Rubbeldiekatz

Rubbeldiekatz

„Na dann los Jungs, Rubbeldiekatz.“, sagt Detlev Buck zu seinen Brüdern. Sie machen sich auf den Weg, Matthias Schweighöfer, als Frau verkleidet, zu einem Hollywoodcasting zu bringen. Buck bleibt auch der einzige, der während seines Films das Wort „Rubbeldiekatz“ benutzt. Er tut dies zwar gleich mehrmals, aber eine Begründung für den seltsamen Filmtitel und die in Vor- und Abspann auftauchende Katze benötigt dieser Film sowieso nicht.

Alexander wird zu Alexandra und spielt die Nazi-Lesbe

Es geht um den Theaterschauspieler Alexander (Schweighöfer), der angespornt von seinen drei Brüdern (Detlev Buck, Maximilian Brückner und Denis Moschitto) als Frau verkleidet zu einem Casting geht. Der exzentrische Regisseur besetzt „Alexandra“ sofort als Frau eines SS-Offiziers, da er keine Lust mehr auf weitere Castings hat. Für Alex beginnt also das Chaos: Alle am Filmset halten ihn für eine Frau und das muss auch so bleiben. Als wäre das noch nicht schlimm genug, schlägt er während eines Treffens auch noch vor, die Rolle der Frau zu vergrößern und eine überwältigende Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen zu entspinnen. Sein großer Bruder und Manager wittert das große Geld, aber Alex hat Bedenken aufgrund der attraktiven Filmdiva Sarah Voss (Alexandra Maria Lara), mit welcher er vor wenigen Tagen eine unvergessliche Nacht erlebte und die im Film auch noch sein lesbisches Gegenstück spielen wird.

Schick, witzig und mit tragenden Stars

Klingt nach Screwball-Komödie aus Hollywood? So kommt das ganze auch rüber, nur gelingt es Detlev Buck mal wieder erstaunlich gut, seine Geschichte aufrecht zu erhalten, ohne an Niveau zu verlieren. Die Steigerung der Beziehung zwischen Schweighöfer und Lara funktioniert einfach super und die beiden spielen ihre Rollen auch mehr als bravourös. Besonders Schweighöfer macht seine Sache sehr gut.

Das Drehbuch bietet viele gute Lacher und hat in Alex Honk auch eine für Kinokomödien unüblich starke Figur. Dies mag vor allen Dingen daran liegen, dass das Buch auf Schweighöfer zugeschrieben wurde, nachdem Autorin Anika Decker den Schauspieler bei den Dreharbeiten zu Keinohrhasen (ebenfalls nach einem Drehbuch Deckers) von 2007 kennenlernte.

Des Weiteren bietet der Film mit seinem wirklich sehr hübschen Stil auch was fürs Auge. So wird beispielsweise die Grillparty von Alex und seinen Brüdern komplett als Zeitlupenmontage inszeniert, oder die Füße von Sarah Voss und „Alexandra“ tänzeln in High Heels über den feuchten Boden des Hamburger Kiezes, sodass man mit der enormen Leichtigkeit fast schon mitschwingt.

Klischees und Übertreibungen

Leider zünden nicht alle Gags und auch wenn die Geschichte niemals zu sehr abflacht, so machen sich doch sehr viele Klischeebedienungen bemerkbar und das Bedürfnis, Hollywood zu kopieren, drängt sich in manchen Momenten stark in den Vordergrund. Wie es schon bei Keinohrhasen war, so sollte man den Leuten aus dem deutschen Filmgeschäft endlich erzählen, dass es nicht nötig ist, amerikanische Komödienschemata zu kopieren. Schließlich schaffen es ja doch immer mehr deutsche Autoren, in Einklang mit den Darstellern die Lachmuskeln zu reizen. Teilweise sogar mehr, als es die amerikanischen „Vorbilder“, wenn man sie überhaupt so nennen darf, tun. Warum also noch abgucken, wenn man vollkommen selbstständig einfach besser wäre.

Dass der amerikanische Filmregisseur als ekeliger und unberechenbarer Diktator dargestellt wird, sorgt weniger für Geschmunzel, als für „Das ist ja so typisch“-Ausrufe. Die Stimmung am Filmset wird zwar absolut übertrieben, kann aber durch ihre Skurrilität wieder einiges wettmachen. Und wenn Max Giermann als Hitler eine Bockwurst bestellt, dann ist das ja doch schon ziemlich witzig.

Fazit von Moviemax

Obwohl die unnötige Hollywoodorientierung nervt und auch nicht jede Situation so lustig ist, wie sie gern wäre, so hat Detlev Buck dennoch gezeigt, wie deutsche Komödien aussehen können. Das Timing stimmt einfach und mit Matthias Schweighöfer präsentiert er auch einen der sympathischsten und fähigsten Schauspieler Deutschlands. In der Inszenierung macht das ganze enorm viel Spaß und das Happy-End geht ebenfalls völlig in Ordnung.

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