Zoom à la <strong class="movie">CSI</strong> auf sich verändernde Genstränge bereits erste Zweifel hochkommen lässt, ob <strong>Ridley Scott</strong> nicht nur sein visuelles Genie verloren hat, sondern auch sein Gespür für das SF-Genre als Ganzes.</p>
<p>Zwar gelingt es dem Film in der Folge einiges an Intensität zu gewinnen und immer wieder horcht man bei tollen Dialogzeilen auf, staunt über die Perfektion der Effekte, begeistert sich für die Stilsicherheit des Produktionsdesigns, erkennt als Kenner schöne Zitate oder versinkt langsam im Grauen dieses Weltraum-Horrors, aber je weiter sich die Geschichte entfaltet umso tiefere Löcher tauchen im Drehbuch auf, vermisst mehr und mehr eine innere Logik und stolpert zudem über ziemliche geschmacklose, wenn nicht gar sinnlose Szenen. Das Niveau fällt schließlich rapide und man glaubt sich in einem blutig-stumpfen B-Movie wiederzufinden, der einfach zu viel an Budget bekommen hat und nur zufällig im <strong class="movie">Alien</strong>-Universum spielt.</p>
<p>Beinahe erschreckend zudem aus wie vielen Versatzstücken des SF-Film-Genres und darüber hinaus die Story zusammenklaut wurde: von <strong class="movie">2001 – A Space Odyssey</strong> hat man hier ebenso plump abgekupfert wie von <strong class="movie">Blade Runner</strong>, dem Roman <strong class="movie">At the Mountains of Madness</strong> von <strong>H.P. Lovecraft</strong> und die ‚Theorien‘ eines gewissen <strong>Erich von Däniken</strong> sind überdeutlich erkennbar narratives Element. Gerade in letzterer Hinsicht hat vor allem <strong class="movie">Stargate</strong> gezeigt, wie sich daraus ein viel gelungenerer Weltentwurf stricken lässt. Wer frühe Drehbuch-Entwürfe und Konzeptionen des originalen <strong class="movie">Alien</strong> kennt, weiß zudem, dass man sich reichlich aus einem bereits vorhandenen Fundus bedient hat, ohne kaum wirklich Originäres hinzuzufügen. Der Gipfel der ‚geborgten‘ Ideen ist schließlich das Schiffsdesign der Prometheus selbst, welches sich nur marginal von einem weltalltauglichen Transportvehikel der <a href="http://www.kinofilme.com/reviews/firefly-die-komplette-serie" target="_blank">Firefly</a>-Klasse unterscheidet.</p>
<p><em>&#8220;Can you imagine how disappointing it would be for you to hear the same thing from your creator?&#8221;</em></p>
<h3>Grenzenlose Dummheit und ein Alien-Film, der keiner sein will</h3>
<p>Bei ansonsten wirklich guten Filmen sehe ich ja mal gerne über kleinere Logikfehler hinweg, aber hierbei ist es vor allem die generelle Figurenzeichnung der wissenschaftlichen Crew, die einem schon mal mit der Hand auf den Kopf greifen lässt, denn offenbar haben wir es hier mit den dümmsten Vertretern dieser Zunft zu tun (der Megakonzern Weyland konnte sich scheinbar kein besseres Team leisten). Nicht nur, dass sie sich permanent dem Risiko aussetzen, mit Alien-DNA infiziert zu werden, nein, sie sind gerade zu begierig danach von gefährlichen Tentakeln umschlungen ihr Leben auszuhauchen oder ‚vergessen‘ gerne mal, dass im unteren Deck eine außerirdische Bestie fröhlich vor sich hin mutiert. Notoperationen am eigenen Uterus ohne viel Betäubung sind zudem kein Problem (für mich der geschmacklose Höhepunkt des Streifens), das inkompetente Wachpersonal meidet regelrecht Kontrollgänge in den Fluren und das blinde Vertrauen in den Androiden bis zum bitteren Ende erscheint im Kontext seines steten Handelns auch äußerst fragwürdig.</p>
<p>Bis zum Finale hin verirren sich dann doch wieder ein paar schönere Szenen in das zunehmend bemühte, letztlich zweit- bis drittklassige Spektakel, aber besonders mit dem krampfhaft auf Fortsetzung getrimmten Schluss bleibt man äußerst unbefriedigt und enttäuscht zurück. Vor allem fragt man sich, was man denn nun gesehen habe? Ein echtes <strong class="movie">Alien</strong>-Prequel? Ein Reboot der Franchise? Der Beginn einer gänzlich neuen SF-Trilogie mit einer ‚Prise‘ <strong class="movie">Alien</strong>? Die konsequente Unentschlossenheit in dieser Hinsicht lässt einen erneut arg zweifeln, ob die Drehbuchautoren denn überhaupt ihr Geld wert gewesen wären.</p>
<p>Somit bleibt auch die Entfaltung eines nihilistisch-horriblen Universums mit fundamental existenzialistischen Fragen nach Herkunft und Gott in einem erschreckend verkümmerten Ansatz stecken. Alles Potential geht verloren und übrig verweilt die nagende Gewissheit, dass hier die versuchte Wiederbelebung eines Meilensteins der Kinogeschichte und des SF-Genres nicht einmal annähernd funktioniert hat, wenn nicht gar im heutigen System Hollywood vielleicht gar nicht mehr funktionieren kann.</p>
<p><em>&#8220;Big things have small beginnings.&#8221;</em></p>
<h3>Das Genie Fassbender</h3>
<p>Der einzig wahre und wirkliche Grund, sich den Film dann doch zu Gemüte zu führen, ist die geniale darstellerische Leistung von <strong>Michael Fassbender</strong>, der den Androiden David in einer faszinierenden Mischung aus kindlicher Naivität und kalkulierter Perfidie bis zur Perfektion zu verkörpern vermag. Ich kann mich immer wieder erneut für die Kunst dieses Mannes begeistern, der bereits in früheren Werken wie <strong>Hunger</strong>, <strong>Inglourious Basterds</strong> oder zuletzt <strong class="movie">Shame</strong> auf ganzer Linie überzeugte.</p>
<p>Den Rest des formidablen Casts soll ebenfalls erwähnt werden, denn dieser ist ohne Zweifel einer der wenigen echten Stärken von <strong class="movie">Prometheus</strong> ist. <strong>Charlize Theron</strong> (<strong class="movie">Der Anwalt des Teufels</strong>, <strong class="movie">Monster</strong>) beweist erneut ihre Vielseitigkeit mit einer fast völlig unterkühlten und entsinnlichten Performance. <strong>Guy Pearce</strong> (<strong class="movie">Memento</strong>, <strong class="movie">The Hurt Locker</strong>) hat zwar nur wenige Szenen, aber selbst gefühlte Tonnen von Make-Up können die Intensität seines Spiels nicht erdrücken. Und natürlich muss noch <strong>Noomi Rapace</strong> (unvergesslich als Lisbeth Salander in der <strong class="movie">Millenium</strong>-Trilogie) in der Hauptrolle genannt werden, die deutlich an <strong>Sigourney Weaver</strong> alias Allen Ripley erinnert, was aber in diesem Fall mehr als positiv gemeint ist.</p>
<p><em>&#8220;Cut it off! Cut it off!&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result4"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong class="movie">Prometheus</strong> ist kurz zusammengefasst ein auf Hochglanz poliertes B-Movie mit annähernd perfekten Effekten (samt herausragenden Produktionsdesign), einem formidablen Cast (mit entsprechenden Leistungen), einem aus diversen SF-Produktionen plumpest zusammengeklauten Drehbuch, das nur so strotzt vor fehlender innerer Logik, Unentschlossenheit und bereits bekannten Versatzstücken des Genres sowie der Vorgänger. Zudem ist die Inszenierung im Fortlauf der Story regelrecht krampfhaft auf ein größeres Spektakel und in billiger Weise auf eine Fortsetzung getrimmt.</p>
<p>Der Regisseur <strong>Ridley Scott</strong> hat offenbar seit Handwerk (längst?) verlernt und sichtlich vergessen, welche atmosphärischen, inszenatorischen, subtilen, psychologischen und schlicht auch handwerklichen Stärken der originale <strong class="movie">Alien</strong>-Film auf allen Ebenen hatte.</p>
<p>Für mich ist dies kein Reboot, Prequel oder sonstwas der Reihe, sondern ein gescheitertes Machwerk, das objektiv betrachtet und ohne die Vorgänger ein mehr oder weniger solider Genre-Film hätte sein können, so aber im Angesicht seiner zitierten Vergangenheit zu einer der größten Enttäuschungen der jüngeren Kinogeschichte verkommen muss. Ich kann und will <strong class="movie">Prometheus</strong> daher nicht weiter empfehlen und sehe für mich auch keinerlei Konnex zum eigentlichen fantastisch-schrecklichen <strong class="movie">Alien</strong>-Universum in all seiner sublimen und gigerschen Glorie.</p>
</div>
<p><strong>PS:</strong> Ursprünglich hätte das Studio eine Verfilmung des obig erwähnten Romans <strong class="movie">At the Mountains of Madness</strong> unter der Regie von <strong>Guillermo del Toro</strong> geplant. Höchst bekannte Namen wie <strong>James Cameron</strong> als Produzent und <strong>Tom Cruise</strong> als Hauptdarsteller waren in der Vorproduktion bereits mit von der Partie. Dann wurde das Projekt allerdings gecancelt. Offensichtlich hat sich aber <strong class="movie">Prometheus</strong> in mehrfacher Hinsicht an den Überbleibseln und der Vorlage bedient…</p>
<p><strong>PPS:</strong> Ich habe übrigens noch nie erlebt, dass sämtliche Trailer im Vorfeld so gut wie die GESAMTE Story bereits komplett offenbaren&#8230;
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