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Hai Filme: Wie die Meeresjäger das Kinopublikum faszinieren

Hai Filme sind seit vielen Jahren eine feste Konstante in den weltweiten Kinos. Kein Tier wird so gefährlich dargestellt wie der Jäger der Tiefsee. Doch was genau macht eigentlich die Faszination der Haifilme aus?

Gefühlt vergeht eigentlich kein Jahr, in dem nicht mindestens ein Hai im Kino oder Fernsehen auf Menschenjagd geht. Kaum ein Tier wird so häufig als tödliche Killermaschine dargestellt wie der Meeresjäger. Mit der Realität hat das Gezeigte dabei oft wenig zu tun. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, dass jemand durch einen Blitzschlag stirbt als durch einen Hai-Angriff. Genau genommen sind Menschen sogar viel gefährlicher für Haie als umgekehrt, schließlich sterben jedes Jahr tausende Haie durch Menschenhand. Dies hält Hollywood jedoch nicht davon ab, weiter munter Hai-Filme für das Kino und Fernsehen zu produzieren. Nicht umsonst hat ein Hai sogar das Blockbusterkino, wie wir es heute kennen, begründet.

Faszination Hai Filme

Schaut man sich einmal ein paar Hai-Filme genauer an, wird schnell klar, warum die Jäger der Tiefe so beliebt sind bei den Filmproduzenten und dem Publikum. Auf der einen Seite geht von einem Hai und vor allem der Unterwasserwelt, in der er lebt, immer etwas Mysteriöses und Gefährliches aus. Das Meer ist in gewisser Weise wie die Dunkelheit in Horrorfilmen, in denen sich tödliche Gefahren verstecken können. Zudem haben die Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, dass Haie nicht nur allein im Meer auf Jagd gehen müssen. Auch Sandwüsten und selbst Tornados bieten anscheinend einen geeigneten Lebensraum, wenn man der Filmwelt Glauben schenken kann.

Darüber hinaus ist der Hai an sich wunderbar skalierbar. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Haie praktisch in allen Größen auf die Menschheit losgelassen. Von realistischen Haien bis hin zu riesigen Monsterwesen aus der Urzeit war alles dabei. Besonders gruselig wurde die Sache zudem, wenn der Hai selbst nur eine ungesehene Bedrohung darstellt, die gar nicht oder nur kurz auf der Leinwand zu sehen ist. Filme wie „The Shallows“ oder „Open Water“ haben gezeigt, dass allein schon die Präsenz ausreicht, um für Spannung zu sorgen.

Der Hai im Kino

Haie sind auf der Leinwand schon länger aktiv, als man oft glauben möchte. So wurde beispielsweise schon 1947 eine Art Dokumentation mit dem Namen „Menschen unter Haien“ produziert. Später folgten dann auch erste Spielfilme wie „Hai!“ oder „Blaues Wasser, weißer Tod“. Der Klassiker unter den Hai-Filmen ist allerdings ohne Zweifel „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg. Der Film legte nicht nur die Grundlage für die Haifaszination im Kino, ihm wird auch die Gründung des Sommer-Blockbusters, wie man ihn heute kennt, zugeschrieben.

Der weiße Hai (1975)
Regie: Steven Spielberg
Stars: Roy Scheider, Robert Shaw, Richard Dreyfuss

Im Anschluss an „Der weiße Hai“ wurden in Hollywood nicht nur eine Unmenge an Filmen mit Haien produziert, sondern auch viele andere sogenannte Tierhorrorfilme. Auch Jaws selbst erhielt gleich mehrere Fortsetzungen, welche jedoch qualitativ nie an den ersten Film anknüpfen konnten. Ein Grund dafür dürfte sicherlich auch gewesen sein, dass Steven Spielberg sich fortan anderen Projekten widmete. Ohne seine Mithilfe rutschte die Reihe zunehmend in eine trashigere Richtung ab.

Hai-Filme zwischen Horror und Trash

Schaut man heute auf die Hai-Filme in den vergangenen Jahrzehnten zurück, dann findet sich ein Mix aus Trash, Horror und Survival-Horror. Zu letztere Gattung zählen unter anderem die schon genannten „The Shallows“ und „Open Water“, in denen Haie zwar als gefährliche Killer inszeniert werden, die Darstellung versucht aber vergleichsweise realistisch zu bleiben.

The Shallows (2016)
Regie: Jaume Collet-Serra
Stars: Blake Lively, Óscar Jaenada, Angelo Josue Lozano Corzo

Dem gegenüber stehen Horrorfilme wie „Deep Blue Sea“, wo die Filmhelden es mit Haien aufnehmen müssen, die durch wissenschaftliche Versuche intelligenter und damit noch tödlicher sind als ihre normalen Artgenossen. Auch „Meg“ aus dem Jahre 2018 lässt sich in die Kategorie der Hai-Filme einordnen, die einen noch relativ ernsthaften Ansatz wählen. Hier zeigt sich dann auch, wie groß ein Hai in Hollywood schon einmal werden kann. So muss sich Jason Statham einem Urzeit-Monster stellen, der über 150 Tonnen auf die Waage bringt.

Megatrash: Hai-Filme aus der Hölle

Das ergiebigste Genre für Hai-Filme in den vergangenen Jahren ist aber sehr wahrscheinlich der Trashbereich. Filme wie „Sharknado“, „Sand Sharks“, „Ghost Shark“ oder „Mega Shark Versus Giant Octopus“ versuchen erst gar nicht, Haie irgendwie realistisch darzustellen, sondern machen sich eher einen Spaß daraus, sie in möglichst abstrusen Szenarien als Gefahren zu inszenieren. Vor allem die Sharknado-Reihe hat es dabei zu einiger Bekanntheit geschafft und umfasst mittlerweile unzählige Teile.

The Last Sharknado: It’s About Time (2018)
Regie: Anthony C. Ferrante
Stars: Ian Ziering, Tara Reid, Cassandra Scerbo

Der Hai in Dokumentarfilmen

Neben vielen Hollywoodfilmen ist der Hai zudem ein beliebtes Thema für Dokumentarfilmer. Noch vor dem Erfolg von „Der weiße Hai“ versuchte sich beispielsweise der Dokumentarfilm im Jahr 1971 „Blue Water, White Death“ daran, den großen Weißen erstmals vor eine Kamera zu bekommen. Und auch in den folgenden Jahrzehnten wurden Unmengen an Hai-Dokus produziert, von denen viele versuchen, die wahre Natur der Meeresjäger zu zeigen.

Besonders aktiv war dabei der amerikanische TV-Sender Discovery Channel. Dieser führt seit 1988 die sogenannte Shark Week durch und widmet einmal im Jahr dem Hai eine eigene Woche. In dieser Zeit werden viele Dokus und Filme rund um die Jäger der Meere ausgestrahlt.

Die besten Haifilme aller Zeiten

Hier findest du eine Liste der besten Haifilme aller Zeiten in chronologischer Reihenfolge. Da wir alle Hai-Trashfilme ausgelassen haben, ist die Liste leider nicht recht lang geworden.

  • Der weiße Hai (1975)

    Inhalt: Haiangriffe erschüttern den Badeort Amity. Polizeichef Martin Brody sticht mit einem Haijäger und einem Meeresbiologen auf die See hinaus, um den für die Angriffe verantwortlichen weißen Hai zu erlegen. Ihre Mission bringt sie in Lebensgefahr, denn ihr Gegner erweist sich als alles verschlingende, vernunftlose Bestie, die einzig lebt um zu töten.

    Mit Stephen Spielbergs „Der weiße Hai“, der oscarprämiert am Beginn des Blockbuster-Kinos steht, wurde die Figur des weißen Hais zu einer gefürchteten Ikone des Tierhorror-Genres.

  • Deep Blue Sea (1999)

    Inhalt: Auf einer einsamen Forschungsstation im Ozean wird an genmanipulierten Makohaien nach einem Heilmittel für Alzheimer geforscht. Plötzlich greifen die Haie die Wissenschaftler erbarmungslos an. Die Attacke wird für die Forscher zu einem erbitterten Kampf um Leben und Tod, denn das Ziel, der durch die Genmanipulation intelligenter gewordenen Haie, ist für sie genauso undurchsichtig wie die tiefe blaue See.

    Der US-amerikanische Horrorthriller von Renny Harlin zählt neben Spielbergs „Der weiße Hai“ zum einem der erfolgreichsten Filme des Haifilmgenres.

  • Open Water (2003)

    Inhalt: Unbeschwert unternimmt ein junges Pärchen auf ihrem ersten gemeinsamen Karibikurlaub einen Tauchausflug. Beim Auftauchen erwartet sie der Horror. Sie wurden von der gesamten Crew ihres Tauchbootes vergessen. Es folgen stundenlanges verzweifeltes Hoffen und Bangen. Sich selbst überlassen und von Haien umzingelt, warten sie auf ihren Tod.

    Der Survival Horror-Film „Open Water“ von Chris Kentis handelt vom unglücklichen Schicksal des US-amerikanischen Ehepaars Tom und Eileen Lonergan, das bei einem Tauchgang am Great Barrier Reef 1998 ums Leben kam.

  • 12 Days of Terror (2004)

    Inhalt: Die Bewohner der Küste von Jersey werden zwölf Tage lang Opfer von Haiattacken. Die Behörden reagieren nur zögerlich und so kann der Hai ungestört sein Unwesen treiben, bis er sich vom Meer in den Kanal der Stadt verirrt: Die Jagd auf ihn ist eröffnet!

    Die von Jack Sholder für Animal Planet geschaffene Filmadaption des gleichnamigen Romans von Robert Fernicola, basiert, wie schon zuvor „Der weiße Hai“, auf den Haiattacken von Jersey im Jahr 1916.

  • Große Haie – Kleine Fische (2004)

    Inhalt: Oscar, ein kleiner Putzerlippfisch, der hoch verschuldet sein Dasein in einer Walwäscherei fristet, kommt überraschend und unverdient als „Haikiller“ zu Ruhm. Trotz der Unterstützung von Lenny, dem vegetarischen Hai-Mafiaboss-Sohn, kann Oscar seinen Bluff nicht ewig aufrecht halten. Kann er dennoch die Liebe von Engelfisch Angie gewinnen?

    Der Computeranimationsfilm von Vicky Jenson, Rob Letterman und Bibo Bergeron wurde 2005 für den Oscar und den Saturn Award nominiert und kann als familiengerechte Ausnahme unter den Haifischfilmen bezeichnet werden.

  • The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (2016)

    Inhalt: Die Surferin Nancy Adams, dargestellt von Blake Lively, wird in einer einsamen Bucht Opfer einer Haiattacke. Verletzt kann sie sich gerade noch auf einem aus dem Meer ragenden Felsen retten. Mit der herannahenden Flut droht auch ihr letzter Rückzugsort verloren zu gehen. Doch Nancy beschließt nicht zu sterben.

    Der von Kritikern vorwiegend positiv beurteilte Survival- und Tierhorrorfilm von Jaume Collet-Serra konnte mit 119,1 Millionen Dollar sein Budget von 17 Millionen Dollar locker einspielen.

  • Meg (2018)

    Inhalt: Finden und töten: Ein Megalodon, der größte jemals existierende Hai, ein seit über mehr als zwei Millionen Jahren für ausgestorben gehaltenes „lebendes Fossil“, treibt sein Unwesen auf tiefer blauer See. Die Schiffs-Crew der Mana One nimmt die wohl unbewältigbare Aufgabe auf sich, den brandgefährlichen Megalodon zu finden und zu töten.

    Der chinesische-amerikanische Science-Fiction-Film von Jon Turteltaub, der weltweit 527,8 Millionen Dollar erzielte, basiert auf der Romanvorlage „Meg: A Novel of Deep Terror“ von Steve Alten.

Eine umfassende Liste an Haifilmen inklusive Filmen wie „Sharknado“ findest du hier. Die genaue Speziesangabe hilft dir beim nächsten Stammtisch mit deinem Wissen in Meereskunde aufzutrumpfen.

Was hältst du von Hai Filmen? Bist du ein Fan von trashigen Filmperlen mit Meeresungeheuern? Teil es uns in den Kommentaren mit.

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