Lichtspielcast Bonusepisode – David Fincher Teil 1

Lichtspielcast Bonusepisode – David Fincher Teil 1

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Hallo zusammen! Kurz vor dem Jahresende haben wir nochmal etwas besonders für euch. Dennis hat sich zusammen mit Christian von Second Unit und Patrick vom Bahnhofskino hingesetzt um über Regisseur David Fincher und seine Karriere zu reden. Diese Diskussion war so umfassend, dass wir in diesem Cast nur den ersten Teil seiner bisherigen Karriere behandeln. Somit setzen wir mit seinem Kammerspiel Panic Room einen Schlussstrich. Der zweite Teil folgt dann irgendwann im Januar. Weiter unten findet ihr wie immer die Shownotes damit ihr euch orientieren könnt falls ihr gewisse Filme noch nicht gesehen habt denn wir SPOILERN jeden einzelnen Titel.

Wie immer sind wir dankbar für E-Mails (lichtspielcast@kinofilme.com), sowie eure Kommentare und ITunes-Bewertungen. Gerade Kommentare sowie Mails zu dieser Episode sind herzlich willkommen da wir noch Teil 2 aufnehmen werden. Sofern irgendwas nicht erwähnt, “falsch” dargestellt wurde oder ihr etwas ergänzen wollt für die zweite Sendung teilt uns das doch bitte auf diesem Wege mit.

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Shownotes

  • Jan

    Ich rolle das Feld bei euch etwas von hinten auf. Nach dem Jahresrückblick kann ich nur wieder bestätigend sagen: Ganz tolle Sendung, die ihr macht! Und mit Patrick und Christian habt ihr hier tolle Gäste, die sich auf ganz unterschiedliche Weise Fincher genähert haben. – Also, hier ein ganz großes Lob!

    Zu FIGHT CLUB: Der Film war für mich eine Initialzündung. Als ich den zum ersten Mal gesehen habe (mein erster ab 18-Film überhaupt) war ich 13 oder 14 und total baff, sodass ich den Film am nächsten Tag gleich noch einmal sehen musste. Ich denke, damals habe ich ihn sehr unreflektiert gesehen, fand Tyler Durden cool (finde ich bis heute, aber nicht als Rolemodel) und diese Anti-Alles-Stimmung mit der krassen Atmosphäre und diesem Plot-Twist einfach grandios.

    Mittlerweile habe ich den Film etliche Male gesehen (die DVD wandert mindestens einmal im Jahr in den Player) und ist einer der ganz wenigen Filme, der mit jeder weiteren Sichtung wächst. Ich kenne keinen anderen Film, bei dem das Wissen um den Plot-Twist den Filmgenuss um so viel mehr steigern kann. Fincher baut die Wendung perfekt auf, sodass ganz viele Elemente im Film darauf hindeuten.

    Was den Film aber auch so besonders macht (und ich weiß, als 91er-Jahrgang lehne ich mich da weit aus dem Fenster): Dieser Film lässt sich heute ganz abseits von der Intention des Filmemachers, denke ich, als Dokument seiner Zeit betrachten. Ende der 90er Jahre kamen mehrere Filme in die Kinos, die das Gefühl der “Generation X” gezeigt haben, so wie etwa noch AMERICAN BEAUTY, einige Jahre zuvor LA HAINE, aber auch AMERICAN PSYCHO (wobei der schon 2000 ist, glaube ich). Also, weniger eine verlorene als eine vergessene Generation.

    Zu PANIC ROOM: Der Film ist super simpel aufgebaut: Einbrecher wollen etwas, was in dem einen Raum ist, in den sie nicht reinkommen. Die Verteidiger brauchen etwas, was außerhalb dieses Raums liegt, den sie nicht verlassen dürfen. Und daraus macht der Drehbuchautor David Koepp ein meistergültiges Beispiel eines packenden Thrillers (natürlich gemeinsam mit dem anderen David als Regisseur). Dafür und die Schauspieler_innen liebe ich den Film, der aber etwas zu verliebt und virtuos mit der Kamera und dem eigenen Stil hantiert.

    Bin gespannt auf die Besprechung des zweiten (schwächeren) Teils seiner Karriere!

    • Erstmal vielen, vielen Dank das für das Lob! 🙂

      So ähnlich gings mir auch mit “Fight Club”. Hat mich damals enorm angesprochen aber heutzutage seh ich den Film mehr als schwarze Komödie (!!!) als unheimliche Gesellschaftskritik bzw. mein Fokuspunkt liegt mittlerweile woanders. Ich hab den Film aber auch ziemlich oft gesehen (über 20 Sichtungen bisher) gerade am Anfang der Jahrhundertwende ziemlich abgefeiert. Find den ja auch immer noch richtig klasse! Nur ist er für mich nicht der mehr das Nonplusultra in der Filmwelt.

      Ja, deine Generation X-Punkt unterschreib ich voll! Aber auch da muss ich sagen, dass nicht jeder Film so gut gealtert ist. “American Beauty” find ich auch lange nicht mehr so klasse wie damals. Ich weiß auch nicht ob es daran liegt, dass man älter wird ODER ob sich einfach die Gesellschaft ändert und gewisse Themen nicht mehr relevant sind bzw. die Menschen sich nicht mehr so angesprochen fühlen wie vor wenigen Jahren.

      Schön, dass dir “Panic Room” ebenfalls zusagt. Ich bin aber wie im
      Podcast erwähnt jemand der gerade hier nicht die Meinung vertritt, dass Fincher zu selbstverliebt mit seiner Kamera sprich der Technik umgeht. Ich sehe hier einen Regisseur der ohne einen Funken Selbstverliebtheit eine Geschichte so virtuos erzählen will wie es nur geht. Vielleicht hab ich auch einfach nur die Fincher-Scheuklappenn auf denn dein Argument höre ich gerade bei “Panic Room”
      sehr oft!^^

      • Jan

        Bei FIGHT CLUB habe ich etwa gleich viele Sichtungen vorzuweisen. Vielleicht bin ich auch noch jung genug, sodass der Film für mich und meine Weltsicht noch als “relevant” gelten kann. Vielleicht sehe ich das in einigen Jahren auch anders. (Ich hoffe aber, dass das nicht passiert 😉 )

        • Ach gewiss! Sooo alt bin ich nun auch wieder nicht. Aber manche Themen verlieren ja primär nicht unbedingt an Bedeutung nur weil man älter wird sondern man seine Denkweiße ändert.

          Ich weiß aber was du meinst und hoffe z.B. dass ich das Kind in mir nie verliere welches “Dumm & Dümmer” und “Ace Ventura” abfeiert wie sonst was! 😀

  • Sehr schöne Folge! Wo bleibt die nächste? Ich will mehr, jetzt, jetzt, jetzt!

    • Auch dir vielen Dank! 🙂

      Gut will Weile haben aber ein grober Termin steht schon fest. Wirst dich vermutlich bis Ende Januar/Anfang Februar noch gedulden müssen.