Game of Thrones – Staffel 1

Game of Thrones – Staffel 1

Enthauptungen, Sex, Intrigen und freche Sprüche. In der Fantasyserie Game of Thrones, welche seit dem 2. November auf dem Pay-TV-Sender TNT Serie läuft, fliegen die Fetzen sowohl in heißen Wortgefechten, als auch im brutalen Schwerterklirren.

Seit 1996 schreibt George R.R. Martin eifrig an seiner Fantasyreihe Das Lied von Eis und Feuer um die Intrigen im Reich Westeros. Der umfangreiche Stoff umfasst zahlreiche Hauptfiguren, Handlungslinien und Beziehungen. Diesen Facettenreichtum auf eine TV-Serie zu übertragen, ohne sich dabei zu verheddern, ist schwierig. Das Ergebnis beweist jedoch etwas völlig anderes: Game of Thrones ist stets verständlich, überzeugend und fesselnd.

“Winter is coming.”

Gefahr aus Norden, Süden und allem was dazwischen liegt…

In Westeros herrscht ein König (Mark Addy aus der Sitcom Still Standing) über sieben Königreiche. Als seine rechte Hand stirbt, reist er nach Winterfell, um den dortigen Lord und alten Freund Ned Stark (Sean Bean) in die hohe Stellung am Hof der Hauptstadt King’s Landing zu berufen. Während sich sein Sohn Brandon auf mysteriöse Weise schwer verletzt, reist Ned widerwillig mit seinen beiden Töchtern nach King’s Landing. Seine Frau führt gemeinsam mit dem älteren Sohn die Stadt Winterfell und Ned’s Bastard Jon Snow schließt sich den Wächtern der Mauer an, um für die Ehre zu kämpfen, die er als Bastard nicht erlangen kann. Die Mauer schützt das Reich vor den Gefahren, welche im Norden lauern. Man spricht von gefährlichen Kreaturen und Wildlingen. Aber ebenso große Bedrohungen lauern hinter der Meerenge im Süden, wo Viserys Targaryen seine Schwester mit dem Anführer eines Kriegervolkes verheiraten konnte. Mit der Armee seines Schwagers sinnt er auf die Eroberung Westeros’. Am Königshof selbst jedoch droht die Familie Lannister den König Stück für Stück vom Thron zu stoßen.

“A Lannister always pays his debts.”

Drehbuch und Darsteller harmonieren

Was verwirrend klingen mag, dem lässt sich dank diverser Kürzungen und Hinzufügungen einwandfrei folgen. So nimmt sich die Geschichte in den richtigen Augenblicken viel Zeit und kann den Zuschauer mitreißen. Bei Fantasyerzählungen fällt es immer schwer, sich in die Situationen hineinzuversetzen und man hat anfangs das Gefühl, nicht genug Vorwissen zu haben. Die Darsteller und das Drehbuch tragen viel dazu bei, diesen Problemen vorzubeugen. Besonders Lena Headey (300) und Sean Bean machen ihre Sache gut. Der kleinwüchsige Peter Dinklage spielt das schwarze Schaf der glatten Familie Lannister und gewann für seine brillante Leistung als Lebemann sogar den Emmy als bester Nebendarsteller 2011. Dies verdankt er aber auch den scharfzüngigen Dialogen, welche durch den eigentlich gehobenen Sprachgebrauch hindurch brechen und den Zuschauer immer wieder Mal schmunzeln lassen. Dies gelingt auch in der deutschen Version. So kommen Wortwitz und Schlagabtausche richtig zur Geltung.

Was die technischen Aspekte anbelangt, muss man zu Game of Thrones nicht viel sagen. Kameraarbeit und Schnitt sind makellos und die Effekte sind für eine TV-Serie überragend. Sogar den prämierten Vorspann sieht man sich vor jeder Folge gerne an, was man nicht bei vielen Serien sagen kann. Musik und Animationen entführen den Zuschauer so noch vor der ersten Szene nach Westeros.

“Do you think honor keeps them in line? Do you think it’s honor that’s keeping the peace? It’s fear! Fear and blood!“

Dem Umfang geschuldet

Die einzigen Schwächen von Game of Thrones liegen darin, dass die Dialoglast das Erzähltempo etwas einseitig gestaltet und dass einige Figuren etwas blass ausfallen. Die harte Sprache, gelegentliche Blutbäder und der große Figurenumfang lassen den Zuschauer dies jedoch verschmerzen. Dafür werden einem unzählige epische Momente und tadellose Effekte präsentiert.

“Some doors close forever. Others open in most unexpected places.”

Fazit von Moviemax

Eine fast perfekte TV-Serie, die mit Überraschungen, skurrilen Figuren und jeder Menge Charme den Zuschauer bei der Stange hält. Game of Thrones ist wunderschön umgesetzt und eine wahre Augenweide. Man kann flotte Dialoge, politische Wirren und Fantasy-Elemente auf sich wirken lassen und in den aufregenden Kämpfen mit fiebern. Davon hätte ich übrigens gerne noch mehr gesehen. Stattdessen wissen jedoch die, in der Serie im Mittelpunkt stehenden, Intrigen zu überzeugen, in denen man Sympathie und sogar Wut entwickelt. Alles in allem Pflichtprogramm!

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