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	<title>Kinofilme.com &#187; Serien</title>
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	<description>News und Reviews zu aktuellen Kinofilmen</description>
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		<title>Game of Thrones – Staffel 1</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 15:12:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moviemax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Enthauptungen, Sex, Intrigen und freche Sprüche. In der Fantasyserie Game of Thrones, welche seit dem 2. November auf dem Pay-TV-Sender TNT Serie läuft, fliegen die Fetzen sowohl in heißen Wortgefechten, als auch im brutalen Schwerterklirren. Seit 1996 schreibt George R.R. Martin eifrig an seiner Fantasyreihe Das Lied von Eis und Feuer um die Intrigen im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Enthauptungen, Sex, Intrigen und freche Sprüche. In der Fantasyserie <strong>Game of Thrones</strong>, welche seit dem 2. November auf dem Pay-TV-Sender TNT Serie läuft, fliegen die Fetzen sowohl in heißen Wortgefechten, als auch im brutalen Schwerterklirren.</p>
<p>Seit 1996 schreibt George R.R. Martin eifrig an seiner Fantasyreihe <em>Das Lied von Eis und Feuer</em> um die Intrigen im Reich Westeros. Der umfangreiche Stoff umfasst zahlreiche Hauptfiguren, Handlungslinien und Beziehungen. Diesen Facettenreichtum auf eine TV-Serie zu übertragen, ohne sich dabei zu verheddern, ist schwierig. Das Ergebnis beweist jedoch etwas völlig anderes: <strong>Game of Thrones</strong> ist stets verständlich, überzeugend und fesselnd.</p>
<p><em>&#8220;Winter is coming.&#8221;</em></p>
<h3>Gefahr aus Norden, Süden und allem was dazwischen liegt&#8230;</h3>
<p>In Westeros herrscht ein König <strong>(Mark Addy</strong> aus der Sitcom <strong>Still Standing</strong>) über sieben Königreiche. Als seine rechte Hand stirbt, reist er nach Winterfell, um den dortigen Lord und alten Freund Ned Stark (<strong>Sean Bean</strong>) in die hohe Stellung am Hof der Hauptstadt King&#8217;s Landing zu berufen. Während sich sein Sohn Brandon auf mysteriöse Weise schwer verletzt, reist Ned widerwillig mit seinen beiden Töchtern nach King&#8217;s Landing. Seine Frau führt gemeinsam mit dem älteren Sohn die Stadt Winterfell und Ned&#8217;s Bastard Jon Snow schließt sich den Wächtern der Mauer an, um für die Ehre zu kämpfen, die er als Bastard nicht erlangen kann. Die Mauer schützt das Reich vor den Gefahren, welche im Norden lauern. Man spricht von gefährlichen Kreaturen und Wildlingen. Aber ebenso große Bedrohungen lauern hinter der Meerenge im Süden, wo Viserys Targaryen seine Schwester mit dem Anführer eines Kriegervolkes verheiraten konnte. Mit der Armee seines Schwagers sinnt er auf die Eroberung Westeros&#8217;. Am Königshof selbst jedoch droht die Familie Lannister den König Stück für Stück vom Thron zu stoßen.</p>
<p><em>&#8220;A Lannister always pays his debts.&#8221;</em></p>
<h3>Drehbuch und Darsteller harmonieren</h3>
<p>Was verwirrend klingen mag, dem lässt sich dank diverser Kürzungen und Hinzufügungen einwandfrei folgen. So nimmt sich die Geschichte in den richtigen Augenblicken viel Zeit und kann den Zuschauer mitreißen. Bei Fantasyerzählungen fällt es immer schwer, sich in die Situationen hineinzuversetzen und man hat anfangs das Gefühl, nicht genug Vorwissen zu haben. Die Darsteller und das Drehbuch tragen viel dazu bei, diesen Problemen vorzubeugen. Besonders <strong>Lena Headey</strong> (<strong>300</strong>) und <strong>Sean Bean</strong> machen ihre Sache gut. Der kleinwüchsige <strong>Peter Dinklage</strong> spielt das schwarze Schaf der glatten Familie Lannister und gewann für seine brillante Leistung als Lebemann sogar den Emmy als bester Nebendarsteller 2011. Dies verdankt er aber auch den scharfzüngigen Dialogen, welche durch den eigentlich gehobenen Sprachgebrauch hindurch brechen und den Zuschauer immer wieder Mal schmunzeln lassen. Dies gelingt auch in der deutschen Version. So kommen Wortwitz und Schlagabtausche richtig zur Geltung. </p>
<p>Was die technischen Aspekte anbelangt, muss man zu Game of Thrones nicht viel sagen. Kameraarbeit und Schnitt sind makellos und die Effekte sind für eine TV-Serie überragend. Sogar den prämierten Vorspann sieht man sich vor jeder Folge gerne an, was man nicht bei vielen Serien sagen kann. Musik und Animationen entführen den Zuschauer so noch vor der ersten Szene nach Westeros.</p>
<p><em>&#8220;Do you think honor keeps them in line? Do you think it&#8217;s honor that&#8217;s keeping the peace? It&#8217;s fear! Fear and blood!“</em></p>
<h3>Dem Umfang geschuldet</h3>
<p>Die einzigen Schwächen von <strong>Game of Thrones</strong> liegen darin, dass die Dialoglast das Erzähltempo etwas einseitig gestaltet und dass einige Figuren etwas blass ausfallen. Die harte Sprache, gelegentliche Blutbäder und der große Figurenumfang lassen den Zuschauer dies jedoch verschmerzen. Dafür werden einem unzählige epische Momente und tadellose Effekte präsentiert.</p>
<p><em>&#8220;Some doors close forever. Others open in most unexpected places.&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result9"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Moviemax</span></h1>
<p>Eine fast perfekte TV-Serie, die mit Überraschungen, skurrilen Figuren und jeder Menge Charme den Zuschauer bei der Stange hält. <strong>Game of Thrones</strong> ist wunderschön umgesetzt und eine wahre Augenweide. Man kann flotte Dialoge, politische Wirren und Fantasy-Elemente auf sich wirken lassen und in den aufregenden Kämpfen mit fiebern. Davon hätte ich übrigens gerne noch mehr gesehen. Stattdessen wissen jedoch die, in der Serie im Mittelpunkt stehenden, Intrigen zu überzeugen, in denen man Sympathie und sogar Wut entwickelt. Alles in allem Pflichtprogramm!</p>
</div>
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		<title>True Blood &#8211; Staffel 3</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 00:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Fans und mögliche zukünftige Fans oder demnächst ehemalige Fans (hint!) von True Blood können sich hier auf Kinofilme.com über die erste und die zweite Staffel an dieser Stelle und an dieser Stelle ausführlichst informieren. Nichtkenner sollten daher was das Schauen und das Lesen angeht, nicht unbedingt mit diesem Artikel hierig anfangen. Jedenfalls hat der (meistens) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fans und mögliche zukünftige Fans oder demnächst ehemalige Fans (<em>hint!</em>) von <strong>True Blood</strong> können sich hier auf <strong>Kinofilme.com</strong> über die erste und die zweite Staffel an <a href="http://www.kinofilme.com/reviews/true-blood-staffel-1">dieser Stelle</a> und an <a href="http://www.kinofilme.com/reviews/true-blood-staffel-2">dieser Stelle</a> ausführlichst informieren. Nichtkenner sollten daher was das Schauen und das Lesen angeht, nicht unbedingt mit diesem Artikel hierig anfangen. Jedenfalls hat der (meistens) so wunderbare US-amerikanische TV-Sender <strong>HBO</strong> im Jahre 2010 die dritte Season der Vampir-Saga aus den Südstaaten dem geneigten Publikum dargeboten und erst kürzlich im September lief die letzte Folge der Vierten in Übersee. Die Nächste ist jedenfalls auch schon fix.</p>
<p>Meine Wenigkeit war ja von <strong>True Blood</strong> ein ganz großer Fan der allerersten Stunde. Machart, Setting und Darsteller konnten auch mit den wunderbaren Drehbüchern fast gänzlich überzeugen. Umso mehr freute ich mich daher auf die Beschauung der dritten Season, die wiewohl schon seit einiger Zeit auf DVD und Blu Ray zu erstehen ist, respektive gerade aktuell im deutschen TV (mit einer gar grottigen deutschen Synchronisierung) zu sehen ist. Nun habe ich mir also alles zu Gemüte und ich muss leider, leider sagen, dass wir es hier mit einer ganz üblen Enttäuschung zu tun haben.</p>
<p><em>&#8220;For the love of God &#8211; vampires nothing but sh*t.&#8221;</em></p>
<h3>Vampirkönige jammern und Werwölfe sterben</h3>
<p>Der Vampir Bill wird von Werwölfen entführt, die ihn in den herrschaftlichen Unterschlupf des blutsaugenden Königs von Mississippi, Russell Edgington, bringen. Russell betreibt dabei einerseits ein Intrigenspiel um die Vampirkönigin Sophie-Anne zur Heirat zu zwingen, aber gleichzeitig will er auch mehr Informationen betreffend der ominösen Sookie, die inzwischen einen gewissen myseriösen &#8216;Ruf&#8217; in der Nation der Untoten hat. Sookie selbst sucht natürlich gänzlich verzweifelt nach ihrem Geliebten. Eric verfolgt auch seinen Plan und versucht sich ihrer anzunähern, aber auch sie vor drohenden Gefahren zu schützen. Sam findet indessen seine wahre Familie, die ebenso heruntergekommen wie opportunistisch ist, indem sie ihren zurückgekehrten Sohn auszunutzen versucht.</p>
<p>Sookies Bruder Jason versucht sich inzwischen als Cop, was ihm aber nicht so recht gelingen will. Dafür verliebt er sich zur Abwechslung mal. Tara gelangt in die Fänge eines psychopathischen Vampirs, der glaubt in sie verliebt zu sein. Lafayette erfährt einen heftigen V-Trip und darf sich nebenbei verlieben. Jessica muss sich einer Leiche entledigen und liebt noch immer den, den sie zuvor geliebt hat. Und irgendein Werwolf liebt auch noch Irgendeine, die aber ihn nicht mehr liebt. Feen kommen auch vor. Viel Gewalt. Sex. Blut. Verrat. Tod. Das Übliche&#8230;</p>
<p><em>&#8220;I don&#8217;t know what I expect &#8211; trash is as trash does.&#8221;</em></p>
<h3>Ein beliebiger Misthaufen</h3>
<p>Ach herrje, was ist nur aus meinem geliebten <strong>True Blood</strong> geworden? Ja, die Serie hatte schon immer gewisse Problemchen und Schwierigkeiten, aber die dritte Staffel ist wirklich eine Enttäuschung von der ersten Folge an. Es ist schlicht alles zuviel des Guten. Zuerst einmal wird das ohnehin schon üppige Figureninventar um sage und schreibe annähernd 30 Charaktere (!) erweitert, die allesamt in den ersten beiden Episoden reingestopft vorgestellt werden und bis auf einige frühzeitige Ausscheidungen bis zum Finale hin  kleinere oder größere Rollen spielen. Mit dazu kommen freilich zig neue Handlungsstränge, während sich die bereits Bekannten bis zur Endlosigkeit immer weiter zerfasern. Andere sind nur für wenige Folgen relevant und verschwinden dann plötzlich. Und natürlich muss es jedesmal das ganz große Drama sein. Die große Liebe, der brutale Tod, die schreckliche Enttäuschung, der schlimme Betrug, die furchtbare Lüge, der unerwartete Verrat&#8230; Weder die Geschichte noch die Figuren können dann noch in sich schlüssig sein oder überzeugend glaubhaft. Alles verkommt alles zu einer formlosen Beliebigkeit, die einen ob des stets gewollten Übermaßes nur allzu schnell langweilt. Gefickt und gekillt wird schlicht auch schon zuviel. Und irgendwann hält man das ständige Geflenne auch nicht mehr aus.</p>
<p>Wobei man teils ohnehin nicht mehr so wirklich mitbekommt, wer jetzt was und warum tut. Zum Beispiel versteht man irgendwann nicht mehr, warum die gute Sookie nach wie vor einen velogenen Massenmörder liebt, der sie so nebenbei auch fast umgebracht hätte und bei allem Gefasel davon, wie sehr er sie nicht beschützen will, ständig in Gefahr bringt. An Bill versteht man nicht mehr, warum er zuvor so konsistent in seinen Überzeugungen und in seinem Streben betreffend dargestellt wurde (Stichwort <em>&#8216;Mainstreaming&#8217;</em>), nun aber die Seiten wechselt, wie es ihm gerade passt, seine &#8216;große Liebe&#8217; Sookie hintergeht und dem fröhlichen Killen, dem er ja so hochheilig abgewschworen hat, nun wieder recht genussvoll frönt. Wo sind da noch die glaubwürdigen Motivationen? Überhaupt bleibt nach dem Finale von <strong>True Blood</strong> <strong>Season 3</strong> eigentlich kein Charakter mehr über, den man noch recht mögen könnte, denn schließlich mutieren alle zu verlogenen Mördern, die gerade Letzteres nicht ganz ungern tun und dann auch gerne mehrfach. Ich gebe den Drehbuchautoren die Schuld. Sie wollen gewollt stetig Drama und Spannung bedienen und verbiegen daher die Figuren, wie es eben gerade irgendwie in ihr Konzept passt. Nur wenn man zwischen all den hastig erzählten Handlungssträngen etwas zum Nachdenken kommt, erkennt man schnell, wie bemüht, gezwungen und recht zufällig sich alles um jeden Preis zusammenfügen will.</p>
<p><em>&#8220;There&#8217;s werewolves? Big Foot, is he real, too?&#8221;</em></p>
<h3>Ein Abgesang an die Werwölfe</h3>
<p>Ich liebe Werwölfe. Für mich sind diese klassischen Horror-Monster noch um ein bedeutendes Stück cooler, als Vampire, auch wenn die schon ziemlich cool sein können. Dummerweise werden die Werwölfe in der Popkultur oftmals recht uncool dargestellt. Die dritte Staffel von <strong>True Blood</strong> ist wirklich der Gipfel der Uncoolness, was Werwölfe betrifft. Die können nämlich garnichts. Kaum sieht man einen Werwolf, kann man sich schon sehr sicher sein, dass dieser sehr schnell eines grausigen Todes durch einen Vampir erleiden wird. Auch sonst sind sie eher eine minimale Bedrohung für Leib und Leben jedwedes sterblichen und unsterblichen Wesens. Die Werwölfe sind auch nicht viel mehr als Wölflein mit glühenden Augen. Sieht irgendwie nett aus, bringt ihnen aber nichts. Schon garnicht gegen Vampire. Angeblich werden die Werwölfe stärker, wenn sie Vampirblut trinken, das hilft aber ganz offensichtlich auch so gut wie nix. Also sterben sie wieder. Der gute Bill hat mit einem ganzen Rudel kein Problem. Also daher die Frage: was können Werwölfe eigentlich, außer sich verwandeln und sterben? Es gibt andere, wesentlich &#8216;realistischere&#8217; Settings, in denen Werwölfe kurzen Prozess mit Vampiren machen oder gar ein Rudel derselbigen die untoten Blutsauger ganz, ganz alt aussehen lassen. Aber nein, hier sind die Werwölfe schwächliche, erbärmliche, schnell sterbende Schoßhündchen der Vampire, die zwar nicht ihren Speichel lecken, aber für ein bisschen Blut praktisch deren Gesäße dezent umschmeicheln. Da zweifelt man auch schnell das Urteilsvermögen von uralten Vampirkönigen an, die  aus unerfindlichen Gründen offensichtlich die größten Pfeifen unter den Übernatürlichen als Leibwächter rekrutieren.</p>
<p>Viel schlimmer noch ist aber etwas ganz anderes. Eine Todsünde für mich in der Darstellung von Werwölfen ist diejenige welche, dass ihnen seit einigen Jahren gerne kaum oder garkeine Behaarung in menschlicher Gestalt erlaubt wird (Stichwort <strong>Twilight</strong>). Nun wissen wir ja alle, dass in der Popkultur das männliche Wesen um als Projektionsfläche zu funktionieren bevorzugt in rasierter Form anzutreffen ist. Ein Trend, den wir hauptsächlich Boygroups aus den 90ern zu verdanken haben (<em>Oh, ihr goldenen 80er Jahre!</em>), die in ihrer ästhetischen Glattheit für mehr Konsum bei heranwachsenden Frauen respektive Mädchen zu sorgen haben.  Diesen massenmedial aufoktruierten Unfall der Postmoderne, wie ich ihn nennen will, setzt sich nun dummerweise auch in der bildlichen Darstellung von Werwölfen fort. Das geht aber nicht. Das geht garnicht. Eine blutrünstige, animalische, primitive Bestie schert sich einen Dreck um einen enthaarten Hintern oder Rücken oder eben der öfter sichtbaren Brust. Jetzt dürfen die <strong>True Blood</strong>-Werwölfe immerhin im Gesicht etwas wuscheliger sein (ganz im Gegensatz zu<strong> Twilight</strong>), was immerhin ein Anfang ist, aber wenn man bedenkt, dass im Grunde Bill mit seinem flaumigen Brüstlein mehr von seiner wilden Natur zur Schau stellt, als rudelweise Werwölfe, dann entlarvt sich die Serie als dezent lächerlich, wenn sie ihre Fiktion auch nur irgendwie (noch) ernstnehmen will. Mal abgesehen von der ungenutzten Möglichkeit eines subversiven Widerstands gegen vorherrschende popkulturelle Mainstream-Normen in der Darstellung des männlichen Körpers als nicht mehr geglättetes und bereinigtes Objekt (aber das nur so nebenbei).<br />
<strong>True Blood</strong> und Werwölfe: Epic Fail!</p>
<p><em>&#8220;Mine is the true face of vampires!&#8221;</em></p>
<h3>Das einzige Highlight</h3>
<p>Ist nun alles schlecht an <strong>True Blood Season 3</strong>? Nein, es gibt noch einen wirklich erwähnenswerten Neuzugang und zwar den Vampir-König von Mississippi mit Namen Russell Edgington. Der wird ganz wunderbar süffisant, intrigant und herrlich bösartig von <strong>Denis O&#8217; Hare</strong> (<strong>21 Gramms</strong>, <strong>Charlie Wilson&#8217;s War</strong>) dargestellt. Ihm sieht man seinen Spaß an der Rolle sichtlich an. Er ist der Hauptantagonist in der gesamten Staffel und darf in so einigen, sehr schönen, sehr fiesen Szenen auftreten. Meine wenigen Lacher waren zumindest auf seiner Seite und unterm Strich bleibt er für mich das einzige Highlight. Ja, der eine oder andere Charakter-Moment für den einen oder anderen Charakter war auch nicht so übel, aber jeder davon bekommt so viele miese Momente im Gegenzug spendiert, dass einem selbige schlicht egal werden und bleiben.</p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result4"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong>True Blood Season 3</strong> ist für mich durch die Bank eine einzige Enttäuschung. Zu schnell begann ich mich zu langweilen, zu schnell wurden mir die Charaktere egal. Die gewollte Spannung und das aufgesetzte Drama funktioniert nach nur wenigen Folgen garnicht mehr. Das aus allen Nähten platzende Figuren-Inventar lässt sich kaum noch überblicken. Gleichzeitig verschwinden glaubwürdige Motivationen, Zufälle werden bemüht und die Beliebigkeit regiert. Die Drehbuchautoren haben in die Handlungs-Stränge völlig überfrachtet, sie zerfaseln lassen und am Ende hält einen als Zuschauer nichts mehr wirklich bei der Stange. Selten waren mir Cliffhanger und ein Staffel-Finale so egal wie in diesem Fall.</p>
<p>Im Grunde ist es doch recht ärgerlich, dass eine bisher so gute Serie in ihrem Potential so verschwendet wird. Nun, der Produzent und Schöpfer <strong>Alan Ball</strong> hat dies bei seinem vormaligen <strong>HBO</strong>-Hit <strong>Six Feet Under</strong> (2001-2005) in fast gleicher Weise getan, also sollte es einen nicht unbedingt wundern (wenn er dafür im Gegenzug eine ganz wunderbare letzte Staffel und ein noch viel wunderbareres Finale vollbrachte). Einen hohes Qualitätsniveau über Jahre hinweg beizubehalten ist offensichtlich keine so einfache Sache&#8230;</p>
<p>Und das mit den Werwölfen werde ich ihm nie verzeihen!</p>
</div>
<h3>DVD-Extras:</h3>
<p>Die Extras sind mit Audiokommentaren, Featurettes und Dokus wieder recht ordentlich, aber das ist wohl egal, da ich den Kauf der DVD/Blu Ray ohnehin nicht empfehle.</p>
<p><strong>PS:</strong> Kenner sollten wissen, dass True Blood inzwischen auf fast schon unverschämte Weise das Pen &amp; Paper-Rollenspiel-Setting der <strong>World of Darkness</strong> von der Firma <strong>White Wolf</strong> ausplündert. Eigentlich sollte <strong>HBO</strong> Lizenz-Gebühren bezahlen, was das betrifft.
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		<title>Prison Break – Staffel 3</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Aug 2011 10:37:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Die dritte Staffel von Prison Break ist eines der Projekte, das erheblich unter dem Streik der Autoren in Hollywood Ende 2007 gelitten hat. Das zeigt sich vor allem in der Kürze der Staffel: lediglich 13 Folgen umfasst die dritte Runde Prison Break. Im Vergleich dazu hatten die beiden vorhergegangenen Staffeln knapp doppelt so viele Folgen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die dritte Staffel von <strong>Prison Break</strong> ist eines der Projekte, das erheblich unter dem Streik der Autoren in Hollywood Ende 2007 gelitten hat. Das zeigt sich vor allem in der Kürze der Staffel: lediglich 13 Folgen umfasst die dritte Runde <strong>Prison Break</strong>. Im Vergleich dazu hatten die beiden vorhergegangenen Staffeln knapp doppelt so viele Folgen. Leider erleidet die Serie dadurch einige inhaltliche Verstümmelungen und zeigt sich nur als fader Abklatsch von dem, was wir bisher bereits gesehen haben.</p>
<p><em>&#8220;Honor is a luxury men like us can&#8217;t afford.&#8221;</em></p>
<h3>Anarchie und Subgesellschaft</h3>
<p>Nach einem weiteren missglückten Fluchtversuch am Ende der 2. Staffel findet sich Michael Scofield (<strong>Wentworth Miller</strong>) im Gefängnis von Sona, Panama, wieder. Eigentlich ist die Grundsituation, derer sich Michael hier stellen muss ja interessant, aber leider glückt die Umsetzung, der an der ersten Staffel gespiegelten Handlung, nicht besonders gut. Michael sitzt im Gefängnis, Lincoln (<strong>Dominic Purcell</strong>) versucht ihn herauszuholen &#8211; und das mit immer plumper werdenden, aber für Lincoln dennoch zu durchdachten Mitteln.</p>
<p>In Sona herrscht Anarchie. Das Wachpersonal hat das Gefängnis verlassen und übt nur noch aus der Ferne Kontrolle aus. An der Macht ist Gangsterboss Lechero (<strong>Robert Wisdom</strong>), der seine eigene kleine Diktatur im heruntergekommenen Gefängnis aufgebaut hat. Zweikämpfe bis zum Tod, Verrat, Betrug und Misstrauen stehen an der Tagesordnung. Altbekannte Gesichter aus S1 und S2 findet man in Sona auch zuhauf, was leider in manchen Fällen für meinen Geschmack zu konstruiert wirkt.</p>
<p>Die Idee einer eigenen kleinen Gesellschaft hinter den Mauern des schäbigen Gefängnisses von Sona mag packend und ungewöhnlich sein, ist in seiner Konzeption aber weit weniger durchdacht und interessant als jene der <em>Fox River Staatsstrafanstalt</em> aus Staffel 1.</p>
<p><em>&#8220;You don&#8217;t actually think that killing someone&#8217;s going to help you get out of here?&#8221;</em></p>
<h3>Neue und altbekannte Charaktere</h3>
<p>Susan B. aka Gretchen Morgan (<strong>Jodi Lyn O&#8217;Keefe</strong>), Sammy (<strong>Laurence Mason</strong>), der General (<strong>Leon Russom</strong>), Sofia (<strong>Danay Garcia</strong>) &#8211; sie alle sind bedauerlicherweise kein tatsächlich würdiger Zuwachs zur Besetzung von <strong>Prison Break</strong>. Wo T-Bag (<strong>Robert Knepper</strong>), C-Note (<strong>Rockmond Dunbar</strong>) und Abruzzi (<strong>Peter Stormare</strong>) unberechenbar waren und bei mir Gänsehaut erzeugten, handeln die &#8220;Neulinge&#8221; vorhersehbar und bleiben flache Charaktere mit wenig Tiefgang. Leider wurde auch mit vielen bereits bekannten Charakteren derartiges Schindluder getrieben, dass man sie in Staffel 3 kaum noch wiedererkennt.</p>
<p>Besonders auffallend ist der Qualitätsschwund bei Gretchen Morgan und Whistler (<strong>Chris Vance</strong>). Gretchen Morgan fühlt sich für mich an wie ein Mittel zum Zweck. Ein neuer Bösewicht wurde benötigt, und um es mal etwas abwechslungsreicher zu gestalten sollte es eine Frau sein, die sogar noch härter ist als die Männer. Dieser Schuss ging meiner Meinung nach hinten los. In ihrer verzweifelten Härte und dem vielen Fluchen wirkt sie erbärmlich und schwach. Als Bösewicht wirkt sie langweilig und ihre Motive sind eher banal. Whistler hingegen ist in seiner Geheimnistuerei weniger faszinierend als einfach nur lästig.</p>
<p><em>&#8220;You&#8217;re my get-out-of-jail-free card. Just survive.&#8221;</em></p>
<h3>Verstaubte Themen</h3>
<p>Michael denkt sich einen Plan aus, es gibt Komplikationen, andere kommen dahinter und erpressen ihn um mitkommen zu können: Das alles kennen wir schon. Das Thema erschöpft sich zusehends, und das nicht zuletzt, weil das Grundmotiv für einen Ausbruch ja aus der Welt geschaffen wurde – Lincolns Unschuld und falsche Anklage. Ein für mich sehr wichtiges Story-Element fällt bedauerlicherweise weg: Michaels Masterplan. Es wird keinerlei Bezug mehr dazu hergestellt und das Ziel aus Staffel 1 und 2 löst sich einfach in Luft auf. Jeder Zusammenhang und durchgezogener Spannungsbogen fehlt.</p>
<p>Viel zu spät erfolgen die wichtigen Enthüllungen, und viel zu lange wird um den heißen Brei herumgetänzelt. Tatsächlich wird die Auflösung solange verschleiert bis beinahe jede Spannung in der Erzählung schwindet. Diese Probleme mögen durch den Autorenstreik noch vergrößert worden sein, hat man doch mit 20 Folgen gerechnet, und nicht mit nur 13. Aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass aus diesem Stoff ohnehin nicht mehr viel herausgeholt werden hätte können.</p>
<p>Es gibt mir einfach zu wenig Neues. Mittlerweile habe ich die Vorgehensweise durchschaut: Es gibt einen Plan, der am Anfang von allem steht, dann gibt&#8217;s Cliffhanger und alles kommt anders als man dachte. Manche Charaktere werden berechenbar und das ist wirklich sehr schade.</p>
<p><em>&#8220;As soon as the lights go out, I&#8217;m gone. With or without you.&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result4"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Johanna</span></h1>
<p>
Ich sage nicht, Staffel 3 von Prison Break sei schlecht, aber sie hält niemals mit S1 und S2 mit. Vorhersehbarkeit, fehlende Logik, absurde und überhastete Handlungsstränge nehmen Prison Break die einzigartige Qualität, die es so ausgezeichnet hatte. Spannung und Überraschungsmomente bleiben aus, es stellt sich ein fader Nachgeschmack mit jeder angeschauten Folge ein. Mein Gefühl während des Schauens war vergleichbar mit dem, das ich bei Charmed oder Grey’s Anatomy hatte – nicht besonders Nerven aufreibend also. Die Charaktere verlieren an Glaubwürdigkeit und Tiefe. Der Schwenk von der Verfolgungsjagd zurück um Gefängnis-Schauplatz funktioniert nicht so gut, wie von Staffel 1 zu 2. Klar, im ersten Augenblick ist Sona kaum mit Fox River vergleichbar – wenn man aber genauer hinsieht ist hier fast alles das Gleiche, nur eben schäbiger. Der Kreis hat sich geschlossen. Hätte ich doch bloß nach Staffel 2 zu schauen aufgehört.</p>
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		<title>Firefly &#8211; Die komplette Serie</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 11:40:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 20. Dezember 2002 geschah das größte Verbrechen in der gesamten Geschichte des Fernsehens. Die US-amerikanische Science-Fiction-Serie Firefly wurde nach nur 11 ausgestrahlten Episoden vom TV-Sender Fox abgesetzt. Damit wurde eine der besten, originellsten, witzigsten, intelligentesten und in sich stimmigsten Genre-Produktionen inmitten einer nicht einmal vollendeten Staffel von offenbar hirntoten Studiobossen aufs Grausamste abgewürgt. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 20. Dezember 2002 geschah das größte Verbrechen in der gesamten Geschichte des Fernsehens. Die US-amerikanische Science-Fiction-Serie <strong>Firefly</strong> wurde nach nur 11 ausgestrahlten Episoden vom TV-Sender <strong>Fox</strong> abgesetzt. Damit wurde eine der besten, originellsten, witzigsten, intelligentesten und in sich stimmigsten Genre-Produktionen inmitten einer nicht einmal vollendeten Staffel von offenbar hirntoten Studiobossen aufs Grausamste abgewürgt.</p>
<p>Der geniale Schöpfer von <strong>Firefly</strong> ist <strong>Joss Whedon</strong>, der zuvor mit <strong>Buffy – Im Bann der Dämonen</strong> (1997-2003) sowie <strong>Angel – Jäger der Finsternis</strong> (1999-2004) große Erfolge feierte. Zudem war er auch der Drehbuchautor des Films <strong>Alien – Die Wiedergeburt</strong> (1997). 2011 begann er als Regisseur mit den Aufnahmen zum <strong>Marvel</strong>-Megaprojekt <strong>The Avengers</strong>, der im Jahr darauf in unsere Kinos kommen wird.</p>
<p>Ich würde diese Zeilen nicht schreiben, wenn das Ende von <strong>Firefly</strong> nicht auch ein neuer Anfang gewesen wäre. Der DVD-Verkauf der gänzlich unvollständig gebliebenen Serie war auch aufgrund einer überaus aktiven und treuen Fandgemeinde so erfolgreich, sodass <strong>Joss Whedon</strong> im Jahr 2005 einen Kinofilm mit dem Titel <strong>Serenity</strong> produzieren konnte. Dies ist praktisch einzigartig in der gesamten TV-Geschichte. Und so begab es sich auch, dass ich zuerst im nächsten Lichtspielhaus von diesem SF-Wunder auf der großen Leinwand gänzlich hinfort gerissen wurde, ehe ich das gesamte Genie und die allumfassende Großartigkeit dieses wunderbaren Universums in der nachfolgenden Beschauung der Serie selbst erfuhr…</p>
<p><em>&#8220;You can&#8217;t take the sky from me.&#8221;</em></p>
<h3>The Final Frontier</h3>
<p>Eine globale Überbevölkerung und Ressourcenmangel führte dazu, dass Millionen von Menschen die ‚Erde von einst&#8217; verlassen mussten und mit Generationenschiffen ein neues Sternensystem besiedelten. Die letzten beiden verbliebenden Großnationen der USA und Chinas standen hinter dem Unternehmen. Es wurden Niederlassungen auf dutzenden Planeten und Monden geschaffen, wobei jedoch nur die zentralen Welten über den größtmöglichen technischen Fortschritt verfügen. Je tiefer in die Peripherie hinein, umso rauer sind die Bedingungen für Siedler, die in einer erst kürzlich zuvor terrageformten Umwelt oft ums schiere Überleben kämpfen müssen. So entstand ein neuer Wilder Westen zwischen den Sternen.</p>
<p>Die Allianz ist die alles umfassende Führungsmacht und die alleinig bestimmende Regierungsorganisation. Von den Kernwelten aus entsendet sie ihre riesigen Raumschiffe, die alle Handelsrouten und Kolonien kontrollieren. Die einzig nennenswerte Unabhängigkeitsbewegung von Separatisten, genannt ‚Browncoats&#8217;, fand ihr blutiges Ende in der vernichtenden Schlacht von ‚Serenity Valley&#8217;. Nach dem Vereinigungskrieg hatte die Allianz ihre absolute Autorität über sämtliche Sternensysteme gefestigt.</p>
<p>Fernab der zentralen Gestirne, in der alles andere als ungefährlichen Peripherie, findet sich jedoch noch ein wenig Freiheit. Kleinere und größere Kriminelle gehen dort ihren Machenschaften nach, fliegen unter dem Radar der Allianz und halten sich mit Gelegenheitsjobs der meist schmutzigen Sorte über Wasser. Malcolm ‚Mal&#8217; Reynolds ist einer dieser letzten Unabhängigen, der mit seinem Schiff der Firefly-Klasse, die ‚Serenity&#8217;, und mit seinem so verrückten wie draufgängerischem Haufen von Mannschaft das Abenteuer sucht, welches sie meist auf äußerst unangenehme Weise auch findet. Aber er und seine Crew sind mit dem Schiff Heimat geworden und dies ist weit mehr, als man sonst in der Tiefe des Alls zu finden vermag. Und ihre Geschichten sind es wahrlich wert, erzählt zu werden…</p>
<p><em>&#8220;The Hero of Canton, the man they call Jayne!&#8221;</em></p>
<h3>Ein Herz von Helden</h3>
<p>Was macht den <strong>Firefly</strong> nun so wahrhaftig großartig? Neben so vielen wunderbaren Elementen bis hin zu ganz wichtigen Details sind es zu allererst die Figuren, die Protagonisten, die Helden. Der Autor <strong>Joss Whedon</strong> verleiht einem jeden einzelnen von ihnen Würde, Humor, Charakter, immer auch ein wenig Ambivalenz und das richtige Quäntchen an liebenswerter Schrulligkeit, die in dieser perfekten Abmischung absolut stimmig in sich wirken und dabei sehr glaubhaft rüberkommen. Sympathisch sind sie alle auf ihre Art ja ohnehin und die Dynamik untereinander funktioniert ganz prächtig. Wichtig in ihrer Darstellung ist freilich auch, dass sie alle ihre Vergangenheit und meist auch ihr Geheimnis haben, welche mehrfach thematisiert werden oder eben langsam gelüftet. Ganze neun Hauptfiguren sind es, die die Crew der Serenity (die zehnte Hauptfigur eigentlich) bilden und jeder von ihnen könnte nicht überzeugender sein.</p>
<p>Der Captain selbst, Malcolm ‚Mal&#8217; Reynolds (<strong>Nathan Fillion</strong>), ist schlicht die Reinkarnation von Han Solo in seinen besten Tagen, ein Gauner mit Herz und Prinzipien also. Zudem schießt er auch oft genug zuerst, ehe er fragt. Natürlich kämpfte er einst gegen die Allianz und der Name seines Schiffes ist demnach auch kein Zufall. Zoe Washburne (<strong>Gina Torres</strong>) ist die stolze Kriegerin an seiner Seite, während ihr Ehemann Wash (<strong>Alan Tudyk</strong>) im Pilotensessel der Serenity auch mal mit Plastikdinosauriern spielt. Inara Serra (<strong>Morena Baccarin</strong>) ist eine hoch angesehene Edelprostituierte, eine so genannte Companion, die im gemieteten Shuttle ihre Kunden auf diversen Welten bedient. Was ausgerechnet sie in dieser Gesellschaft von Schmugglern, Räubern und Piraten (wenn auch von der netten Sorte) sucht, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Der Mann fürs Grobe ist der grobschlächtige Jayne Cobb (<strong>Adam ‚Animal Mother&#8217; Baldwin</strong>), der praktisch den Archetypus des rauen und nicht immer ganz zu trauenden Söldners verkörpert. Dass er für Geld alles macht, beweist er nicht nur seinem Captain. Das gute Herz der Crew wird praktisch in Reinform von Kaylee (<strong>Jewel Staite</strong>), der Schiffsmechanikerin, verkörpert. Was sie liebt und gern hat, muss man einfach lieben und gern haben. Nicht ganz aus freien Stücken kommen auch noch Simon Tam (<strong>Sean Maher), </strong>seines Zeichens Doktor mit bester Ausbildung, und seine so verwirrte wie psychisch überbegabte Schwester River (<strong>Summer Glau</strong>) an Bord. Gesucht und verfolgt von der Allianz wird die Serenity auch zu ihrer Heimat. Und schließlich verschlägt es auch noch den Priester Derrial Book (<strong>Ron Glass</strong>) auf das Schiff, wobei der eigentlich kein Priester ist.</p>
<p>Was das Ensemble betrifft, so kann man dazu nur sagen: dies ist ein perfekter Cast. Keine Rolle wirkt auch nur im Ansatz fehlbesetzt. Hier verschmilzt ein jeder Schauspieler von Beginn an vollkommen mit seiner Rolle und überzeugt in allem. Dass sie dabei auch ihren ganz großen Spaß hatten und ihre Harmonie auch abseits des TV-Schirms spürbar ist, merkt man sehr schnell in den Interviews und Audiokommentaren. Ja sogar die vereinzelt mehrfach auftauchenden Nebenbesetzungen sind ideal ausgewählt. Die winzige Trübung in allem ist für mich lediglich <strong>Gina Torres</strong> alias Zoe, die doch oft einen Tick zu eindimensional wirkt und nicht immer ganz an die Brillanz ihrer Kollegen anschließen kann, aber das ist schon Kritik auf allerhöchstem Niveau.</p>
<p>&#8220;<em>If you take sexual advantage of her, you&#8217;re going to burn in a very special level of Hell. A level they reserve for child molesters and people who talk at the theater.&#8221;</em></p>
<h3>Die staubige Zukunft</h3>
<p>Was <strong>Firefly</strong> ansonsten noch besonders auszeichnet ist unter anderem die Verquickung des Western- und SF-Genres. Zwar mag die Menschheit mit Raumschiffen durch das All reisen, aber auf den feindseligen Grenzwelten sind nach wie vor Pferde das wichtigste Fortbewegungsmittel und in den staubigen Wüsten der gerade kürzlich terrageformten Planeten sehen die Siedlungen nicht viel anders aus, als jene aus der Pionierzeit der frühen USA. Die ‚Kolonisierungspolitik&#8217; der Allianz ist eben etwas ‚kompromisslos&#8217;. Raue Sitten und das Brechen von Gesetzen gehören da freilich zur Tagesordnung. Will heißen: Kneipenschlägereien, Revolverduelle und Verfolgungsjagden machen einen Gutteil der Serie aus.</p>
<p>Generell wird hier eine Zukunft gezeigt, in der die technologischen Fortschritte zwar gewaltig sein mögen und das Reisen zwischen Planeten fast zum Alltag gehört, aber gleichzeitig gibt es enorme soziale Gefälle mit höchst privilegierten Bevölkerungsgruppen und fast schon Ausgestoßenen am Rande, in der Peripherie, auf den neuen Welten. Im Grunde hat sich in der Zukunft nichts geändert. Die Probleme sind die Gleichen, die Menschen haben noch immer dieselben Sehnsüchte und die Freiheit ist ein hohes Gut, das immer wieder erkämpft werden will. Es ist fast die Antithese zum <strong>Star Trek</strong>-Universum, in dem die Raumschiffe immer etwas zu sauber sind und das eigentliche Unglück für Menschen immer nur ganz weit weg, tief in der Finsternis des Alls lauert. Die Serenity ist heruntergekommen und ihre Crew trägt ihre Abgründe immer mit sich.</p>
<p><em>&#8220;&#8216;Luh-suh&#8217;?! Serenity ain&#8217;t &#8216;Luh-suh&#8217;.&#8221;</em></p>
<h3>Das neue Sehen und das andere Hören</h3>
<p><strong>Firefly</strong> prägte zudem so nebenbei praktisch eine ganz neue Art des visuellen Stils in Serien. Hier kommt nämlich geradezu exzessiv die Hand- bzw. ‚Wackelkamera&#8217; zum Einsatz. Komplett ruhige, fokussierte Einstellungen sind nur selten. Während dies betreffend der Realaufnahmen in Film und (wenn auch weit seltener) in Fernsehen schon zuvor angewendet wurde, wird hier bei den computeranimierten Effektszenen dieselbe Darstellungsweise gewählt. So sind zum Beispiel Außenaufnahmen im Weltall nicht immer gleich scharf und oft genug wird mit der Linse erst nach einem Objekt ‚gesucht&#8217;. Insgesamt wollte <strong>Joss Whedon</strong> den Eindruck vermitteln, dass es sich hierbei um ‚found footage&#8217; handelt, also dass das Geschehen wie zufällig abgefilmt wurde. Die großartige SF-Serie <strong>Battlestar Galactica</strong> (2003-2008) hat dies, wie so manch andere Produktion in der Folge, imitiert. Und so nebenbei sind die Computeranimationen absolut hervorragend und erstmals gelang hier auch die realistische Implementierung von digitalen Effekten in Handkamera-Szenen. Die Ausstattung ist auch erste Klasse. Das Interior der Serenity wurde nämlich mit allen Räumlichkeiten komplett und in praktisch &#8216;einem Stück&#8217; gebaut, wodurch sich ein stimmiges Raumgefühl ergibt. Gleiches gilt auch für die vielen &#8216;On Location&#8217;-Sets. Ja, auch die Kostüme und die Props sind schön gelungen.  </p>
<p>Sehr schön auch, dass in <strong>Firefly</strong> bei ‚Außenaufnahmen&#8217; im Weltall keinerlei Soundeffekte zu hören sind. Bekanntlich gibt es ja im Vakuum keine Verbreitung von Schall, da ein Trägermedium wie Luft fehlt. Das Genre-Meisterwerk <strong>2001: Odyssee im Weltall </strong>von <strong>Stanley Kubrick </strong>griff erstmals auf dieses Stilmittel zurück. Besonders <strong>Star Wars</strong> ließ uns dann erst glauben, dass Explosionen im All recht laut sein müssten. Insgesamt funktioniert dieser auditive Kniff bei <strong>Firefly</strong> aber hervorragend.</p>
<p>Ja, auch der Soundtrack der Serie sei hier erwähnt, denn der ist ein gekonnter Mix aus allen nur erdenklichen kulturellen Einflüssen. Natürlich gibt es reichlich Zitate an typische <strong>Western</strong>-Musik, aber es spielen auch noch zum Beispiel chinesische Instrumente und so einiges andere hinein, was zum ‚melting pot&#8217;-Motiv von <strong>Firefly</strong> gut passt.</p>
<p>Und sämtliche Figuren fluchen permanent in chinesischer Sprache, aber das nur so nebenbei…</p>
<p><em>&#8220;Dear Diary: Today I was pompous and my sister was crazy. Today we were kidnapped by hill folk, never to be seen again. It was the best day ever.&#8221;</em></p>
<h3>Alles anders, aber mit Humor</h3>
<p><strong>Firefly</strong> schafft das Kunststück auf die Erwartungshaltungen von Mainstream-Serienschauern aufzubauen und diese mit einer gewitzten Konsequenz mehrfach zu brechen. Dies sieht man sowohl in der Figurenzeichnung als auch im überraschenden Ausgang von typischen ‚Standard-Situationen&#8217;. So wird auch Amoralität oder brutales Vorgehen nicht immer bestraft oder als per se negativ dargestellt, nein, oft genug erscheint sie als durchaus vernünftig aus dem Zwang der Umstände heraus. Besonders der Captain Malcolm Reynolds tötet oft genug schnell und kompromisslos. Eine Geißelsituation wird damit schon mal in nur einer Sekunde gelöst, wo doch langwieriges Verhandeln oder ein actiongeladenes Schussduell zuvor erwartet werden könnte. Eine Figur wie Jayne Cobb darf auch schon mal die Situation von Prostituierten ausnutzen und kann seinen Spaß haben, ohne im Nachhinein dafür angeklagt zu werden oder als ‚Bösewicht&#8217; dazu stehen. Und die sogenannte ‚Hure&#8217; Inara Serra ist die mit Abstand angesehenste Person der Crew und wird generell auf allen Welten geradezu bewundert. Eine humanistische Note in Sachen menschliche Ambivalenz will ich bei alledem gerne erkennen.</p>
<p>Es ergibt sich auch in vielen Szenen eine deutliche Situationskomik, die schlicht durch Überraschungseffekte entsteht. Spontanes Loslachen über eine plötzliche und unerwartete Wendung inklusive. Dies schafft <strong>Joss Whedon</strong> auch reichlich in seinen oft extrem witzigen Dialogen. Da gibt es genug coole One-Liner, die man im Nachhinein endlos oft zitieren kann. Die Charaktere werden dabei freilich auch noch um einiges sympathischer. Insgesamt fügt sich das ‚humorige Element&#8217; ganz wunderbar in das Gesamtkonzept der Serie.</p>
<p><em>&#8220;Ah! Curse your sudden but inevitable betrayal!&#8221;</em></p>
<h3>Die Schönheit des Unvollkommenen</h3>
<p>Wie bereits eingangs erwähnt wurde <strong>Firefly</strong> nach nur 11 Episoden (insgesamt wurden 14 produziert) abgesetzt, was dazu führt, dass wir hier eine nicht einmal komplette Staffel einer SF-Serie bekommen, die enorm viel an Potential zeigen durfte, dieses aber nie ganz ausspielen konnte. Man könnte ohnehin meinen, dass die Fernsehserie von <strong>Fox </strong>von Anfang an boykottiert wurde. Erstmals wurde der Pilotfilm gleich mal gar nicht ausgestrahlt, da dieser den Studiobossen nicht actionreich genug war. Es galt also, die gesamte und aufwändige Exposition von Figuren und Universum nicht mehr in 90 Minuten zu präsentieren, sondern diese in 45 Minuten und einer neuen Folge (<em>Schmutzige Geschäfte – The Train Job</em>) reinzuquetschen, aber auch so, dass der Anfang der Serie in sich stimmig blieb. Dann wurde noch mehrfach der Sendeplatz für <strong>Firefly</strong> gewechselt und es gab parallele Ausstrahlungstermine zu Zeiten, wo diese keine ordentliche Quote machen konnte. Schließlich kam das unweigerliche Ende und eine der großartigsten SF-Serien wurde brutalst abgewürgt. Weshalb <strong>Fox</strong> so agierte, darüber darf wohl reichlich spekuliert werden.</p>
<p>Somit bleibt <strong>Firefly </strong>so etwas wie ein Fragment, wie ein verlorener Ansatz, wie ein Höhenflug ohne Höhe. Andere Serien wie diverse Ableger des <strong>Star Trek</strong>-Universums brauchen schon mal volle drei Staffeln, ehe sie halbwegs in die Gänge kommen oder gar die Figurenzeichnung wirklich stimmig ist. Dies schafft Firefly in einer Handvoll von Folgen (gerade noch eine halbe Staffel also) und manche davon, wie besonders <em>Kampf ums Überleben – Out of Gas,</em> sind ein Geniestreich für sich. Das einzig Gute daran ist, dass der Fan, der begeisterte Seher, nie ein Schwinden an Qualität, ein enttäuschendes Erlöschen erleben musste. Ja, soviel an potentiellem Schaugenuss mag hier verloren sein, aber hier ist die Freude und die Begeisterung für diese einzigartige Schöpfung größer, als der Schmerz über den jähen Verlust. Dies ist die bittersüße Note von<strong> Firefly</strong>.</p>
<p><em>&#8220;Y&#8217;all gonna be here when I wake up?&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result10"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong>Firefly</strong> muss man einfach gesehen haben. Man verliebt sich nur allzu schnell in die Serie und ihre herrlichen Charaktere, welche nicht glaubwürdiger und sympathischer sein könnten. Hier wirkt alles in sich stimmig, gekonnt gemacht und gleichzeitig auch äußerst originell. Die genau richtige Portion an Humor ist dabei ein entscheidender Faktor. Die Dialoge und die Handlungsstränge sprühen geradezu vor Gewitztheit und Brillanz. Insgesamt hat <strong>Firefly </strong>eine erfrischende Unangepasstheit, sowohl stilistisch, als auch inhaltlich. Diverse Konventionen des Fernsehens und des SF-Genres werden hier bewusst gebrochen, was viel vom eigentlichen Spaß beim Zuschauen ausmacht. Und so nebenbei bekommt man auch ein sehr durchdachtes Universum präsentiert, das den Fokus deutlich auf das Menschsein legt und immer wieder etwas an Sozialkritik zwischen den Zeilen zeigt.</p>
<p><strong>Joss Whedons</strong> Meisterwerk ist aber auch wie eine unvollendete Komposition, wo man das Stück nie ganz hören wird und nie das gesamte Genie, das gesamte Potential erfassen und genießen wird können. Wie gerne hätte man doch mehr gesehen von alledem, wie gerne hätte man diese wunderbaren Figuren noch viel länger begleitet. <strong>Joss Whedon</strong> hat einmal gemeint, dass mit dem Ende von <strong>Firefly </strong>sein Herz gebrochen wurde. Es war die Quelle seiner größten Freude und seines tiefsten Schmerzes. Wer die Serie einmal gesehen hat, versteht ihn&#8230; </p>
</div>
<h3>DVD-Extras:</h3>
<p>Ganz klare Empfehlung: kaufen! Mal abgesehen von der fantastischen Serie selbst in bester Qualität und mit einer wirklich, wirklich großartigen deutschen Synchronisation finden sich auf den Silberscheiben noch eine große Menge an Extras. Es gibt Audiokommentare mit <strong>Joss Whedon </strong>und einem Großteil des Casts zu zahlreichen Folgen. Es gibt mehrere Featurettes, die die Entstehungsgeschichte, die Produktion und letztlich auch das Ende von Firefly beleuchten. Dabei kommt praktisch die gesamte Crew in Interviews zu Wort. Unveröffentlichte Szenen gibt es ebenso zu begutachten wie Probeaufnahmen. Besonders witzig ist auch das ‚Gag-Reel&#8217; mit entfallenen Szenen, in denen es zu unbeabsichtigten und auch mal zu beabsichtigten Pannen während der Dreharbeiten kam. Eine DVD-Ausstattung für eine Serie könnte wohl kaum besser sein.</p>
<p>PS: Eine Kritik zum Kinofilm <strong>Serenity</strong> werde ich demnächst auch hier verschriften…</p>
<p>PPS: Achja, das muss auch noch sein…</p>
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		<title>Mad Men &#8211; Staffel 2</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 12:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Erst unlängst habe ich an dieser Stelle der ersten Staffel der äußerst formidablen US-amerikanischen Fernsehserie Mad Men ein kritisches Loblied gewidmet. Natürlich konnte ich nicht allzu lange ohne eine genussvolle Beschauungs-Fortsetzung ausharren. Also musste die zweite Staffel her und dank Bestellmöglichkeiten via Internet bekommt man ja sowas rasch und unkompliziert (als Kind des VHS-Zeitalters weiß ich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst unlängst habe ich <a href="http://www.kinofilme.com/reviews/mad-men-staffel-1">an dieser Stelle</a> der ersten Staffel der äußerst formidablen US-amerikanischen Fernsehserie <strong>Mad Men</strong> ein kritisches Loblied gewidmet. Natürlich konnte ich nicht allzu lange ohne eine genussvolle Beschauungs-Fortsetzung ausharren. Also musste die zweite Staffel her und dank Bestellmöglichkeiten via Internet bekommt man ja sowas rasch und unkompliziert (als Kind des VHS-Zeitalters weiß ich, dass das nicht immer alles so schön und schnell verfügbar war). Jedenfalls hatte ich allerhöchste Erwartung nach dem gewaltig weit oben angesetzten Qualitätsniveau der ersten 13 Folgen.</p>
<p><em>“Get out of here and move forward. This never happened. It will shock you how much it never happened.”</em></p>
<h3>Das Jahr, in dem die Welt am Abgrund stand…</h3>
<p>Die Werbeagentur Sterling &amp; Cooper in New York erfährt erfolgreiche Zeiten. Das Geschäft läuft gut und die Kunden sind zufrieden. Zwar müssen hie und da Risiken eingegangen werden und die Rechnung geht nicht immer auf, aber die Zahlen stimmen und die Kreativen sind inspiriert.</p>
<p>Auch Don Draper scheint den Erfolg weiterhin gepachtet zu haben. Allerdings beginnt seine Ehe langsam durch die immer offensichtlich werdenden Lügen und den heimlichen Betrügereien zu zerbrechen. Seine Frau Betty wird mit den schmerzlichen Offenbarungen konfrontiert und muss erkennen, dass ihre heile Welt und ihr perfekter Mann nie existiert haben. Beide fliehen voneinander, ertragen es aber auch nicht gänzlich alleine. Wobei Don wohl letztlich der Einsamere ist.</p>
<p>So wie sich die Welt verändert, so kommt es auch zu Veränderungen bei Sterling &amp; Cooper. 1962 ist kein gutes Jahr. Marilyn Monroe verstirbt unter nicht gänzlich geklärten Umständen. Die Kubakrise macht für alle den möglichen nuklearen Holocaust greifbarer denn je. Der Werbeagentur und ihren Mitarbeitern selbst stehen auch andere Zeiten bevor. Abgründe tun sich für manche auf, während andere im schnellen Leben auf der Strecke bleiben. Die Entscheidungen aus der Vergangenheit haben ihre Konsequenzen. Immer.</p>
<p><em>“One day you&#8217;re there and there&#8217;s less of you and you wonder where that part went. If it&#8217;s living somewhere outside of you and you keep thinking maybe you&#8217;ll get it back and then you realize it&#8217;s just gone.”</em></p>
<h3>Niveau ist alles</h3>
<p><strong>Mad Men</strong> gelingt das Kunststück mit der gesamten zweiten Staffel das Niveau auf allerhöchstem Level zu halten. Konsequent großartig bleiben Figurenentwicklung, Dialoge, Handlungsverläufe und Schauspiel (die Darsteller gehen in ihren Rollen inzwischen vollkommen auf). Hier verlassen sich die Schöpfer und Macher gänzlich auf die Stärken der Show und diese kennen sie offenbar ganz genau. Es ist wieder die kluge Subtilität und die präzise Darstellungsweise, die hier ganz und gar prächtig in Szene gesetzt wird.</p>
<p>Wobei für mich die Serie immer genau dann am besten ist, wenn nach langem Aufbau von Figuren und den Situationen, in die sie sich verstrickt haben, sie mit einer Szene oder oft nur mit einem Satz völlig entblößt werden oder in ihren eigenen Abgrund (oder den des Anderen) blicken müssen. Dies geschieht oft erstmals fast beiläufig, aber nur Momente später entfesselt sich das ganze Drama und die Verzweiflung kommt mit der Angst wieder hoch. Auch schön: selten sieht man in einer Serie so deutlich, wie sämtliche Handlungen der Protagonisten vor allem langfristig zu entscheidenden Konsequenzen führen, die oft genug brutal und schmerzlich sind. Jedoch passiert dies nie in moralisierender Weise, sondern vielmehr wird die Menschlichkeit dahinter deutlich. Die Vergangenheit jedenfalls, holt einen immer ein. Dass dabei die zweite Staffel komplett auf der Ersten aufbaut, beeindruckt in seiner folgerichtigen Beständigkeit.</p>
<p>Der Einbezug historischer Ereignisse und ihre Wirkung auf die Individuen funktioniert gerade bei dem Tod von Marilyn Monroe und der Kubakrise auf sehr gelungene Art. Die Serie schafft es dabei tatsächlich, diese Zeit und die damaligen Umstände greifbar und glaubhaft zu machen. Dies ist vor allem für heutige Generationen weit mehr als nur interessant anzuschauen.</p>
<p><em>“You are the product. You feeling something. That&#8217;s what sells. Not them. Not sex. They can&#8217;t do what we do and they hate us for it.”</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result9"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p>
Mit einer konzentrierten Konsequenz und einem äußerst stimmigen Rhythmus ist die zweite Staffel von <strong>Mad Men</strong> eine großartige Fortsetzung der großartigen ersten Staffel und zwar in allen Dingen. Anfangs musste ich mich mit den ersten Folgen noch ein klein wenig in Geduld üben, ehe die Serie ihre Intensitäten wieder voll ausspielt, aber es passiert und es könnte eigentlich kaum besser sein. Hier schneidet die feine Klinge immer langsam, immer bedächtig, immer gleich tief und dabei quillt das schön anzusehende Blut stets am Genussvollsten hervor.</p>
<p>Bei <strong>Mad Men</strong> drängt sich in mir langsam der Vergleich zum Jupiter der bisherigen TV-Geschichte auf, nämlich zu den <strong>Sopranos</strong> (1999-2007), die ein extrem hohes Qualiätsniveau volle sechs Staffel durchgehalten haben und dabei für alle Figuren des Ensembles eine Charakterentwicklung passieren ließen, wie es bisher noch keiner vergleichbaren Produktion gelungen ist. Nach 26 Folgen stimmt alles bei <strong>Mad Men</strong> und es sieht sehr danach aus, dass auch weiterhin alles stimmen wird. Im März 2012 wird in den USA die fünfte Staffel beginnen. Die Hoffnung auf ein großartiges Epos lebt also für mich.</p>
</div>
<h3>DVD-Extras:</h3>
<p>Wie bereits mit der DVD-Box zur ersten Staffel enttäuscht das Bonusmaterial auch hier wieder schwer. Keine Audiokommentare, keine Interviews und auch keine weiteren Features. Es gibt lediglich ein paar Dokus zu begutachten. Zwei beschäftigen sich mit der Stellung der Frau und der feministischen Bewegung in den 60er Jahren, während man die Dritte über die Entwicklung der Modeindustrie aus jener Zeitperiode informiert. Natürlich wird stets auf die Darstellung davon in der Serie selbst eingegangen. An sich gut gemacht und durchaus interessant, aber in quanitativer Hinsicht ist dies schlicht zuwenig.
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		<title>Mad Men &#8211; Staffel 1</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/mad-men-staffel-1</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 00:21:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Es sind glückliche Tage für Serien-Fans. Nie war das Angebot größer, nie gab es so viele, so hochqualitative TV-Produktionen. Speziell die US-amerikanischen Sender HBO (Die Sopranos, Six Feet Under, Rom) und seit einigen, wenigen Jahren auch AMC (Breaking Bad, The Walking Dead) überzeugen und begeistern mit ihren Schöpfungen. Letzterer strahlt seit 2007 die Serie Mad [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind glückliche Tage für Serien-Fans. Nie war das Angebot größer, nie gab es so viele, so hochqualitative TV-Produktionen. Speziell die US-amerikanischen Sender <strong>HBO</strong> (<strong>Die Sopranos</strong>, <strong>Six Feet Under</strong>, <strong>Rom</strong>) und seit einigen, wenigen Jahren auch <strong>AMC</strong> (<strong>Breaking Bad</strong>, <strong>The Walking Dead</strong>) überzeugen und begeistern mit ihren Schöpfungen. Letzterer strahlt seit 2007 die Serie <strong>Mad Men</strong> aus, für die inzwischen bereits vier Staffeln (zu je 13 Folgen) abgedreht sind und zumindest zwei weitere hinzu kommen werden. Durchgehend gute Quoten und zahlreiche Auszeichnungen (wie unter anderem zweimal den <strong>Golden Globe</strong> für das beste Ensemble) belohnen das hohe künstlerische Niveau der Kreation von <strong>Matthew Weiner</strong>.</p>
<p>‎<em>&#8221;You make the lie. You invent want. You&#8217;re for them&#8230; not us.&#8221;</em></p>
<h3>New York, New York…</h3>
<p>1960. New York. Madison Avenue. In der Straße, die besonders bekannt ist für ihre hohe Konzentration an Werbeagenturen, gehen die Mad Men ihren täglichen Geschäften nach. Sie sind die Kreativen, die Beschöniger, die Verkäufer. Der Kunde hat ein Produkt, welches Mann und Frau haben wollen müssen. Zigaretten verursachen vielleicht Lungenkrebs, aber darum geht es nicht, denn es soll geraucht werden, damit Geld verdient wird.</p>
<p>Sterling &amp; Cooper heißt die Werbeagentur. Don Draper heißt der, der das Geschäft perfekt beherrscht. Er ist so ehrgeizig wie erfolgreich. Er hat das perfekte Aussehen, die perfekte Familie und das perfekte Lächeln für die Kundschaft. Aber überall finden sich Risse in seinem Leben. Die vermeintlichen Freunde in der Agentur sind seine größten Konkurrenten. Er betrügt seine Frau mit anderen Frauen. Seine Vergangenheit ist nicht ohne Grund kaum jemanden bekannt. Und so gänzlich überzeugt ist er auch nicht immer von dem, was ihm monatlich einen dicken Gehaltsscheck einbringt.</p>
<p>Das Leben der Mad Men ist geprägt vom ständigen Präsentieren, Werben und Gewinnen. Ein berauschtes Sein mit Geschäftsessen, Projekt-Arbeiten, Foto-Shootings, Kundenbetreuung, Präsentationen, Meetings und Besprechungen. Alles im schicken Anzug und in schicken Räumlichkeiten. Die Sekretärin für zwischendurch. Immer eine kleine Demütigung für den Kollegen parat. Den nächsten Kunden, den nächsten Auftrag im Visier. Alkohol zur Betäubung. Teurer Luxus zur Ablenkung. Und die Geschichte streift einen mit Nixon und Kennedy. So lässt es sich leben, bis der Mangel an Substanz dann doch zu schmerzen beginnt und die Ausbeutung ihren Tribut fordert.</p>
<p><em>&#8221;</em><em>Give me the full Don Draper treatment.</em><em>&#8221;</em><em></em></p>
<h3>Ein Abgesang auf den Kapitalismus</h3>
<p><strong>Mad Men</strong> zeigt den Anfang und das Ende des Kapitalismus. Die inszenierte Idylle der 50er Jahre klingt noch etwas nach, aber die gesellschaftspolitischen Veränderungen und die wirtschaftlichen Umwälzungen kündigen sich bereits an. Noch gibt es keinen globalisierten Markt, noch ist die Verwertung von allem und jedem nicht allumfassend geworden, aber im Nukleus einer Werbeagentur beginnt es.</p>
<p>So glatt und glänzend die Fassade von Sterling &amp; Cooper auch ist, so abgründig und brutal geht es oftmals zu. Niemals offen freilich, immer nur versteckt, subtil und heimlich. Neid, Intrigen, Betrug, Konkurrenzkämpfe, Heucheleien, Demütigungen… Alle tanzen am glatten Parkett des gnadenlosen Marktes, wo sie Produkte verkaufen und Produkte sind. Keiner kann da ohne Verluste dauerhaft mit.</p>
<p>Alles ist Fassade, alles ist Oberfläche, alles ist Substanzlosigkeit. So clever und kreativistisch die nächste Marke auch aufgebaut werden mag, eine wirkliche Bedeutung hat nichts davon. Und genauso so leer sind auch die Figuren, die alle die gleichen Sehnsüchte haben, aber letztlich immer einsam und verletzt zurückgelassen werden, weil das System in seiner Dehumanisierung genau diejenigen zuerst auffrisst, die es am Besten zu beherrschen glauben. Werden die Protagonisten mit alledem konfrontiert oder leiden sie tatsächlich schon an gesundheitlichen Negativfolgen, so wird dies freilich überspielt, verdrängt und bis zum endgültigen Zusammenbruch mit gewitzten Worten und dynamischen Gesten verschleiert.</p>
<p>Ficken statt Lieben. Geschwätz statt Aussprache. Verkaufen statt Fragen.</p>
<p><em>&#8221;</em><em>I hate to break it to you, but there is no big lie, there is no system, the universe is indifferent.</em><em>&#8221;</em><em></em></p>
<h3>Früher war alles besser</h3>
<p>Gnadenlos wird hier das Gesellschafts- und Sittenbild in den frühen Sechzigern seziert. Nach außen hin zeigt man das familiäre Ideal, die Aufopferung für den Job und das perfekte Auftreten. Die Rollenbilder von Frau und Mann sind klar verteilt. Offener Sexismus und brutales Konkurrenzverhalten sind Alltag. Es muss viel geraucht und viel getrunken werden. Die Sekretärin hat demütig, pünktlich und stets angepasst zu sein. Der Abteilungsleiter scherzt mit seinen Kollegen, ist so selbstischer wie potent, sägt aber gleichzeitig an den Stühlen der anderen und das Eheversprechen wird für den schnellen Spaß auch gerne mal vergessen.</p>
<p>Man darf keine Angst haben, darf niemals versagen. Selbstbewusste Frauen sind Exoten. Schwache Männer gibt es nicht. Die Familie hat absolute Stabilität nach außen hin zu zeigen. Die Hausfrau kennt ihren Platz. Der Ehemann hat das letzte Wort in allen Dingen. Tränen sind für den Keller. Jeder weiß, was und wie er oder sie zu sein hat.  </p>
<p><em>&#8221;</em><em>What you call love was invented by guys like me to sell nylons.</em><em>&#8221;</em><em></em></p>
<h3>Die Inszenierung, die Ausstattung und das Ensemble</h3>
<p><strong>Mad Men</strong> ist erfreulich zurückhaltend inszeniert. Hier gibt es keine schnellen Schnitte, keine Wackelkameras und keine aufdringlichen Effekt-Haschereien. Natürlich auch um dem ‚Look and Feel‘ der 1960er zu entsprechen wird hier unter anderem auch bewusst am visuellen Stil von <strong>Alfred Hitchcock</strong> Anleihe genommen, der ja besonders in dieser Periode eine künstlerische Hochphase hatte. <em></em></p>
<p>Hinzu kommen äußerst akkurate und detailreiche Sets, die die Ära glaubhaft vermitteln. Des Grafikdesigns Kundige erfreut freilich der historische Rückblick auf Anzeigen und Konzept-Zeichnungen, die unter anderem in der Serie bei den Präsentationen gezeigt werden. Besonders erwähnt werden sollten auch die Kostüme, die in den USA sogar Einfluss auf die zeitgenössische Mode-Industrie haben.</p>
<p>Der Cast selbst ist erfrischend unverbraucht. Kaum einer der Darsteller ist zuvor in anderen bekannteren Produktionen aufgefallen oder dürfte bisher selbst Serien- und Filmexperten öfter mal wo untergekommen sein. Umso beeindruckender freilich die durchgehend beeindruckende schauspielerische Leistung. Allen voran freilich <strong>Jon Hamm</strong> als Don Draper, der den idealen Mann mit dem idealen Job mit aalglatter Perfektion verkörpert, ohne dabei aber gänzlich über die inneren Brüche hinwegtäuschen zu können. Besonders gut gefällt mir auch noch <strong>Elisabeth Moss</strong>, deren Figur der Jungsekretärin so bewusst wie unbewusst das System von Verwertbarkeiten und festgelegten Rollenbildern etwas aufzubrechen vermag. <strong>Christina Hendricks</strong> sei auch noch erwähnt, die optisch ein definitiver ‚Hingucker‘ ist, eine gelungene Ambivalenz besitzt und so nebenbei wohl die am besten designten Kostüme der Show präsentieren darf.</p>
<p><em>&#8221;</em><em>What do you want me to say?</em><em>&#8221;</em><em></em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result9"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong>Mad Men</strong> ist die Serie der feinen Klinge. Das ganz große Drama passiert selten, das Eigentliche spielt sich meist zwischen den Zeilen ab, so wie die eigentliche Grausamkeit der Figuren und des Systems nur in wenigen Momenten deutlich zur Schau gestellt werden. Selten noch hat sich eine TV-Produktion dermaßen auf die eigene, kluge Subtilität verlassen.</p>
<p>Das Gesellschaftsbild der frühen 60er Jahre wird so detailreich wie gnadenlos gezeigt. Historische, politische und soziale Umwälzungen kündigen sich hintergründig an und werden geschickt in die Handlung mit hinein verwoben. Vor allem die Kapitalismus-Kritik ist überdeutlich, allerdings ohne dabei moralisierend zu sein oder mit bemühten Verweisen auf die nagende Entmenschlichung anzustrengen. Es wird einfach nur dargestellt und gezeigt, wie das System funktioniert und welche Auswirkungen dieses auf das Individuum und die Welt hat.</p>
<p>Dass sich das Ensemble so wunderbar harmonisch zusammenfügt ist ein echter Glücksfall. Schauspierlisch zu brillieren ist allerdings bei diesen mehr als nur gelungen geschriebenen Drehbüchern wohl auch nicht allzu schwer. Von der Ausstattung über die Inszenierung bis hin zur Musikauswahl in den Abspännen wird alles mit allerhöchster Qualität präsentiert. Nur selten schleicht sich vielleicht ein wenig Zähigkeit hinein und nur selten fehlt vielleicht ein letzter Schliff an Genialität. Alles in allem kann <strong>Mad Men</strong> jedenfalls absolut empfohlen werden. Ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Staffeln.</p>
</div>
<h3>DVD-Extras:</h3>
<p>Während bei Ton und Bild keine Wünsche offen bleiben, ist die Sonderausstattung der DVD-Box reichlich dürftig ausgefallen. Es gibt nämlich bis auf zwei Dokumentationen keinerlei Extras. Jene über die Musik der Serie ist auch nur mäßig interessant, aber immerhin der Beitrag über historische Entwicklung von Werbeagenturen in den USA sowie sich verändernde Aspekte der Marketing-Industrie ist gelungen. Ansonsten fehlen mir besonders die sonst üblichen Audiokommentare. Immerhin lässt sich die erste Staffel inzwischen zu einem äußerst günstigen Preis erwerben.
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		<title>Prison Break – Staffel 2</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 17:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer die erste Staffel von Prison Break kennt und mag, möchte sich auf keinen Fall entgehen lassen, wie es mit Michael Scofield (Wentworth Miller) nach seinem Entkommen aus der Fox River Strafanstalt weiter geht. Genau so ist es auch mir ergangen. Ich habe mir also so schnell es ging die DVD-Box besorgt und  auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die erste Staffel von <strong>Prison Break</strong> kennt und mag, möchte sich auf keinen Fall entgehen lassen, wie es mit<em> Michael Scofield</em> (<strong>Wentworth Miller</strong>) nach seinem Entkommen aus der Fox River Strafanstalt weiter geht. Genau so ist es auch mir ergangen. Ich habe mir also so schnell es ging die DVD-Box besorgt und  auch die zweite Staffel fingernagelkauend angesehn.</p>
<p>Nachdem Staffel 1 mit außergewöhnlichem Setting, vielschichtigen  Charakteren und einer immer spannend bleibenden Handlung überzeugen  konnte, waren meine Ansprüche an die Fortsetzung doch recht hoch. Immerhin kommt es jetzt darauf an, die vielen, parallel laufenden Handlungsstränge der einzelnen Charaktere zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzufassen.</p>
<p><em>&#8220;I have a feeling we&#8217;re in for a lot of surprises.&#8221;</em></p>
<h3>Wanted: Dead, not alive</h3>
<p>Anders als in Staffel 1, in der noch alle Charaktere am selben eingeengten  Schauplatz „Gefängnis“ miteinander klarkommen mussten, folgen wir ihnen jetzt auf ihrer atemlosen Flucht vor sämtlichen Organen der US-Exekutive. <strong>Prison Break</strong> macht in Staffel 2 den Schritt vom Gefängnis- und  Verschwörungsthriller zum Verfolgungsjagd-Roadmovie mit erstaunlicher Leichtigkeit. Die 8 (Ex-)Häftlinge finden sich nun jedoch in einem überdimensionalen Gefängnis wieder: Der Wärter, der in Fox River seine Augen überall hatte, ist jetzt <em>jedermann</em> auf der Straße, der ein Fahndungsfoto der Ausgebrochenen gesehen hat. Die Strafe für Fehler ist nichtmehr die Einzelhaft, sondern der Tod. Die Einsätze in diesem Spiel um die Freiheit wurden nocheinmal erhöht.</p>
<p>Die ohnehin schon recht turbulente Flucht der <em>Fox River 8</em> durch die USA wird durch das Eingreifen des <em>FBI Special Agent Alexander Mahone</em> noch weiter verschärft. Mahone, gespielt vom von mir hoch verehrten <strong>William Fichtner,</strong> ist eine geniale Erweiterung zu einem ohnedies schon tollen Cast, in dem der einzige, der etwas zu schwächeln scheint, <strong>Dominic Purcell</strong> ist. Es ist den Drehbuchautoren gelungen, die Geschehnisse aus der vorangegangenen Staffel stimmig mit der Flucht in dieser zu verknüpfen. Michael hatte sich nicht nur die Baupläne des Gefängnisses in die Haut stechen lassen, sondern auch wichtige Checkpoints für die Flucht vor der Exekutive. Wie Mahone Schritt für Schritt diese Hinweise knackt, verleiht Staffel 2 genau diese unglaubliche Spannung, mit der auch Staffel eins schon so zu fesseln wusste.</p>
<p><em>&#8220;I&#8217;ve broken just about every law you can name. But it&#8217;s not just what I&#8217;ve done. It&#8217;s what others have done. Because I let them. Because I was doing what I thought was right.&#8221;</em></p>
<h3>Immer noch ein Drama</h3>
<p>Toll an Staffel Zwei ist für mich der tiefere Einblick in die Leben der einzelnen Charaktere und ihr Weg, mit der eigenen Vergangenheit und Zukunft umzugehen. Sie alle gewinnen an Facetten und wachsen mit ihren Erfahrungen. Ja, sogar T-Bag lernt man ansatzweise zu verstehen.</p>
<p>Die Opfer die gebracht werden mussten, um Lincoln aus dem Gefängnis zu holen belasten Michael sehr &#8211; er hat Schuldgefühle. Dieser innerliche Kampf mit dem Gewissen, das Verdrängen und das ständige Rechtfertigen seiner Taten schlägt eine weitere solide Brücke zu den Geschehnissen aus der ersten Staffel. Nicht nur die komplizierte Beziehung zu Sara Tancredi (<strong>Sarah Wayne Callies</strong>), sondern auch zum Gefängnisrektor (<strong>Stacy Keach</strong>), der eine Vaterfigur für ihn wurde, lassen uns erkennen, wie schwierig das gesamte Unterfangen tatsächlich für Michael ist.</p>
<p>Natürlich ist auch Alex Mahone kein simpel gestrickter strahlender Ritter, der zur Rettung des Rufs der Regierung herbeieilt. Auch er hat eine dunkle Vergangenheit und Geheimnisse, die es zu wahren gilt. Mit all seiner Intelligenz, seinen Fehlern und Ängsten ist er Scofield ein ebenbürtiger Gegner.</p>
<p>Und dann ist da noch die ominöse Company (mit Mr. Kim &#8211; <strong>Reggie Lee</strong> &#8211; als Gesicht), die den Flüchtlingen auf Schritt und Tritt folgt. Über Kellerman (<strong>Paul Adelstein</strong>) erfahren wir endlich mehr darüber, was diese unsägliche Verschwörung in der Regierung mit Lincoln Burrows zu tun hat. Generell hat man bei Stories, mit einer erst spät im Plot gelüfteten Verschwörung im Hintergrund, immer ein bisschen die Angst, dass auf den Inhalt dieser Verschwörung selbst ein Kind kommen hätte können – nicht so hier. Auch im Finale dieses Erzählbogens bleibt <strong>Prison Break</strong> seiner Unkonventionalität treu. Natürlich geht es um Macht, natürlich geht es um Geld, aber wenn es hart auf hart kommt, dann zählt doch noch der Mensch der dahinter steht.</p>
<p><em>&#8220;So this is the big conspiracy, huh? Bunch of little boys in suits, running around trying to kill each other? It&#8217;s pathetic.&#8221;</em></p>
<h3>Spannung vs. Logik</h3>
<p>Ach, da kommen mir so ein paar Fragen in den Sinn. Wie überlebt man einfach so eine abgehackte, wieder angenähte und wieder abgerissene Hand? Wie hält man minutenlang die Luft an ohne zu ertrinken? Warum gibt&#8217;s in jedem Gebäude Lüftungsschächte in denen ein ausgewachsener Mann unbemerkt umherkriechen kann? Wie findet man innerhalb von wenigen Stunden eine vor mehreren Monaten im Fluss versenkte Computer-Festplatte? Na ja, wenn das mal nicht zu viel des Guten ist.</p>
<p><em>&#8220;You&#8217;re afraid to fail! You&#8217;re afraid this big plan of yours ain&#8217;t gonna work out. You wanna get caught proving you can pull this thing off, be my guest.&#8221;</em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result8"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Johanna</span></h1>
<p>Von Staffel 1 komplett hingerissen, muss ich sagen, dass die zweite zwar wirklich gut ist, aber trotzdem nicht an ihren Vorgänger heranreicht. Hier kämpfen die Protagonisten jedoch gegen ganz andere Kaliber von Bösewichten &#8211; die lassen Brad Bellick (<strong>Wade Williams</strong>, genial in dieser Rolle) mitunter ziemlich arm aussehen. Dadurch bleibt der Plot erfrischend und lässt schlicht keine Langeweile aufkommen &#8211; die Serie kann immer noch durch unerwartete Wendungen und spannende Charaktere faszinieren.</p>
<p>Gar nicht so toll fand ich die Art und Weise, wie die Drehbuchautoren manche Charaktere der ersten Staffel einfach so verabschiedet haben. Da wurden einige echte Hingucker mit viel Potenzial früh abgesägt, was letztlich der Show ziemlich schadet. Was sollte das? Ich verstehe es nicht.</p>
<p>Noch dazu muss gesagt werden, dass das Finale nicht mal annähernd an die Genialität des Abschlusses der ersten Staffel heranreicht und leider auch der Ausblick auf die nächste nicht sonderlich spannend aussieht. Für mich wäre Michael Scofields Geschichte vom Ausbruch aus Fox River hiermit eigentlich beendet. Warum also noch zwei weitere Staffeln drehen?</p>
</div>
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		<title>Prison Break – Staffel 1</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/prison-break-staffel-1</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 21:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich, als Prison Break bei uns im TV lief, leider nur ein paar Folgen zu sehen bekam und es mir trotzdem immer im Hinterkopf geblieben ist, hab ich’s mir nun vor kurzem zu Gemüte geführt. Ich wurde in meinem anfänglichen Staunen bestätigt: Diese Serie (also zumindest einmal die erste Staffel) schlägt an Spannung vieles, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich, als <strong>Prison Break</strong> bei uns im TV lief, leider nur ein paar Folgen zu sehen bekam und es mir trotzdem immer im Hinterkopf geblieben ist, hab ich’s mir nun vor kurzem zu Gemüte geführt. Ich wurde in meinem anfänglichen Staunen bestätigt: Diese Serie (also zumindest einmal die erste Staffel) schlägt an Spannung vieles, was ich bisher sehen durfte.</p>
<p>Mit <strong>Prison Break</strong> hat Paul T. Scheuring etwas Neues geschaffen, denn was man normalerweise heutzutage so aus dem Mainstream-TV kennt, handelt ja meistens davon, wie Leute <em>ins</em> Gefängnis gebracht werden (<strong>CSI</strong>, <strong>NCIS</strong>, <strong>The Mentalist</strong>, etc.). Bei <strong>Prison Break</strong> passiert das genaue Gegenteil: Wie der Name schon sagt, wird versucht aus einem Gefängnis auszubrechen. Wo wir bei anderen Serien auf der Seite derer stehen, die das Gesetz ausführen sollen, sehen wir hier die Szenerie aus dem Blickwinkel der Verurteilten und Sträflinge. Eine erfrischende neue Perspektive, die man <em>so</em> aus einer TV-Serie noch nicht kennt.</p>
<p><em>&#8220;All I keep thinking, looking back onto this, I was set up.<br />
I know whoever it was who set me up wants me in the ground as quickly as possible.&#8221; </em></p>
<h3>Was bisher geschah</h3>
<p>Unschuldig zum Tode verurteilt sitzt Lincoln Burrows (<strong>Dominic Purcell</strong>) in der Todeszelle der Fox River State Strafanstalt, Illinois. Alle Beweise sprechen dafür, dass er den Bruder der Vizepräsidentin kaltblütig erschossen hat. Trotz allem besteht er auf seiner Unschuld – und sein Bruder Michael Scofield (<strong>Wentworth Miller</strong>) glaubt ihm. Nachdem alle rechtlichen Möglichkeiten, Lincolns Strafe und das Urteil aufzuheben, erschöpft sind, schmiedet Michael einen komplizierten, ziemlich riskanten Plan, wie er Lincoln trotzdem das Leben retten kann – er will ihn aus dem Gefängnis befreien und so der US-Justiz entfliehen. Von außerhalb der Strafanstalt geht das schwer, also bringt er sich kurzerhand selbst ins Gefängnis.</p>
<p>Der ungewohnte und meist mystifizierte Schauplatz „Gefängnis“ spielt in <strong>Prison Break</strong> eine essentielle Rolle. Drehort ist dabei eine echte Strafanstalt, die nur wenige Jahre vor Drehbeginn geschlossen wurde. Man sieht es der Produktion an, dass es sich bei <em>Fox River</em> nicht um ein eigens dafür gebautes Set handelt und dies tut der Atmosphäre der Serie unglaublich gut. Beengt, heiß, trist, unberechenbar – solche Gefühle weckt die Szenerie. Dementsprechend reduziert und zugleich vielsagend sind die Aufnahmen der einzelnen Zellen.</p>
<p>In Anbetracht dieses, sich kaum ändernden Schauplatzes, ist es umso erstaunlicher, welche Spannung in jeder Episode aufgebaut und noch gesteigert wird. Man spürt es: <em>Du</em> sitzt in Fox River, und <em>du</em> kommst da nicht so schnell wieder heraus – du musst lernen, mit dieser Situation umzugehen. Eine bedrückende, bedrohliche und auch hoffnungslose Stimmung macht sich breit.</p>
<p>Ein besonders cooles Detail der Serie ist Michaels Tätowierung, die seinen gesamten Oberkörper und die Oberarme bedeckt. Sie enthält nicht nur die Baupläne des Gefängnisses, sondern auch Einzelheiten seines Ausbruchsplans. Abgesehen davon, dass sie absolut genial aussieht, helfen diese kleinen Fetzen an Information uns Zuschauern, die Reichweite des Plans zu erahnen. Offenbar hat alles was Michael sagt, zu wem er es sagt, was er tut und wann er es tut, irgendeinen Zweck für die Durchführung des Plans – immerhin steht ihm nur ein sehr knapp bemessener Zeitraum zur Verfügung. Dieses Tattoo ist ein sehr cooles Mittel, den Plot weiterzuführen.</p>
<p>Michael Scofield ist nicht einfach nur jemand, der seinen Plan ohne Rücksicht auf Verluste ausführt – er hat Schuldgefühle und gibt sich die Verantwortung für das, was seine Mitinsassen tun, weil er es ihnen ermöglicht. Mit zunehmender Fortdauer der Serie merkt man, wie sehr ihm die ganze Unternehmung zusetzt. Er ist kein flacher Charakter ohne Facetten. Er hat Werte und Prinzipien die an einem Ort wie Fox River zwangsläufig zu wackeln beginnen und sich immer mehr zu verbiegen drohen.</p>
<p><em>“Preparation will only take you so far. After that you gotta take a few leaps of faith.”</em></p>
<h3>Der Plan bröckelt</h3>
<p>Natürlich läuft nicht alles wie am Schnürchen als Michael nach <em>Fox River</em> gebracht wird. Es gibt Dinge, die man nicht planen und sich nicht in die Haut stechen lassen kann – Michael lernt das auf die harte Tour.</p>
<p>Gegen Mitte der ersten Staffel beginnt seine Fassade ein wenig zu bröckeln und wir sehen ihm an, unter welchem Druck und unter welch ungeheurer Spannung er steht. <strong>Wentworth Miller</strong> stellt den verzweifelt Entschlossenen, der eigentlich nur seinen Bruder retten will, wie ich finde, sehr überzeugend dar. Als Zuschauer kommt man ins Grübeln, ob ihm da nicht alles über den Kopf wächst – immerhin muss nur eine Kleinigkeit schief gehen, Lincoln wird hingerichtet und Michael sitzt im schlimmsten Fall noch 15 Jahre hinter Gittern. Der Einsatz in diesem Spiel ist unglaublich hoch.</p>
<p>Wo man zu Anfang noch gerne glaubt, Michael hätte alle Unmöglichkeiten erwägt, sämtliche relevanten Insassen und das Personal recherchiert, generelle Gefängniseigenheiten bedacht und überhaupt eine Lösung für *alles*, stellt man im Lauf der Staffel fest, dass er, trotz seiner herausragenden Intelligenz, auch nur ein Mensch ist. So überlegen einem Scofield auch erscheinen mag, es kommt wie es kommen muss: der zu Beginn so selbstsichere, so berechnend und kühl wirkende Michael Scofield ist dem tatsächlichen Risiko im Gefängnis gegenüber blind gewesen: Im Gefängnis herrscht nicht allgemeine Vernunft, hier existiert eine eigene kleine Welt mit ihren eigenen Regeln. Hierarchie und Tagesgeschehen werden vom Stärksten kontrolliert, und das sind in erster Linie die Gefängniswärter – mit dem unsympathischen Captain Brad Bellick (gelungen gespielt von <strong>Wade Williams</strong>), dicht gefolgt von den finanziell überlegenen oder skrupellosesten Sträflingen.</p>
<p>“<em>You in there, pretty? I know you&#8217;re there. Just wanted you to know that I&#8217;m coming for you. You&#8217;ve got nowhere to run. You&#8217;re trapped in that little hole of yours. </em><em>Trapped like a pig&#8230;</em>“</p>
<h3>Auf beiden Seiten der Gitter</h3>
<p>Natürlich tut sich außerhalb der Strafanstalt auch so einiges. Bald stellt sich heraus, dass hinter Lincolns Urteil mehr steckt als schlichte Justiz. Seine Ex-Freundin Veronica Donovan (<strong>Robin Tunney</strong>), und auch dessen Anwältin, sucht, während Michael sein Möglichstes tut, unablässig nach Beweisen für die Unschuld des zu Tode verurteilten. Dabei gerät sie in einen Sumpf aus Verschwörungen, die bis an die Spitze der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika reichen. Sie bringt alle möglichen Hebel in Bewegung und setzt sich dabei einem fast so großen Risiko aus wie Michael.</p>
<p>Die Problematik der Todesstrafe wird schön in der komplizierten Beziehung Lincolns zu seinem Sohn L.J. dargestellt. Wie reagieren wir tatsächlich, wenn alle Beweise darauf hindeuten, dass ein von uns geliebter Mensch ein schreckliches Verbrechen begangen hat? Wir sind wütend, enttäuscht, traurig, fassungslos und ohnmächtig. Es ist eine sehr schwierige Situation, die hier meiner Meinung nach sehr glaubwürdig rübergebracht wird.</p>
<p>Neben exzellenten Scripts, die sogar vor jeder Werbepause fiese Cliffhanger einbauen, machen allem voran die Mithäftlinge das Geschehen in <em>Fox River</em> so fesselnd. Allesamt bilden sie eine geniale Kombination an Charakteren, die mit tollen Darstellern besetzt sind. <strong>Robert Knepper, </strong>der seine Rolle als <em>T-Bag</em> mit solcher Intensität spielt, dass einem unwohl wird wenn man ihn nur sieht, <strong>Peter Stormare </strong>als skrupelloser Mafiaboss, <strong>Amaury Nolasco</strong> als der im Grunde gutmütige Zellengenosse – sie alle bilden ein Ensemble das seines Gleichen sucht. Wir erkennen: Sträfling ist nicht gleich Sträfling. Trotz Michaels unweigerlichem Talent mit Menschen umzugehen bleiben sie immer noch Menschen, und nicht Marionetten, die man einfach so steuern kann.</p>
<p><strong>Prison Break</strong> schafft es, einen Verschwörungsthriller mit Drama zu verbinden. Die Charakterentwicklung ist glaubwürdig, die Story in sich – wenn sie auch streckenweise etwas der Logik entbehrt (wohin führen denn die Abwasserleitungen in Scofields Zelle?) – schlüssig und kurzweilig, das Setting ungewohnt und der Plot innovativ. Es braucht keine aufwändigen Sets, Effekte oder Action. Die schmuddeligen und immer gleichen Gefängniswände bilden eine perfekte Leinwand für das charaktergetriebene Geschehen. Nicht zu vergessen ist Michaels immer mysteriös bleibender Plan und die schwer zu greifende Verschwörung, die sich hinter dem Ganzen auftut. Alles in allem ein ziemlich krasser Mix.</p>
<p><em>“We&#8217;re not breaking out of a Jamba Juice, gentlemen.” </em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result9"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Johanna</span></h1>
<p>Für mich ist <strong>Prison Break</strong> so spannend, weil ich keine stereotypen Charaktere erkenne – keiner von ihnen ist nur schwarz oder weiß, sondern eine Schattierung von Grau. Selbst Kellerman und T-Bag haben ihre „besseren“ Seiten. Jede Figur in Michael Scofields Schachspiel hat Beweggründe und eine Vergangenheit die sie zu dem gemacht haben, was sie jetzt sind.</p>
<p>Die kryptischen Zeichen und Sprüche in der Tätowierung, das Origami, Michaels vage Äußerungen, das ständige Marionetten-Spiel und die niemals enden wollenden Konflikte mit seinen Mitinsassen haben mich Fingernägel kauend vor dem Fernseher sitzen lassen. Zuletzt war ich derart gefesselt, als <strong>Battlestar Galactica</strong> noch auf meinem Programm stand. Ja, ich ziehe tatsächlich diesen Vergleich – beides spielt sich auf vergleichsweise engem Raum ab, der „Feind“ ist übermächtig und zu Beginn nur eine Gefahr im Hintergrund ohne Gesicht, im Grunde steht jeder Charakter für sich, aber alle folgen einem Ziel: der Freiheit. <strong>Prison Break</strong> ist nicht nur die Geschichte von ein paar Sträflingen, die aus einem Gefängnis ausbrechen – es ist ein Familiendrama.</p>
<p>Jeder könnte im nächsten Moment die Seiten wechseln, verletzt, verstümmelt, getötet werden. Es ist ein ständiger Nervenkitzel und jeder Cliffhanger wird exzellent verwertet. Toller Stoff unterlegt mit atmosphärischem Score und einem passendem Soundtrack. Der Spannungsbogen hält über die gesamte Staffel und schafft es auch noch, am Ende eins drauf zu setzen. Ich bin hingerissen.</p>
</div>
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		<title>Breaking Bad – Staffel 2</title>
		<link>http://www.kinofilme.com/reviews/breaking-bad-staffel-2</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 02:41:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Erstmals: Staffel 1 der Serie Breaking Bad habe ich bereits ausführlich an dieser Stelle behandelt. Vom grundsätzlichen Setting und samt den thematischen Schwerpunkten ändert sich in den 13 neuen Episoden nichts, vielmehr werden die Charaktere noch vertieft und das Drama der Geschichte noch intensiver fortgeführt. Selbst das Figureninventar wird nur geringfügig erweitert. Bekanntlich besteht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erstmals: Staffel 1 der Serie <strong>Breaking Bad</strong> habe ich bereits ausführlich <a href="http://www.kinofilme.com/reviews/breaking-bad-staffel-1">an dieser Stelle</a> behandelt. Vom grundsätzlichen Setting und samt den thematischen Schwerpunkten ändert sich in den 13 neuen Episoden nichts, vielmehr werden die Charaktere noch vertieft und das Drama der Geschichte noch intensiver fortgeführt. Selbst das Figureninventar wird nur geringfügig erweitert.</p>
<p>Bekanntlich besteht die erste Staffel aus lediglich 7 Episoden, da aufgrund des Autorenstreiks die Serie konsequent unterbrochen wurde. Nach dem Cliffhanger der letzten Folge wird nahtlos fortgesetzt. Umso mehr sollte man die bisherige Handlung also soweit kennen, um überhaupt das Geschehen weiter verfolgen zu können.</p>
<p>Mit Staffel 2 erhielt <strong>Breaking Bad</strong> nicht nur eine Reihe weiterer Auszeichnungen, wie den zweiten <strong>Emmy Award</strong> für <strong>Bryan Cranston</strong> als Lead Actor, sondern steigerte auch die Anzahl der Zuseher in den USA von 1,2 Millionen auf 1,7 Millionen (was zugegebenermaßen im Vergleich zu Top-Quoten anderer Serien, wie <strong>Mein cooler Onkel Charlie</strong> mit bis zu 16 Millionen wirklich nicht viel ist, aber <strong>Breaking Bad</strong> kann sich dies offenbar leisten). Der Kabelkanal <strong>AMC</strong> hat damit zudem seinen Ruf als Sender von Qualitätsproduktionen, auch dank des Zugpferds <strong>Mad Men</strong>, umso mehr zementiert. </p>
<p><em>&#8220;Ricin. It&#8217;s an extremely effective poison.&#8221;</em></p>
<h3>Das Meth bleibt blau</h3>
<p>Walter und Jesse wächst die Sache über den Kopf. Wieder einmal. Die Herstellung vom reinsten Meth weit und breit ist eine Sache, aber damit zu dealen und an der Ware zu verdienen eine andere. Dass sie sich auf den irren Drogenboss Tuco eingelassen haben, beginnen sie schnell zu bereuen. Dem Tod in der Wüste entrinnen sie nur knapp.</p>
<p>Walters Lügen werden immer größer, immer abstruser. Skyler weiß längst, dass ihr Mann etwas zu verbergen hat. Sie distanziert sich immer mehr von ihm und sucht eine neue Nähe an einem anderen Ort. Walter Jr. wird von seinem verbitterten Vater zu Dingen gezwungen, die die beiden immer mehr von einander entfremdet. Die Familie bricht langsam auseinander.</p>
<p>Jesses Eltern schmeißen ihren Sohn aus dem Haus, was ihn obdachlos werden lässt. Die neue Wohnung bringt auch eine neue Liebe, aber er verfällt auch immer mehr dem, was er eigentlich nur verkaufen sollte. Mit seinen Leuten gelingt es ihm, das ‚Geschäft‘ auszuweiten und das Meth erfolgreicher denn je anzubringen. Jesse spielt sich mit einem zufällig erworbenen Ruf zum neuen Drogenboss auf. Aber die DEA ist ihm auf den Fersen und hat Erfolg. Viel schlimmer noch ist aber die Konkurrenz, die lieber Tote anstatt Gefangene macht. </p>
<p>Ein schmieriger Anwalt offeriert seine Dienste. Der Drogenkrieg in Mexiko fordert Hank alles ab. Walter gefällt sich immer mehr in der Rolle, in der man ihn fürchtet.</p>
<p>Und großes Unheil droht auf dem Anwesen der Familie White&#8230;</p>
<p><em>&#8221; Better call Saul!&#8221;</em></p>
<h3>Denn sie wissen nicht, was sie tun…</h3>
<p>Erstmals: <strong>Breaking Bad</strong> ist in der zweiten Staffel ohne Zweifel auch weiterhin eine hochklassige, spannende Serie, die den Fokus auf das menschliche Drama hält, dabei stets großartig gespielt und gekonnt inszeniert wird. Allerdings geht schon sehr früh, nämlich bereits mit der zweiten Episode <em>In der Falle</em>, eine konsequent fortgeführte inhaltliche Stringenz ein wenig flöten. Es kommt zu reichlich aufgesetzten Überdramatisierungen und die innere Glaubwürdigkeit, schlicht der Realismus, wird gebrochen.</p>
<p>Irgendwie scheinen auch plötzlich die Drehbuchautoren sich nicht mehr ganz so sicher zu sein, welches Genre sie eigentlich bedienen wollen. Mit einer Folge wie <em>Beauftragen Sie Saul</em> befinden wir uns mit einem Mal in einer tiefschwarzen Gesellschaftssatire, deren fast schon klamaukhafter Humor aber deutlich über die Stränge schlägt und nicht mehr so wirklich zum ansonsten vorgeführten Drama-Schwerpunkt passen will. Zudem werden die Charakere immer weiter überzeichnet, was sie fast zu Karikaturen von sich selbst macht.</p>
<p>Man vermisst die Subtilität und damit auch die Qualität, die in wesentlich konzentrierterer, durchgehender Form in der ersten Staffel noch vorhanden waren. Vieles wirkt jetzt unentschlossen, unlogisch und fast schon wenig durchdacht. Auch werden manche der Plot-Elemente äußerst konstruiert herbei gebogen. Meister Zufall muss dann etwas zu oft Handlung und Figuren zusammenhalten. Es handelt sich dabei zwar oft genug nur um Kleinigkeiten oder störende Zwischentöne, aber bei einer sonst so hochklassig produzierten Serie, fallen diese schnell ins Gewicht und mindern den Schaugenuss.</p>
<p>Aber glücklicherweise erfängt sich <strong>Breaking Bad</strong> im letzten Drittel wieder und nicht zuletzt dank eines fantastischen Staffelfinales (mit ein paar kleinen Schwachstellen wiewohl) verweilt man wieder mit vollster Zufriedenheit ob dieses großartigen Stücks TV-Geschichte.</p>
<p><em>&#8220;</em><em>This only works if they&#8217;re scared of you.</em><em>&#8220;</em><em></em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result7"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p>Ich gebe zu, ich hatte mit der zweiten Staffel von <strong>Breaking Bad</strong> sehr schnell meine Schwierigkeiten. Da meine Erwartungen mit zuvor sehr hoch waren, wurde ich bereits mit der zweiten und dritten Episode deutlich zu früh enttäuscht. Das Drama war zu viel. Logikfehler tauchten auf. Die Figuren kratzten an der Unglaubwürdigkeit. Ich war richtig verärgert über den so deutlichen Qualitätsverlust.</p>
<p>Dann mäandert die Serie etwas zwischen den Genres herum. Erlebt man in der einen Folge noch einen so subtilen schwarzen Humor, dass man ihn fast verpassen könnte, wenn man nicht aufmerksam zusieht, wird einem in der nächsten Folge der Slapstick mit dem Holzhammer um die Ohren gehauen. <strong>Breaking Bad</strong> karikiert sich zudem manchmal fast selbst und wirkt dabei fast lächerlich.</p>
<p>Aber spätestens mit dem Staffelfinale bekam ich wieder Gänsehaut und ich war wieder gänzlich überzeugt. Ich habe die Figuren wahrhaftig zu lieben und zu hassen gelernt und das will wirklich einiges heißen.</p>
<p>Gerne würde ich hier eine höhere Gesamtwertung vergeben, aber die Schwächen fallen insgesamt doch zu deutlich auf. Selbst wenn die Serie schließlich wieder zur alten Höchstform findet und phasenweise auch noch die erste Staffel übertrifft, so ist mir der Qualitätsverlust für zu lange Zeit schlicht zu groß. Mir geht schlicht zu oft der Spaß beim Anschauen ab.</p>
<p>Aber man verstehe mich nicht falsch: selbst in den schwächsten Momenten ist <strong>Breaking Bad</strong> mit den 13 neuen Episoden eine wirklich famose Produktion, aber sie schafft es leider nicht, durchgehend das Niveau hoch genug zu halten und das kann ich ihr, bei aller sonst vorhandenen Güteklasse samt vieler großartigen Folgen, nicht ganz verzeihen.</p>
</div>
<h3>DVD-Extras:</h3>
<p>Das Bonusmaterial ist wie bei der DVD-Box von Staffel 1 mehr als vorbildlich und könnte kaum reichlicher vorhanden sein. Featurettes, Webisoden, Gag-Reel, entfallene Szenen, Fotogalerien sind neben einem Musikvideo nur einige der vielen Extras. Sogar eine Rückschau und eine Vorschau von der Serie gibt es. Hinzu kommen noch mehrere tolle Audiokommentare, die allesamt höchst empfehlenswert und informativ sind. Dies alles bei dem niedrigen Preis lässt die DVD-Box zu einer uneingeschränkten Kaufempfehlung werden.
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		<title>Breaking Bad &#8211; Staffel 1</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 02:38:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Serien]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Zeit zu Zeit erscheinen neue TV-Serien, die von Anfang an und gänzlich zu überzeugen wissen. Breaking Bad gehört genau in diese Kategorie. Wer sich auch nur ein wenig für zwischenmenschliche Dramen gepaart mit tiefschwarzem Humor samt großartig ausgearbeiteten Charakteren zu interessieren vermag, der ist hier genau richtig. 2008 wurde die erste Staffel von Breaking [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Zeit zu Zeit erscheinen neue TV-Serien, die von Anfang an und gänzlich zu überzeugen wissen. <strong>Breaking Bad</strong> gehört genau in diese Kategorie. Wer sich auch nur ein wenig für zwischenmenschliche Dramen gepaart mit tiefschwarzem Humor samt großartig ausgearbeiteten Charakteren zu interessieren vermag, der ist hier genau richtig.</p>
<p>2008 wurde die erste Staffel von <strong>Breaking Bad</strong> erstmals im US-amerikanischen TV-Sender <strong>AMC</strong> ausgestrahlt. Von den ursprünglich 9 geplanten Episoden, konnten aufgrund des Autorenstreiks im selben Jahr lediglich sieben realisiert werden. Runde 47 Minuten umfasst jede Folge. In Folge des anhaltenden Erfolgs und der tollen Kritiken sind inzwischen volle 3 Staffeln (die Darauffolgenden mit je 13 Episoden) abgedreht und die Vierte hat ihre Premiere im Juli 2011.</p>
<p>Schöpfer, Autor und zeitweise auch Regisseur der Serie ist der bisher kaum bekannte <strong>Vince Gilligan</strong>, der zuvor lediglich einige Folgen von <strong>Akte X</strong> produzierte und unter anderem das Drehbuch zur Superhelden-Persiflage <strong>Hancock</strong> (2008) mit <strong>Will Smith</strong> mitschrieb. Allerdings zeigt er jetzt mit <strong>Breaking Bad</strong>, was er eigentlich drauf hat und das ist eine ganze Menge.</p>
<p><em>&#8220;</em><em>You know the business and I know the chemistry.</em><em> &#8220;</em><em></em></p>
<h3>Der Abgrund in der Wüste</h3>
<p>Ort der Handlung (und so nebenbei auch Ort der meisten Dreharbeiten) ist Albuquerque in New Mexico. Die Stadt umfasst in etwa eine halbe Million Einwohner und liegt praktisch mitten in der Wüste. Auch aufgrund der Nähe zu Mexiko sind Drogen aller Arten dort eine Gefahr für die Gesellschaft. Nicht zuletzt Methamphetamin, besser bekannt als Meth oder Crystal, das durch ein chemisches Verfahren aus legal zu erwerbenden Produkten hergestellt werden kann und fast wie eine Seuche breite Bevölkerungsschichten physisch und psychisch verfallen lässt.</p>
<p>Walter White (<strong>Bryan Cranston</strong>) ist ein so durchschnittlicher wie langweiliger Bürger der Stadt. Er unterrichtet das Fach Chemie an der örtlichen High-School. Mit einem Nebenjob in einer Autowaschanlage muss er zudem seine schwierige finanzielle Situation für seine Familie aufbessern. Seine fürsorgliche und liebevolle Frau Skyler (<strong>Anna Gunn</strong>) ist seit wenigen Monaten schwanger. Sein Sohn Walter jr. (<strong>RJ Mitte</strong>) leidet an der Behinderung Zerebrale Kinderlähmung.</p>
<p>Das Leben des Walter White ändert sich dramatisch, als er erfährt, dass bei ihm Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird. Ohne Behandlung hat er nur noch wenige Monate zu leben. Aus einer so impulsiven wie verzweifelten Entscheidung heraus beschließt er mit der Herstellung und dem Verkauf von Meth genug Geld herbeizuschaffen, um sich einerseits die extrem teure Behandlung für seine Erkrankung leisten zu können und andererseits die Zukunft seiner Familie finanziell abzusichern, vor allem für den Fall, wenn er alsbald schon sterben sollte.  </p>
<p>Sein Partner bei diesem ‚Unternehmen‘ wird praktisch durch Zufall Jesse Pinkman (<strong>Aaron Paul</strong>). Der ehemalige Schüler von Walter White ist seit einigen Jahren hauptsächlich als Dealer in der Szene abgetaucht. Zu allem Überfluss ist sein Schwager Hank Schrader (<strong>Dean Norris</strong>) auch noch als Ermittler bei der DEA (Drug Enforcement Administration) tätig, was die Situation für Walter mehr als einmal zuspitzt.</p>
<p>Je länger Walter White sein verbrecherisches Tun betreibt und ein Doppelleben vor seiner Familie führt, umso mehr spürt er auch den Kick, lebt die Intensität eines Grenzgängers, muss aber auch bald erkennen, dass die Konsequenzen seiner Entscheidungen immer mehr Menschen und ihn selbst in den Untergang treiben.</p>
<p><em>&#8220;I am awake.&#8221;</em></p>
<h3>Weiß wird Grau und Grau wird Schwarz</h3>
<p><strong>Breaking Bad</strong> ist eine bitterböse Serie im besten Sinne. Die Figur des Walter White, die anfangs noch brav, angepasst und praktisch in mehrfacher Hinsicht ein impotentes Leben voller verpasster Chancen fristet, erfährt einen fundamentalen Einschnitt in die Existenz, was alles verändert. Aus falschem Stolz und zu langer Frustration heraus trifft er schließlich eine fatale Entscheidung, die zu noch mehr fatalen Entscheidungen führt, mit so gravierenden wie furchtbaren Konsequenzen. Dabei reißt er sogar seine Familie in den Abgrund, die er ursprünglich zu schützen und dauerhaft zu versorgen versucht.</p>
<p>Das radikale Gewahrwerden der Sterblichkeit durch die Aussetzung einer schwerwiegenden Krankheit verführt die Figur zur überwertigen Schuldhaftigkeit. Mit der Schuld, mit dem Überschreiten von Grenzen kommt wiewohl auch mehr Potenz, mehr Sinnlichkeit, aber auch mehr Aggression und Gewalt ins Leben. Der Sex ist besser, aber Menschen müssen sterben. Die Lüge wird zum Alltag. Das Geld fordert seine Opfer. Ehe der Körper von Walter White vergeht, hat er längst seine Seele dem Teufel verkauft und der verändert Walter mehr, als ihm lieb sein kann.</p>
<p>Dies alles wird sehr realistisch mit glaubhaften Figuren und tiefschwarzem Humor der allerdunkelsten Sorte dargestellt. Praktisch ein jeder Lacher bleibt einem sofort im Halse stecken, denn vom Guten im Menschen bleibt am Ende des Tages nur mehr wenig übrig, wenn überhaupt. Zwar mag man die Handlungsweisen eines Walter White irgendwie verstehen, aber im Grunde ist er ein verlogener Bastard, der in all seiner Cleverness keine Grenzen kennt. Das zwischenmenschliche Drama passiert am laufenden Band, der Sumpf des Verbrechens korrumpiert den ‚normalen Bürger‘ immer mehr und mehr, eine Familie zerbricht an Krankheit und Lüge. Und das alles ist absolut großartig zum Ansehen!</p>
<p><em>&#8220;So you do have a plan?! Yeah, Mr. White! Yeah, science!&#8221;</em></p>
<h3>Der Cast! Der Cast!</h3>
<p>Handwerklich und in qualitativer Hinsicht kratzt <strong>Breaking Bad</strong> in mehrfacher Hinsicht an der Decke. Allein die großartige Idee, Chemische Elemente in die Schriftzüge der Credits einzubauen, ist symptomatisch für das hohe Niveau der Serie insgesamt, die zudem äußerst filmisch rüberkommt. Ja, auch die Drehbücher, die speziell in den Dialogen und im Handlungsverlauf insgesamt über sieben Folgen hinweg konsequent großartig sind, könnten nur schwerlich besser sein.</p>
<p>Ein besonderes Highlight ist aber der Cast, der bereits mit der Pilot-Folge gänzlich überzeugt. Ich habe kaum noch eine Serie gesehen, wo die Schauspieler so früh schon so vollkommen ihre jeweiligen Figuren verkörpert haben. Allen voran ist es natürlich <strong>Bryan Cranston</strong>, der mit <strong>Malcolm mittendrin</strong> (1999-2006) seinen großen Durchbruch feierte und dabei enormes komödiantisches Talent bewies, mit <strong>Breaking Bad</strong> aber umso großartiger den tiefen Fall eines braven Bürgers mit einer hohen Intensität darzustellen vermag. Völlig zu Recht gewann er 2008, 2009 und auch 2010 für diese Performance den <strong>Emmy</strong>.</p>
<p>Der Rest des Ensembles steht ihm wiewohl um nichts nach. <strong>Anna Gunn</strong>, als so selbstbewusste wie fürsorgliche Mutterfigur, ist perfekt besetzt. <strong>RJ Mitte</strong> als Walter Jr., ebenfalls nicht minder großartig, ist auch im wirklichen Leben von der Behinderung Infantiler Zerebralparese betroffen, wenn auch nicht in dem hohen Ausmaß wie in der Serie dargestellt. Das verbrecherische Duo mit Mr. White und Jesse Pinkman funktioniert in all seiner ambivalenten Dynamik dank dem Spiel von <strong>Aaron Paul</strong> wirklich großartig.  <strong>Dean Norris</strong> darf als Hank Schrader die obszönsten und witzigsten Sprüche von sich geben. Lediglich <strong>Betsy Brandt</strong> als Marie Schrader geht im Main-Cast vielleicht etwas unter und wirkt einen Tick zu blass. Kleinere Nebenrollen wie jene des völlig irren und brandgefährlichen Gangsterboss Tuco alias <strong>Raymond Cruz</strong> könnten aber ansonsten auch nicht besser besetzt sein.</p>
<p><em>&#8220;This is no meth.</em><em>&#8220;</em><em></em></p>
<div class="fazit">
<div class="rating starRating">
<div class="result8"></div>
</div>
<h1>Fazit <span>von Spenz</span></h1>
<p><strong>Breaking Bad</strong> funktioniert für mich<strong> </strong>sowohl als sozialrealistisches Drama, als auch als bitterböse Satire über die menschlichen Abgründe, die sich speziell dann auftun, wenn falsche Entscheidungen ohne Bewusstsein ob der schlimmen Konsequenzen getroffen werden. Der Verfall der Hauptfigur Walter White und all seiner Lieben, die er mit in den Abgrund reißt, wird dabei so konsequent wie großartig dargestellt.</p>
<p>Die Qualität der Serie ist durchgehend sehr hoch, vor allem was Dialoge und Handlung betrifft. Dass noch ein annähernd perfekter Cast, der wie selten zuvor vom Pilot weg alles gibt, dazu kommt, ist wohl auch ein Glücksfall in der TV-Geschichte.</p>
<p>Wirklich Negatives vermag ich dabei kaum zu benennen. Vielleicht wäre hie und da noch etwas mehr an Spannung, noch etwas mehr an Realismus und vielleicht gelegentlich auch ein im Ansatz unpassender Humor weniger besser gewesen, aber das wäre Mäkeln bei einem so hohen Niveau, dass es gar nicht ins Gewicht fallen kann. Trotzdem vermisse ich hin und wieder doch schlicht so etwas, wie einfach mehr Spaß beim Zuschauen. Ein echter &#8217;Serien-Rausch&#8217; wollte mich nämlich nicht überkommen.</p>
<p>Für mich ist <strong>Breaking Bad</strong> fast so etwas wie der geistige Nachfolger von den absolut genialen <strong>Sopronas </strong>(1999-2007). Die Mischung aus menschlichem Drama, Verbrechen und Humor gab es dort nämlich auch schon in einer ähnlichen Weise, wenn auch in einem größeren Rahmen als echtes Mafia-Epos. Wobei ich auch dazu sagen muss, dass diese Produktion von <strong>AMC</strong> für mich bisher nicht ganz an das zeitlose Meisterwerk von <strong>HBO</strong> ranzukommen vermag.</p>
<p>Jedenfalls kann ich <strong>Breaking Bad</strong> nur grenzenlos empfehlen und ich bin schon äußerst gespannt auf die weiteren Staffeln. </p>
</div>
<h3>DVD-Extras:</h3>
<p>Erstmals sei gesagt, dass lediglich sieben Folgen für eine Staffel vergleichsweise wenig sind, dafür kostet diese aber weniger als die Hälfte als andere DVD-Boxen einzelner Staffeln anderer Serien. Audio-Kommentare findet man zudem nur zwei auf den Silberscheiben, diese sind aber mit einer Vielzahl an Sprechern (sprich dem Großteil von Cast und Crew) so witzig und informativ wie selten wo. Auf insgesamt drei DVDs erwarten aber einen noch zahlreiche entfallene Szenen, ein obligatorischen Making Of, Videos von den Probeaufnahmen, diverse Trailer, ein Interview aus einem TV-Magazin und auch noch zahlreiche Feature-Clips, die die Hintergründe einzelner Sequenzen näher beleuchten. Fette Extras also, die gerade bei dem Preis die DVD-Box nur umso mehr zur grenzenlosen Kaufempfehlung werden lassen.</p>
<p>PS: ‚Breaking Bad‘ ist übrigens ein umgangssprachlicher Ausdruck aus dem Süden der USA, der praktisch so viel bedeutet ‚auf die schiefe Bahn geraten‘, sei es für einen Tag oder ein ganzes Leben.
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