Let The Rainbow Shine – Meilensteine des lesbischen Films

Let The Rainbow Shine – Meilensteine des lesbischen Films

Blue Is The Warmest Colour ist nur der letzte in einer Reihe von Filmen, die versuchen die Realität von lesbischen Beziehungen auf die Leinwand zu bringen.

Im Laufe seiner Geschichte hat Zelluloid Lesben nur dürftig abgelichtet. Für Dekaden wurden sie verzerrt und missverstanden, die wenigen Bilder die es auf den Bildschirm brachten präsentierten eine düstere homophobe Galerie von Opfern, Killern, Prostitutierten und Neurotikern. Aber machen wir einen Schnitt zum New Queer Cinema der 1990er – einer Zeit in der Guinevere Turner (Star und Co-Produzentin von Goldfish) einen neuen, queeren Zeitgeist definierte. Schluss mit gefürchtetem männlichen Starren und suizidalen Endungen. Heute gilt LGBT-Kino als so Mainstream, dass eine Rolle als Homosexueller nahezu Garant für eine Oscarnominierung ist.

Mädchen in Uniform (1931)

  • Regie: Leantine Sagan
  • Stars: Dorothea Wieck, Hertha Thiele, Emilia Unda

Diese Weimarer Produktion war der erste Film der die ’Schulmädchenschwarm’-Thematik erkundete, welche seitdem nicht mehr aus der Kinolandschaft wegzudenken ist. Von Göbbels, in der Zeit des aufstrebenden Faschismus, auf Grund seines subversiven Appells an den Humanismus verboten, veranlasste die US-Sittenrichter die Zensur des anstößigen lesbischen Materials. Regisseur Leantine Sagan verließ Deutschland nur kurz nach der Fertigstellung des Films.

Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972)

  • Regie: Rainer Werner Fassbinder
  • Stars: Margit Carstensen, Hanna Schygulla, Katrin Schaake

Fassbinders grotesker, hyper-stilisierter Bericht der sadomasochistischen Leidenschaften und Eifersüchteleien zwischen drei Lesben gilt als eines seiner besten und höchst umstrittenen Werke. Leider sahen es viele als den Gipfel schwuler männlicher Frauenfeindlichkeit, was in einer Demonstration lesbischer Gruppierungen bei einer Vorführung im Rahmen des New York Film Festivals seinen Höhepunkt fand.

Desert Hearts (1985)

  • Regie: Donna Deitch
  • Stars: Helen Shaver, Patricia Charbonneau, Audra Lindley

Einer der allerersten Hollywoodfilme der sich einfühlsam mit einer lesbischen Beziehung auseinandersetzte. Angesiedelt im Jahr 1959 projezierte der Film starke Charakterisierungen und knisternde Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen auf die Leinwand, berühmt berüchtige intensiv zärtliche Sexszenen inklusive. Regisseurin Donna Deitch bezeichnete den Film einst als ihr Remake von John Hustons The Misfits.

The Watermelon Woman (1996)

  • Regie: Cheryl Dunye
  • Stars: Cheryl Dunye, Guinevere Turner, Valarie Walker

Ein Schlüsselwerk des New Queer Cinema der 90er, zugleich der erste Film der afro-amerikanische Lesben thematisierte. Cheryl Dunyes selbsternannte ’Dunyementary’ ist eine scharfe Erforschung ihres eigenen Lebens in Zusammenhang mit der ’Mammi’-Rolle des klassischen Hollywoodfilms. Der großartige Cast beinhaltete unter anderem Guinevere Turner und Camille Paglina.

The Kids Are All Right (2010)

  • Regie: Lisa Cholodenko
  • Stars: Annette Bening, Julianne Moore, Mark Ruffalo

Dieser aktuellere Film über lesbische Partnerschaft, Elternschaft und sexuelle Fluidität, unter der Regie der öffentlich lesbischen Lisa Cholodenko, erhielt eine Oscarnominierung: ein Meilenstein des Queer Cinema. Obwohl sich Cholodenko vor vielen bezüglich der Einbeziehung von heterosexuellen und die Befürwortung traditioneller Familienwerte rechtfertigen musste.