Die besten Filme von Paul Thomas Anderson

Die besten Filme von Paul Thomas Anderson

Mit gerade einmal sechs Filmen, darf sich Paul Thomas Anderson zu den größten aktiven Filmemachern zählen. Würde seine Karriere morgen zu Ende sein, wäre sie trotzdem eine der schönsten, hintergründigsten, ergreifendsten und spektakulärsten, die es je geben wird. Ich könnte zu jedem Zeitpunkt meines Lebens einen seiner Filme ansehen und wäre danach vollends zufrieden. Er schuf sechs sensationelle Werke, wovon ich fünf sogar als Meisterwerke bezeichnen würde. Dies ist eine Liste um ihn und seine glanzvolle Karriere zu feiern.

Liste der besten Filme von Paul Thomas Anderson

Platz 6: HARD EIGHT (1996)

Es verblüfft mich einfach, dass ich euch Hard Eight als Schlusslicht meiner Liste präsentiere. So startet man eine Karriere als Filmemacher! Andersons Stammspieler, Philip Baker Hall, gibt die Performance seines Lebens, unterstützt von dem niemals enttäuschenden John C. Reilly. Es gehört zu Andersons großen Stärken, üppige und unglaublich gut geschriebene Charaktere für seine Filme zu schaffen. Eben diese findet man in Hard Eight. Niemals würde ich es wagen, etwas anders als einen absolut spektakulären Film von Anderson zu erwarten und sein von mir am wenigstens geliebtes Debüt erfüllt meine Erwartungen voll und ganz.

Platz 5: MAGNOLIA (1999)

P.T. Anderson wurde einst zitiert, dass Magnolia – wohl oder übel – die beste Arbeit sein wird, die er jemals abliefern würde. Obwohl ich es hasse mich mit so einem Genie über den Haufen zu werfen, muss ich ihm hier wohl widersprechen. Magnolia ist für mich ein ebenso brillantes Meisterwerk wie meine Nummer 3 dieser Liste, doch bei einer Reihung, um welche es sich hier handelt, muss Magnolia leider hinten anstehen. Diese Untersuchung des Lebens und dessen Kuriositäten ist trotzdem nichts weniger als atemberaubend. Der Film bietet eine der wundervollsten Ensembleleistungen und die Regie ist – selbstverständlich – absonderlich gut. Magnolia beweist, dass Andersons Regiekunst keine Grenzen kennt.

Platz 4: BOOGIE NIGHTS (1997)

Mit Boogie Nights liefert uns Paul Thomas Anderson einen Film der so charaktergetrieben und fesselnd wie Raging Bull, nahezu so episch wie Apocalypse Now und so humorvoll wie ein typischer Tarantino Streifen ist. Als wäre das alleine nicht schon eine Heldentat, scheint dies aufgrund der Tatsache, dass es sich bei eben gehuldigtem um eine Verfolgung des Aufstiegs und Untergangs der Pornoindustrie in den 70er bzw. 80er Jahren handelt, dann doch etwas albern. Boogie Nights erzählt eine zeitlose Geschichte, und das mit unerbittlichem Genuss. Es ist hart sich nicht von der Welt die Anderson einem vor die Augen knallt verführen zu lassen, und vom ersten Moment an, bis zum Beginn des Abspanns, ließ ich mich davon in den Bann ziehen. Boogie Nights hat alles, um ein wahrer Klassiker zu werden.

Platz 3: PUNCH-DRUNK LOVE (2002)

Punch-Drunk Love bietet uns eine der großartigsten Liebesgeschichten, die wir je erleben durften. Eine wie sie nur Paul Thomas Anderson erzählen kann. Und, nicht dass dies nicht sowieso bekannt sein sollte, Adam Sandler bietet uns hier seine mit Abstand beste schauspielerische Leistung. Keiner seiner anderen Filme kommt auch nur annähernd an diesen heran. Punch-Drunk Love erzählt eine so wunderbare Geschichte von Verachtung und der trotzenden Fähigkeit von Liebe, dass die Idee einer kunstvollen Regie als Streitpunkt angesehen werden könnte. Stattdessen nimmt Anderson die von ihm geschaffene Geschichte und kreiert was sich sein Skript verdient: ein Meisterwerk. Punch-Drunk Love bleibt bei Filmkritikern oft am Wegesrand liegen und wird von seinen anderen Filmen meist in den Schatten gestellt, aber ich liebe diesen Film, und das wird sich nie ändern.

Platz 2: THE MASTER (2012)

The Master erzählt die Geschichte eines verwirrten und aufgewühlten Mannes (eines Herumtreibers) der sich, nach Ende des zweiten Weltkrieges, nach Sinnhaftigkeit sehnt. Das Drama folgt seiner zufälligen Begegnung mit Lancaster Dodd, der sich lieber als der ‘Master’ bezeichnet. Er ist ein rätselhafter Mann, sympathisch, wortgewandt, umgeben von einer mysteriösen Form von Macht. Er ist der Anführer seiner eigenen religiösen Bewegung. Diese eloquente Geschichte behandelt jedoch eine viel breitere Thematik als nur Religion. The Master ist ein Meisterwerk. Es ist Andersons sechster, aktueller Film und, an diesem Punkt kann ich eigentlich nicht weniger als ein solches von diesem brillanten Künstler erwarten. Der stets spektakuläre Joaquin Phoenix läuft als Freddie Quell zu Höchstform auf, während Lancaster Dodd von Philip Seymour Hoffman ebenso makellos porträtiert wird. Der Film konzentriert sich auf die Beziehung zwischen diesen beiden Charakteren. Der eine Anführer, der andere Anhänger – beide benutzt, um eine abschreckende und zugleich wunderschöne Geschichte über Gehorsamkeit und Kontrolle zu erzählen.

Platz 1: THERE WILL BE BLOOD (2007)

Paul Thomas Anderson ist ein Meister seines Faches und einer meiner liebsten aktiven Regisseure, doch mit There Will Be Blood beweist er endgültig, dass man ihn zu den größten Regisseuren aller Zeiten zählen darf. Manche mögen Boogie Nights oder Magnolia als seine größte Leistung bezeichnen – wie sehr ich Andersons andere Meisterwerke auch liebe, niemals hatte ich auch nur den kleinsten Zweifel There Will Be Blood als seinen besten Film zu listen. In Paul Thomas Andersons Magnum Opus findet sich eine der großartigsten jemals auf die Leinwand gebrachte Charakterstudie. Das Wort rücksichtslos war zuvor niemals augenscheinlicher als Daniel Plainview das erste Mal auf der Leinwand erscheint. Er ist hinterhältig, rachsüchtig, abscheulich und der Protagonist. Daniel Plainview ist ein so herrlich geschichteter und unverwechselbar zersägter Charakter, dass ihm nur eine wahrlich meisterliche Darbietung würdig werden kann. Daniel Day-Lewis bietet eine solche. Eine der größten schauspielerischen Leistungen, die uns ein Film je geliefert hat. There Will Be Blood ist außerordentlich, in jeglicher Hinsicht. Es ist das makelloseste Werk, in einer Karriere voller grandioser Meisterwerke. Jedes Detail ist akribisch gesetzt und der daraus resultierende Film ist eine Glanzleistung, die als Testament der wahren Fähigkeiten seines Schöpfers dient.