The Dark Knight Rises

The Dark Knight Rises

Sieben Jahre ist es inzwischen her, dass Regisseur Christopher Nolan mit Batman Begins die Saga um den fledermausartigen Superhelden aus Gotham City neu erfand. Düsterer, ernster, bedrohlicher. So hatte man Batman und Co noch nie auf der Leinwand gesehen, vielmehr orientierte sich das Regie-Ass an den härteren Comicbüchern der Reihe und streute noch einige weitere Elemente ein, um das Superheldenepos im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Mit Oscar-Preisträger Christian Bale wurde die Titelrolle des Bruce Wayne/Batman wohl perfekt besetzt, in den Nebenrollen brillierten Michael Caine als Butler Alfred, Morgan Freeman als Lucian Fox oder Gary Oldman als Jim Gordon. Dazu traten weitere hochkarätige Hollywood-Stars auf, in Batman Begins beispielsweise Liam Neeson, Katie Holmes, Tom Wilkinson oder Ken Watanabe.

Getoppt wurde dieser bereits großartige Film dann von seinem Nachfolger, Teil zwei in Nolans Batman-Reihe: The Dark Knight. Zusammen mit seinem Bruder Jonathan verfasste Nolan diesmal selber das Drehbuch und verpflichtete mit dem kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen und für die Rolle posthum mit dem Oscar ausgezeichneten Heath Ledger als Joker einen der genialsten Filmbösewichte aller Zeiten. Für viele Fans ist der The Dark Knight heute nicht weniger als einer der besten Filme, die je gedreht wurden.

Das war 2008. Es dauerte nicht lange, bis es Gerüchte über einen weiteren Batman-Film aus dem Hause Nolan gab. Schnell verdichteten sich die Anzeichen und ebenso schnell wurden besagte Gerüchte bestätigt. Es werde sein letzter Film über den Superhelden werden, so der Regisseur, ein würdiger Abschluss der Trilogie. „The Legend Ends“ hieß es schließlich auf den Postern, die den Film bewerben sollten. Doch wie die Legende enden sollte, blieb ein großes Geheimnis – so wurde den Schauspielern das Ende sogar nur vorgelesen und nicht in schriftlicher Form vorgelegt, um zu verhindern, dass vor Filmstart Details an die Öffentlichkeit kommen könnten. Von den ersten Infos, bis hin zu den ersten Szenenbildern und schließlich dem ersten Trailer – selten wurde ein Film so sehnlichst erwartet, wie der dritte und letzte Teil von Christopher Nolans Batman-Saga.

Diesen Sommer war es dann endlich soweit. Pünktlich zur Ferienzeit flimmerte The Dark Knight Rises über die Kinoleinwände auf der ganzen Welt.

“Oh boy, you are in for a show tonight, son.“

Gotham City in der Gewalt eines Super-Schurken

Die Erwartungen waren groß, der Vorgänger hatte die Messlatte schließlich unglaublich hoch gelegt. Viele Filmfans fragten sich, ob The Dark Knight Rises diese Erwartungen überhaupt erfüllen könnte. Viele zweifelten, dass Nolan erneut so ein genialer Coup wie bei The Dark Knight gelingen würde. Doch der Regisseur und sein Team, soviel sei gesagt, straften alle Kritiker Lügen: The Dark Knight Rises steht seinem Vorgänger in nichts nach.

Doch worum geht es im bisher längsten Kinofilm (164 Minuten Spieldauer) der Batman-Geschichte? Acht Jahre nach den Geschehnissen des letzten Films will ein neuer Superbösewicht Gotham City in Schutt und Asche legen: der brutale, aber geniale Bane (gespielt von Tom Hardy). Mit seinen Schergen bringt er die Stadt in seine Gewalt und der gescholtene Superheld Batman, der die Greultaten von Harvey Dent einst auf sich nahm, seitdem untergetaucht war und von der Polizei gejagt wurde, muss einmal mehr zurückkehren, um die Menschen vor dem Bösen zu retten.

Mehr sollte zum Inhalt nicht gesagt werden, am besten lässt sich der Film mit so wenig Vorwissen wie möglich genießen. Schließlich gelingt es den Nolan-Brüdern wiedermal, einige schockierende Überraschungen in die Geschichte einzubauen.

“Gotham, take control. Take control of your city. Behold, the instrument of your liberation! Identify yourself to the world!“

Der beste Batman aller Zeiten?

Wie bei seinen Vorgängern brillieren auch bei The Dark Knight Rises die Schauspieler. Bale als Titelheld, Cain als Alfred, Freeman als Fox, Oldman als Gordon und auch Cillian Murphy als Scarecrow standen in allen drei Filmen vor der Kamera und lieferten eine Glanzleistung nach der anderen ab. Einen Gastauftritt hat auch Liam Neeson, der erneut in die Rolle des Ra’s Al Ghul schlüpft.

Die weiteren Stars des Films sind die Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard (La vie en rose, Inception) als Miranda Tate, die für den Oscar nominierte Anna Hathaway (Der Teufel trägt Prada, Rachaels Hochzeit) als Selina Kyle, Shootingstar Joseph Gordon-Levitt (Inception, 50/50) als Gotham City-Cop Blake und Hardy (Inception, Warrior) als Batmans Gegenspieler Bane. Abgesehen von Hathaway hatte Nolan also schon die Möglichkeit, mit jedem seiner Hauptakteure zusammenzuarbeiten – sei es im Laufe der Batman-Reihe oder bei seinem Meisterwerk Inception.

Über die Leistungen der Schauspieler gibt es nicht viel zu sagen, denn alle wissen zu überzeugen. Bale liefert vielleicht sogar seine beste Performance als Batman/Bruce Wayne ab, da er diesmal mehr Möglichkeiten bekommt, sich als der Normalsterbliche Wayne zu präsentieren. Hardy erschafft einen wahrlich eindrucksvollen Super-Bösewicht, Hathaway fügt sich nahtlos in das Batman-Universum ein und kann in dieser für sie ungewohnten Rolle einige tolle Akzente setzen. Gordon-Levitt entwickelt sich von Minute zu Minute zu einem der heimlichen Stars von The Dark Knight Rises und auch Cotillard spielt ihren Part mit allerlei Finesse.

“Why didn’t you just kill me?“

Superhelden-Epos mit bedrückender Atmosphäre

Das besondere an The Dark Knight Rises ist aber die Atmosphäre, die Regisseur Nolan sowie Kameramann Wally Pfister, der ebenfalls bei Inception (und auch bei The Dark Knight) mitwirkte und für seine Arbeit sogar mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, erschaffen. Noch düsterer, noch aussichtsloser als je zuvor. Von der ersten Sekunde an zieht der Film den Zuschauer in seinen Bann und lässt ihn bis zum Abspann nicht mehr los. Die Kameraarbeit ist beeindruckend, Nolans Auge für Details ebenso.

Verdichtet wird die ohnehin schon bedrückende Atmosphäre durch den sensationellen Soundtrack von Altmeister Hans Zimmer. Die Musik ist stimmig, auf das Bild perfekt abgestimmt und sorgt das ein oder andere Mal für Gänsehaut.

Letztlich bleibt das Drehbuch von Christopher und Jonathan Nolan, was sich nahe an einigen Handlungssträngen aus den Batman-Comicbüchern orientiert. Natürlich gönnen sich die beiden Brüder auch künstlerische Freiheit und passen Dinge an „ihr“ Batman-Universum an, aber im Endeffekt entstand ein gut durchdachtes und stimmiges Skript. Natürlich erscheinen manche Passagen auf den ersten Blick unlogisch, aber immerhin handelt es sich um einen Superhelden-Film – da kann man schlicht keinen totalen Realismus erwarten.

Trotz der langen Spieldauer weist der Film eigentlich keine Längen vor. Es wird nie langweilig, der Zuschauer bleibt gefesselt, auch in den Passagen, in denen die Action ein wenig kürzer tritt. Denn da treten andere Dinge in den Vordergrund, beispielsweise die emotionalen Auftritte von Bruce Waynes Butler Alfred. Oder auch die Momente, in denen Wayne eben nicht der bärenstarke Superheld Batman ist, sondern nur ein normaler Mensch zu sein scheint. Momente, in denen er Gebrechlich ist.

Genau das sorgt auch dafür, dass sich viele Fans eher mit einem Helden wie Batman als zum Beispiel mit Superman identifizieren können. Denn Batman hat keine Superkräfte, ist nicht perfekt. Er kämpft mit vielen technischen Hilfsmitteln und ist körperlich austrainiert. Aber er kann eben auch nicht alles wegstecken und hat seine Grenzen, macht Fehler, wie jeder andere Mensch auch. Nolan zeigt dem Zuschauer in seiner Batman-Trilogie diese Seite und unterstreicht somit die oftmals bedrohlichen Situationen – denn selbst ein Superheld wie Batman ist nicht unfehlbar. Und mit „The Legend Ends“ könnte schließlich auch das Ende von Batman gemeint sein. Doch um das herauszufinden, sollte man sich den Film ansehen.

“A hero can be anyone. Even a man doing something as simple and reassuring as putting a coat around a little boy’s shoulders to let him know that the world hadn’t ended.“

Fazit von Wolfgang

The Dark Knight Rises ist ein weiteres Meisterwerk von Regisseur Christopher Nolan. Schauspieler, Kamera, Drehbuch, Regie, Musik – alles passt. Die Spieldauer ist kein Problem, einige unlogische Passagen kann man aufgrund des Genres verzeihen. Für viele wird The Dark Knight durch die Genialität des Jokers hervorstechen, doch der dritte und letzte Teil der Trilogie muss sich vor keinem seiner Vorgänger verstecken – vielmehr sollte man die Filme einfach genießen und als das sehen, was sie sind: eine moderne Trilogie, die man sich auch noch in Jahren mit der selben Begeisterung wie heute ansehen werden kann.

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