The Hangover: Part II

The Hangover: Part II

Nach erfolgreichen Filmen, so lehrt uns die Filmgeschichte, gibt es seit eh und je mehr oder weniger guten Fortsetzungen. Manchmal lassen sich die Macher etwas Besonderes einfallen und übertreffen sogar das Original, doch in den meisten Fällen enttäuscht das Sequel. Als vor zwei Jahren The Hangover in die Kinos kam und die Welt im Sturm eroberte, war eigentlich klar: Teil zwei ist nur eine Frage der Zeit.

Die Zeit ist jetzt gekommen, denn seit Anfang Juni dürfen die Filmfans nun also The Hangover: Part II auf der Leinwand bewundern. Doch auf den ersten Blick fällt auf, dass der zweite Teil eigentlich gar kein neuer Film, sondern im Grunde genommen eine Wiederholung seines Vorgängers ist – lediglich die Rahmenbedingungen wurden, wenn auch drastisch, verändert.

„It happened again.“

Hangover Reloaded: Das Wolfpack ist wieder da!

Ja, es ist wieder passiert. Wie schon im ersten Teil geht ein (diesmal ungeplanter) Junggesellenabschied auch in Hangover 2 ziemlich in die Hose. Doch diesmal erwischt es Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms), Doug (Justin Bartha) und den eigenartigen Alan (Zach Galifianakis) nicht in Las Vegas, sondern in der thailändischen Metropole Bangkok. Der Hintergrund: diesmal ist es Stu (der Zahnarzt, der im ersten Film im Alkoholrausch eine Stripperin heiratete) und nicht Doug, der unter die Haube kommt. In Thailand will er die wunderschöne Lauren (Jamie Chung) zur Frau nehmen und lädt zur Hochzeit natürlich auch seine besten Freunde ein. Doch diesmal, und darauf hat Stu bestanden, sollte es eigentlich gar keinen Junggesellenabschied geben.

Doch als sich die Jungs mit dem 16-jährigen Musterschüler Teddy (Mason Lee), dem Bruder der Braut und dem Prestigeobjekt seines Vaters, ein einziges Bier am Lagerfeuer am Abend vor der Hochzeit gönnen wollen, passiert es. Ehe man sich versieht finden sich Stu, Phil und Alan in einem heruntergekommenen Zimmer in Bangkok wieder. Doug ist diesmal nicht auf einem Dach, sondern bei der Hochzeitsgesellschaft – er hat das Lagerfeuer rechtzeitig verlassen. Ganz im Gegensatz zum jungen Teddy, der diesmal die Rolle des Vermissten einnimmt. Dramatischer wird die Situation, als Phil einen abgetrennten Finger von Teddy findet und der plötzlich auftauchende Asia-Gangster Mr. Chow (Ken Jeong) scheinbar an einer Überdosis Kokain stirbt. Hinzu kommen ein Gesichtstattoo, eine Glatze und ein flinker Affe.

Doch von diesem Moment an wiederholt sich die Story aus dem ersten Hangover. Das „Wolfpack“ schlägt sich durch Bangkok um Teddy zu suchen, trifft dabei auf fadenscheinige Gestalten und gerät von einem Problem in das andere. Am Ende gibt sich auch Ex-Boxer Mike Tyson wieder für einen Gastauftritt die Ehre und selbstverständlich dürfen auch die (Party-)Fotos während des Abspanns nicht fehlen.

„We had a sick night bitches.“

Keine Werbung für Bangkok

Somit ist es offensichtlich, dass es dem Film an Originalität fehlt. Die Story des Vorgängers zu wiederholen ist keine große Kunst. Den Drehbuchautoren ist es allerdings gelungen, einen guten Anschluss an den ersten Teil herzustellen. So können auch die Hauptakteure nicht glauben, dass sie ein zweites Mal die gleiche Tortur durchmachen müssen. Die Witze in The Hangover: Part II sind noch eine Spur derber als die im ersten Teil, überhaupt ist der Film um einiges härter als sein Vorgänger. Kommt man mit diesem Humor jedoch klar, dann wird man im Kino einiges zu lachen haben.

Zum dunkleren Ton des Sequels tragen auch Musik und letztlich das Setting bei. Während Las Vegas allgemein als Glitzermetropole gilt und auch so charakterisiert wurde, ist die Situation in Bangkok schon deutlich bedrohlicher. Für die Thai-Metropole ist der Film alles andere als eine gute Werbung, denn es wird immer wieder betont, wie gefährlich die Stadt insbesondere für westliche Touristen sein kann. Die melancholische Musik, unter anderem sind Songs von Johnny Cash dabei, trägt ebenfalls zu einer wesentlichen düsteren Atmosphäre als im ersten Teil bei.

Die Schauspieler machen ihren Job auch diesmal sehr gut. Allen voran Galifianakis schafft es in der Rolle von Alan abermals, den Film mehr oder weniger zu stehlen. Die Autoren haben sich alle Mühe gegeben, den Charakter noch verrückter werden zu lassen. Phil bleibt auch dieses Mal der Draufgänger, Stu der Angsthase und Doug der Brave. Mr. Chow spielt eine größere Rolle und kann darin ebenfalls überzeugen. Auch die Nebenrollen sind gut besetzt.

„All I wanted was a bachelor brunch.“

Fazit von Wolfgang

The Hangover: Part II ist mit Sicherheit kein schlechter Film und stellt wie sein Vorgänger die meisten anderen aktuellen Komödien in den Schatten. Allerdings fehlt es einfach zu sehr an neuen Ideen. Natürlich musste die Story in gewisser Weise eine Wiederholung des ersten Teils darstellen, sonst wäre es schließlich eine ganz neue Art von Komödie geworden. Doch nur die Rahmenbedingungen auszutauschen ist doch etwas wenig, auch wenn die Drehbuchautoren und Regisseur Todd Philips ihr Bestes geben, um dieses Manko auszugleichen.

Die Witze sind Geschmackssache. Für den zart besaiteten Zuschauer ist der Film nicht geeignet, dafür sind die Sprüche und Handlungen zu hart. Wer den ersten Teil lustig fand, sollte allerdings auch am Sequel Gefallen finden. The Hangover: Part II ist eine gute Komödie, der aber die Originalität und auch ein wenig der Charme des ersten Teils fehlt.

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Themen:
  • qwer

    fear and losing in las vegas
    das ist ein vegas film
    hangover ist nichts anderes als eine verkappter faschisten dreck